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Mein Name ist Tobias und ich lebe in einem kleinen Vorort einer größeren Stadt. Ich bin 27 Jahre jung und seit 2 Jahren mit meiner wundervollen Frau Magda verheiratet.

Kurz nach Silvester lud mich mein bester Freund Matthias zu sich und seiner Frau Natalie in sein neues Haus ein. Es sollte ein schönes Wochenende auf dem Land werden und meine Frau und ich wollten es uns ein paar Tage gut gehenlassen. Wir waren beide beruflich ziemlich gestresst und hatten eine Auszeit wirklich nötig. Wir packten unsere Sachen und düsten los. Es dauerte einige Stunden Autofahrt bis wir in dem abgelegenen Örtchen eintrafen.

Wir fuhren auf das Grundstück ein und wow.... ein riesiges Haus mit einem riesen Garten. Der Wahnsinn. "Oh mein Gott! Schau dir das mal an", staunte Magda. Matthias und Natalie erwarteten uns bereits, wir wurden herzlichst begrüßt, und ich bestand dadrauf, dass Mattes mir jeden Winkel des Hauses zeigte.

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Mit einem wohlverdienten Weizenbier in der Hand begann die Führung. Wie gesagt... der Wahnsinn. Ein riesiges, gleichförmiges Haus. Die weiße Fensterrahmenfarbe schmeichelte den roten Backsteinen. Am Eingang befand sich eine kleine Veranda mit einer Sitzecke. Es war ein etwas älteres Haus, aber Mattes hatte es grundlegend renoviert. Das Grundstück war erschreckend groß und mündete in einem kleinen Waldstück. "Alter, wo hast du denn bitte das Geld für so einen Palast her?", fragte ich Matthias. "Ach, das Grundstück wurde für einen Spottpreis verkauft und weil Natalies Vater den Verkäufer kannte...", lächelte Mattes. "Super! Ich freu mich unendlich für euch. Danke für die Einladung!", sagte ich noch bevor wir in das Haus traten. Nach der Führung setzten wir uns noch draußen in unseren Winterjacken auf die Veranda und tranken noch ein Bierchen. Anschließend gingen wir alle ins Bett, denn wir waren ziemlich erschöpft.

Magda schlief wie ein Stein, aber ich selbst konnte überhaupt nicht einschlafen. Es war ungefähr 2 Uhr, beobachtete sie eine Weile und musste ständig lächeln.

Plipp...

Plipp...

Was war das denn für ein nerviges Geräusch? Es war ein relativ lautes Geräusch. Etwas unheimlich...

Ich bin kein ängstlicher Typ. Ich trainiere regelmäßig im Fitness-Studio und hatte den braunen Gürtel im Karate, also ab aus dem Bett und nachschauen was denn da los ist. Im Flur traf ich auch Mattes, der von diesem Geräusch wach geworden war. "Was'n das?", fragte ich. Mattes antwortete: "Keine Ahnung, bestimmt die Spüle."

Das Schlafzimmer und die Gästezimmer befanden sich in der ersten von zwei Etagen. Das Geräusch schien aus dem Erdgeschoss oder aus dem Keller zu kommen. Wir gingen zu zweit die Treppe hinunter.

Plipp...

"Unregelmäßig?", bemerkte ich. "Ja, stimmt, komisch", sagte Mattes.

Wir gingen in Richtung Küche.

Plötzlich packte mich etwas an der Schulter, "GRARR!!" "Oh Fuck", schrie ich. "Du Schisser!", lachte Mattes über mich. Der Penner! Ich bin voll darauf reingefallen! "Du Arsch! Mach das nicht nochmal!", lachte ich. "Ah, da haben wir's", sagte Mattes und zeigte auf die Spüle. "Kein Grund zu Sorge, Hasenfuß", spottete Matthias. Wir saßen uns in der Küche und tranken noch ein Gute-Nacht-Bierchen und unterhielten uns ein Weilchen.

Am nächsten Tag führten uns Matthias und Natalie in dem Dörfchen herum und wir genossen den kühlen, aber sonnigen Tag.

Beruflich bedingt musste Matthias zusammen mit Natalie abends zu einem Geschäftsessen. "Hehe super!", zwinkerte ich Magda zu. Sie lachte nur und verdrehte die Augen.

Wir schauten uns das Haus nochmal zu Zweit an und überlegten uns wie wir das Haus gestaltet hätten und all sowas.

Diese Nacht konnte ich wieder nicht schlafen.

Plipp...

Plipp...

"Ohman nicht schon wieder", dachte ich und ging in die Küche. Mattes und Natalie waren immer noch nicht zurück.

Aber diesmal war es anders. Aus der Spüle tropfte kein Wasser... Es war Blut! "Hä?", fragte ich in den Raum hinein. Das Licht der Küche war nicht sonderlich gut und flackerte etwas. Irrte ich mich? War es Blut oder nur verdrecktes Wasser? In meinem Kopf wurde es still. Ich bin kein ängstlicher Typ, aber etwas hinderte mich daran die Spüle näher zu begutachten. Ich ging zwei Schritte zurück und vernahm plötzlich leise Gesänge. Ich konnte es vorerst nicht verstehen, aber merkte schnell, dass die Stimmen aus Richtung des Hinterhofes des Hauses kamen. Ich schritt zum Fenster und konnte eine Gruppe von Menschen sehen. Leise stellte ich das Fenster auf Kipp, um zu lauschen.

