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Ich schlage die Augen auf. Hektisch mustere ich meinen Raum. Irgendetwas ist anders. Ich weiß nur nicht was. Das Display meines Weckers zeigt 06:30 Uhr und wirft einen fahlen Lichtschein durch mein Schlafzimmer.

Ich hatte einen Albtraum. Ich habe geträumt, von einem Auto überfahren worden zu sein. "Zum Glück nur ein Traum", denke ich mir und schlage die Vorhänge auf.

Ich mache einen hektischen Schritt rückwärts. Was ist das!? Das Fenster ist völlig mit roten, feuchten Backsteinen zugemauert. Und plötzlich fällt mir auf, was sich verändert hat. Das Zimmer strahlt eine unnatürliche, feuchte Kälte aus. Und Stille. Absolute Stille. Eisige, tote Stille.

Was ist hier los? Ich verlasse vorsichtig und mit schnell pochendem Herz das Zimmer. Ich schalte das Ganglicht ein. Sofort brennt es mit einem lauten Knall durch. Ich stehe in einem dunklen, feuchtkalten, langen Korridor. Die Stille scheint mich zu verschlingen. Riesige Angst nistet sich in mir ein. Das ist nicht mein Haus!

Plötzlich knallt die Tür hinter mir zu. Und die Backsteinwand. Die, durch den feuchten Schimmel schleimige Backsteinwand aus der der ganze Korridor zu bestehen scheint, setzt sich mit lautem, tiefen Knarren in Bewegung.

Die Türe, die sich bis jetzt auf der linken Seite des Ganges befand, zersplittert unter dem gewaltigem Druck, den die von hinten anrückende Wand erzeugt. Wie fremdgesteuert renne ich los. In die Dunkelheit des Flures. Meine schnellen Schritte platschen in den kleinen Pfützen, die sich hier anscheinend überall auf dem Boden gebildet haben.

Das Knarren der Wand hallt von jeder Seite des schier endlosen Ganges ab. So hört es sich an, als ob sich eine jede der Wände bewegen würde.

Der gigantische nasse Flur macht eine markante, rechtwinklige Kurve nach links. Mit rasendem Puls folge ich dem Weg. Das Geräusch der Mauer verstummt. Ich wage es nicht, zurückzukehren. Meine Todesangst verbietet es mir.

Ich verschnaufe. Wo zur Hölle bin ich hier gelandet? Mein Herzschlag beruhigt sich wieder ein wenig. Trotzdem schießt das Adrenalin immer noch pausenlos durch meinen Körper.

Korridor 2
Alle paar Meter flackert hier eine Gitterlampe auf. Unregelmäßig, aber oft genug, dass ich etwas sehen kann. Auch hier besteht der Flur aus rotem Backstein. Mit dem Unterschied, dass sich in dem anscheinend hunderte Meter langem Flur links und rechts hunderte von dicken, verrosteten Stahl-Schutztüren erstrecken. Alle nicht größer, als normale Haustüren.

Mein Herz pocht wieder wie wild, als ich versuche, möglichst lautlos an den Türen vorüber zu schleichen. Ich werde nervös. Ein kalter Tropfen Wasser tropft aus einem der unzähligen Rohre über mir. Und ich entdecke etwas. Etwas, das mir die Haare zu Bergen stehen lässt.

Die Wände und der Boden sind von langen, tiefen Kratzspuren übersät. Die größten sind über einen Meter lang. Plötzlich verstehe ich den Zweck der Türen. Sie sollen Schützen. Vor etwas, das über meine Vorstellungskraft reicht. Urplötzlich überschleicht mich ein Gefühl. Das Gefühl, von hier so schnell wie möglich verschwinden zu müssen.

Trotz meiner unglaublichen Angst, versuche ich eine der Türen zu öffnen. Nichts. Sie lässt sich nicht einen Millimeter bewegen. Blitzschnell suche ich die zweite Tür auf. Das selbe ernüchternde Ergebnis. Die Dritte lässt sich ebenfalls nicht bewegen. Panisch rüttele ich an so vielen verschiedenen Türen wie möglich. Der Gedanke, etwas nicht menschlichem schutzlos ausgeliefert zu sein, raubt mir fast den Verstand.

Wieder beginne ich zu laufen. Auf das Ende des Flures zu. Voller Adrenalin. Voller Angst. Mit zitternden Knien. Mit kreisenden Gedanken. Und mit einer inneren Stimme, die mich fast um meinen Verstand bringt.

Keuchend erreiche ich das, mit flackernden Lampen beleuchtete Ende des langen Ganges. Ich dachte, das es dort vielleicht wieder eine Biegung geben würde, doch das Ergebnis ist ernüchternd. Nichts! Keine Tür. Keine Biegung. Nur eine nasse Sackgasse. Doch ich bemerke etwas anderes.

Der Mörtel zwischen den Backsteinen ist bröselig. Anders als bei dem Rest der Wände. Ich hole einen losen Stein aus seiner Verankerung. Und sehe Metall! Anders als die anderen Türen ist dieses nicht verrostet. Vorsichtig löse ich weitere Steine aus der Wand.

Euphorisiert öffne ich die, innerhalb kurzer Zeit, freigelegte Tür. Sie ist größer als die Anderen. Und besteht aus zwei Teilen. Mit offenem Mund betrachte ich, was in dem Raum vor mir ist. Es befindet sich dort ein Wohnzimmer, das meinem aufs Haar gleicht. Ein kleiner Fernseher steht auf einem kleinen Fernsehtischchen. Der Raum ist trocken und warm. Regelrecht gemütlich.

Mit einem kurzen Zischen schaltet sich der Fernseher plötzlich ein. Ein verpixeltes Gesicht erscheint auf dem Bildschirm. Trotzdem erkennt man, dass es zu einem älteren, grauhaarigen Mann gehört. Eine bösartige, kalte Stimme ertönt in unwahrscheinlicher Lautstärke aus dem Lautsprecher an der Decke. Sie spricht: „Willkommen in deiner Hölle, du da vor dem Computer!“

Ein tiefes, kehliges, lautes Knurren ertönt hinter mir in der Tür. Ich spüre den heißen Atem in meinem Nacken.

Der Mann im Fernseher lacht laut auf. „Lauf weg!“, brüllt er und fährt kichernd fort: „Meine liebste Lorray hat heute ihren Glückstag!“

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