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Joney

Joney und ihre jüngere Schwester

Ehre oder Verderben?Bearbeiten

Hallo, ich bin Joney und ich führe kein typisches Mädchen-Leben. Mein Onkel, bei dem ich lebe seit ich klein bin, ist kein geringerer als Tall Jake.

Du weißt nicht wer, Tall Jake ist? Gut, lass es mich erklären.

Tall Jake ist der Herscher von Malice, den man mit einem Ritual rufen kann. Er weiß deinen Namen und wo du dich aufhällst und kommt dich holen, wenn du allein bist. Wenn du dumm genug bist, das Ritual zu machen (Zu eurem Schutz werde ich es nicht auflisten) und ihn zu rufen, bringt er dich nach Malice. Hier bist du auf dich allein gestellt, umgeben von Kreaturen aller Art und selbst konstruierten Maschinen, die darauf versessen sind, dein Leben an sich zu reißen- Im wahrsten Sinne des Wortes:

Sie fressen deine Zeit. In der Welt der Menschen ist er ein angesehener, leider sehr tempramentvoller junger Arzt, dem schnell der Geduldsfaden reißt. Zu mir ist er ganz nett, weitaus netter als meine Mutter. Ich hasse sie.

Ich darf ihn nur nicht nerven gerade wegen seinem Temprament und seinem sadistischen Wesen. Deshalb tigere ich die meiste Zeit allein durch Malice. Doch... wenn er meine Hilfe benötigt... Sieht meine Arbeit anders aus.

Ich laufe gerade durch die Menagerie, als mein Handy klingelt - Ein selbst konztruiertes da normale Handys in Malice nicht funktionieren: “Das letzte „Experiment“ war ein Fehlschlag. Du weißt was du zu tun hast.“ Seine eiskalte Grabesstimme jagt mir, obwohl ich sie gewohnt bin, einen kalten Schauer über den Rücken.

In der Nähe kann ich die Angstschreie eines Mädchens hören. Hoffentlich ist sie nicht schon Tod. Sie wird noch gebraucht. In flinken Sprüngen Hechte ich über Plattformen, und springe in den untersten Teil der Menagerie: Den „Karneval des letzten Tanzes“, so wie ich diesen Ort genannt habe.

Ein Jahrmarkt aus Chrom und Metall mit obszönen und abstrakten Fahrgeschäften. Die Musik, klassische Kinderlieder und typische Jahrmarkts Melodien spielen komisch verzerrt oder Rückwärts. Den Eingang bewachen Nero und Attilla- zwei knapp ein Meter große mechanische Löwen. Da ich, wie mein Onkel immer sagt, malisisches Blut habe tun mir die Roboter und Zischler nichts (Das sind affenähnliche Roboter die den Uhrenturm und die Mechanik der Menagerie warten) Im Chrom der Bodenplatten spiegelt sich mein eigenes Spiegelbild: Ein blondes, großes, schlankes Mädchen mit leuchtenden roten Augen, ähnlich wie die Zischler in der Dunkelheit.

Mein Onkel sagte, das hätte ich aus seinem Teil der Familie, eine Pigment-Störung oder so. Ich laufe schnell weiter und erreiche die Stelle, von woher ich die Schreie des Mädchens vernehmen konnte. Sie lebte gerade noch, nachdem dem Motto zum Leben zu wenig und zum sterben zu Schade und kämpfte, bewaffnet mit einem langen Rohr gegen einen Zischler, der sie entdeckt haben musste, als sie nach einem Ticket in die Freiheit gesucht hatte. Sie holte aus, doch sie verfehlte das Vieh, das flink auf sie zu gehechtet kam und seine metallischen Klauen in ihren Arm und seinen schweren, mechanischen Kiefer in ihren Hals bohren wollte.

Da sprang ich auf sie zu und trat das Vieh mit einem gezielten Tritt gegen das Karussel mit hässlich geformten Tieren. Es krachte gegen einen Bären, der seine Beute zu fassen kriegen wollte, ein mechanisches, verängstigt guckendes Reh.

Das Augenlicht des kleinen Roboters flammte wütend umher und dann ging es plötzlich aus. Das Mädchen keucht vor Erschöpfung und starrt mich einen Moment nach Luft ringend an.

„Danke...“, bringt sie nur hervor. Unter meinem Langen weißen Kapuzenmantel beginne ich zu grinsen. Freu´ dich nicht zu früh, denke ich mir und halte ihr die Hand hin – Meine Finger sind ähnlich dünn und lang wie die meines Onkels. Sie nimmt die Hand und schaut mich mit müdem Ausdruck an. So schauen sie alle in Malice. Müde und kraftlos. „Danke nochmal, ehm?“ sie schaut fragend.

„Joney,“, antworte ich kurz und knapp und bewege mich in Richtung Uhrenturm. Ich halte es nicht für nötig nach ihrem Namen zu fragen. Wenn ich die Namen der armen Seelen höre, muss ich immer daran denken, dass es doch tatsächlich Menschen sind und das erschwert mir meine Arbeit ziemlich. Sie geht neben mir her, ein lächeln auf den trockenen Lippen. Hier in Malice gibt es nicht, wie in der Welt aus der sie stammt, an jeder Ecke ein DM. „Das war echt eine starke Leistung, voll cool wie du das Vieh zu Schrott gekickt hast. Wo gehst du hin? Ich habe genug von diesem Ort.“ Ich schweige zunächst und laufe in Richtung der Eingangspforte. „Hey! Da würd´ ich nicht lang. Da sind zwei so riesige Löwenviecher.“

"Mach dir um die mal keine Sorgen, die sind zahm.“ Wir gehen zusammen zu den Löwen und an ihnen vorbei. Zunächst stellten sie sich in bedrohliche Abwehrhaltung, bereit ihr das Leben auszusaugen, Doch dann legten sie sich wieder träge hin und gähnten, als mich ihre elektrischen Augen erfassten. Sie ließen sich nicht anmerken, dass das Löwenpaar sie noch mit hungrigen Blicken beobachten.

„Du bist echt verwunderlich. Du bezwingst die Wachen mit einem einfachen Blick. Wo gehen wir jetzt hin?“, ihre Stimme klingt ausgelaugt, trotzdem lebendig. Von ihr geht der leicht säuerliche Geruch von Schweiß und Urin aus. „Wie gehen an einen sicheren Ort.

Die hat ja ein Vertrauen. Wir gehen durch einige nur sehr schwach beleuchtete Tunnel, im Schatten der Rohre kann man rote Augen leuchten sehen, die unsere Schritte verfolgen. Ein metallischer, salziger Geschmack macht sich in meinem Mund breit und ich nehme die Kaputze ab. Ich deute auf einen langen, unbeleuchteten Tunnel.

„Wenn du diesem Tunnel folgst erreichst du eine große Halle. Die Zischler meiden sie, na ja... vergewissere dich selbst.“ Sie mustert mich misstrauisch. Vermutlich hadert sie mit sich selbst. Vielleicht überkommt sie jetz die Angst, „Gut, ich gehe vor. Wenn du dich dann sicherer fühlst?“ Das Mädchen nickt entschlossen und folgt mir, als ich voran in den Tunnel schreite.

Es ist stockfinster und bereits nach wenigen Minuten höre ich sie nach mir rufen, da sie mich aus den Augen verloren hat. Ich antworte nicht, verlasse den Tunnel durch einen Seitengang und Warte ab. Im Hintergrund kann man das Ticken und mechanische Surren des komplexen Uhrwerks hören. Nach ein paar Minuten ihrer verzweifelten Rufe höre ich ein leises klacken. Er ist da.

Ich sehe sie erst im Labor wieder, mit einem speziellen Betäubungsmittel ruhig gestellt, dass bewirkt, dass ihre Gliedmaßen und Muskeln gelähmt, jedoch ihr Schmerzempfinden und ihr Bewusstsein hellwach sind. Das Labor meines Onkels besteht aus einer großen, breiten Lampe, die von der Decke hängt und licht spendet. Die Wände und die Decken sind mit Spiegelplatten verkleidet, sodass sie jeden Moment des Wahnsinns miterleben darf. Mein Onkel, Groß, sehr schlank, mit hellen, sehr hellen blonden Haaren die ihm etwas zerzaust in die Stirn und vors linke Auge fallen, die 3 langen, rosa verblassten Narben die sich über sein Auge ziehen (Die Narben Stammen aus einem Kampf mit einem seiner Feinde, doch er hat mir bisher noch nie davon erzählt.) blitzen für einen Moment auf, als er mir einen bösen Blick zuwirft. Er ist offenbar noch schlechter gelaunt als sonst. Das Mädchen, sie heißt Rochelle, dass ich an dem Bändchen um ihrem Handgelkenk erkennen kann, wimmert leise und Tränen tropfen auf den sterilen Operationstisch.

Jake zieht eine Flüssigkeit in einer Spritze auf - Adrenalin, um das Mädchen bei Bewusstsein halten zu können. Und dann setzt er auch schon zum ersten Schnitt an. Sie keucht auf, reißt die Augen auf und schaut nur verängstigt umher, unfähig den Körper bewegen zu können.

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht und er schneidet mit dem Skalpell vom Schlüsselbein bis zum Bauchnabel den Torso von dem Mädchen auf. Sie wimmert erbärmlich. Er schiebt das Fleisch zur Seite, das Blut mit Tupfern behutsam weg tupfend. Ich beobachte, wie er zwischen die Rippen greift und mit einem markerschütternden Knacken den Brustkorb mit bloßen Händen auseinander bricht.

Das Mädchen, oder besser das Versuchskaninchen schreit mittlerweile unter den furchtbaren Qualen. Durch die Betäubung ist sie unfähig zu sprechen, ihr schreien klingt heiser und doch zugleich...Wütend und verzweifelt. Und sie muss alles mitansehen.

Das Blut läuft auf den Tisch, rinnt an ihrem nackten Körper entlang und wird eiskalt, in der fast unterkühlten Luft des Labors. Er legt mit flinken Finger und chirugischer Präzision das Herz frei. Es schlägt wild im geöffneten Torso des Mädchens. Sein Lächeln wird breiter.

„Der menschliche Körper ist wie eine Maschine, komplex und verwirrend. Doch wenn man weiß, wie er funktioniert, kann man ihn einfach manipulieren“, murmelt er zu sich selbst. Sie würgt, als sie das eigene Herz im Körper schlagen sehen kann und versucht stöhnend und wimmernd den Blick abzuwenden.

Sie leidet offensichtlich unter furchtbaren Schmerzen, doch sie wird von dem Anblick nicht verschont, denn alle Spiegel sind so ausgerichtet, dass sie von überall einen guten Blick auf die Tortur erlangen kann, die sie durchleben muss. Er verzieht keine Miene. Mit größter Konzentration untersucht er das Herz, betastet es mit nackten Fingern.

Das pulsierende Organ pulsiert unter seinen Händen und das Blut klebt an seinen Fingern. Es ist warm und fühlt sich fantastisch auf seinen eiskalten Fingern an. Dann entschließt er sich, die Spritze mit der Seelenessenz aufzuziehen. Meine Augen wandern durch den den Raum. Mit einer Leere, kälter als dieser Raum, kälter als alles was man sich vorstellen könnte betrachte ich die Arbeit meines Onkels und ich finde es nicht schlimm. Er injiziert die Essenz direkt ins Herz. Das Blut verfärbt sich in eine leicht purpurne Farbe und das Mädchen, zuvor gelähmt und bewegungsunfähig, fängt an heftig zu zucken und zu schreien, unmenschlich und kreischend.

Das Blut spritzt wie in einer Fontäne und sein Hemd, zuvor weiß, ähnelt jetzt dem eines Fleischers. Er weicht zurück und knirscht gereizt mit den Zähnen, Der Fehlschlag reißt seine Hände hoch packt unter schmerzverzerrtem Gesicht und einem ohrenbetäubenden Kreischen in seinen Torso und reißt das Herz heraus.

Es plumpst immer noch schlagend neben ihn auf den Tisch und verebbt. Zurück bleibt nur der leblose Körper einer verlorenen Seele. Sie zuckt noch einige male unkontrolliert und entleert ihren Körper, sowie es sterbende immer tun. Eine weitere Kerbe in meinem Gewissen, eine weitere Seele die mich in meinen Träumen verfolgt. Ich wünschte, ich müsste das nicht tun, doch außer ihm habe ich niemanden. Und wenn es das ist was ich tun muss, um für ihn nützlich zu sein, tue ich, was er verlangt. Und wenn ich dafür in der Hölle schmore.

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