Es war nicht nur eine Gruppe von Menschen, es waren 10 bis 12 weiß gekleidete Kinder, sie waren zwischen 10 und 16 Jahren alt, ganz genau konnte ich es nicht sehen. Mit Kerzen in der Hand bildeten sie einen Kreis um etwas herum. Sofort duckte ich mich. "Was geht hier vor sich?", dachte ich mir.

Auf dem Boden kauernd versuchte ich mich auf den Gesang zu konzentrieren und zu verstehen was die Mädchen sangen. "In societate cum diabolo. In societate cum diabolo." Mein Latein war nicht gut, aber diabolo war der Teufel und societate meinte so etwas wie Pakt oder Bund. War das wieder so ein schlechter Scherz von Mattes?

Ich versuchte nochmals aus dem Fenster zu blicken, als plötzlich eine dieser Gestalten direkt vor mir stand. Es war ein junger Mann mit blasser Haut und einem leblosen Gesichtsausdruck. Scheiße, der sah genauso aus wie ich. Seine Augen brannten sich durch meinen Blick... Augen, wie man sie sich nicht vorstellen kann. Weiße Augen, mit einem bestechlichen Durchblick, als ob sie mir direkt in die Seele schauen würde und meine Angst ihn ergötzen würde. Er lächelte schief. Uns trennte nur die dünne Fensterscheibe. Er flüsterte:"In societate cum diabolo." In einer Art... als ob er mich bekehren wollen würde. Ich machte einen Satz zurück und sprintete so schnell ich konnte in das Gästezimmer zu meiner Frau. "Schatz! Scheiße steh auf!", kommandierte ich sie aus dem Bett. "Wa.. Was ist los?", steif sie verwundert heraus. Es war keine Zeit für Erklärungen. Ich nahm ihre Hand und riss sie aus dem Bett.

Gemeinsam liefen wir die Treppen hinunter in Richtung Haustür. Der Flur war lang. Endlos lang. Mein Puls raste, mein Atem war schwer. Meine Gedanken wurden immer kürzer. Ich riss die Tür auf und fühlte mich erleichtert. Die Tür fiel zu. Stille. "Kannst du mir mal erklären was hier los ist?", fragte Magda verängstigt.

"IN SOCIETATE CUM DIABOLO",, dröhnte es abermals hinter uns. Ich drehte mich um und sah, dass etwas hinter dem Haus lichterloh in Flammen stand. "Los, zum Auto!", sagte ich zu meiner Frau. Ich wusste nicht wann, aber ich hatte den Autoschlüssel eingesteckt.

"HILFE!!!", schallte es aus Richtung des Hauses. Es war Mattes Stimme.

"Schatz, fahr in die Stadt! Bring dich in Sicherheit. Ruf die Polizei an, aber mach dass du hier weg kommst!", sagte ich zu Magda und presste sie ins Auto. "Aber..", wehrte sich Magda. "Nichts Aber!", schrie ich und schloss die Fahrertür. Sie startete den Motor und fuhr los.

Ich drehte mich um und folgte den Hilfeschreien. Es war nicht nur ein einfaches Rufen nach Hilfe. Es waren schmerzerfüllte Schreie. Ich kam den Schreien näher, ebenso wie den Flammen.

Es war Mattes der im Garten an ein brennendes Kreuz gekreuzigt wurde.

Ich stoppte.

Stille.

Diese ekligen Mädchen waren weg. Nur Mattes hing da.

"In societate cum diabolo", wimmerte es leise aus dem Haus hinter mir. Ich blickte kurz zurück, konnte aber nichts sehen. Das Haus war dunkel. Einige Kerzen schienen in vereinzelten Räumen zu brennen.

"Mattes, halte durch!", rief ich in dem Augenblick in dem ich meinen Blick vom Haus abwandte und zu meinem besten Freund herantreten wollte.

Nichts.

Er war weg. Alles war weg. Kein Feuer, kein Kreuz, kein Mattes. Ein Rauschen fuhr durch meinen Kopf. Ich war ein sehr rational denkender Mensch, aber in diesem Moment, konnte ich mir all das weder erklären, noch denken, wie ich als nächstes Handeln sollte.

Sollte ich weg? Weglaufen und Hilfe holen? Dafür bräuchte ich ein Auto. Mattes Auto, aber der Schlüssel ist im Haus und wo genau, das wusste ich auch nicht.

In den Wald laufen? Damit mich diese Wesen verfolgen? Ich mich verirre? Ausgeschlossen.

Was war jetzt mit Mattes und Natalie geschehen? Waren sie noch im Haus?

Mein Verdacht erhärtete sich. Ich musste zurück in das Haus und meine Freunde suchen, oder zumindest den Autoschlüssel finden.

Ich stand wenige, aber endlos scheinende Minuten in der Dunkelheit. Gelegentlich hörte ich noch dieses Wimmern. Nur langsam wagte ich mich in Richtung des Hauses. Ich wollte nicht. Wer wollte das schon? Mein Herz ging auf, als ich ein Auto hörte. Ich sah Scheinwerfer. War Magda zurückgekommen? Ich lief an dem Haus vorbei zur Auffahrt. Das Auto kam immer näher und ich winkte, um auf mich aufmerksam zu machen. Aber das Auto fuhr immer schneller, ich kann mich noch genau an das Heulen des Motors erinnern. Grade rechtzeitig konnte ich zur Seite springen und mich retten. Ich sah es genau. Das Auto war mein Auto und es raste frontal in das Haus hinein.

Es krachte unglaublich laut. "MAGDA!", schoss es mir durch den Kopf als ich zum Auto lief, oder zumindest zu dem was davon übrig war. Ich trat an das Fahrzeug heran und mir war klar, dass niemand so einen Crash überleben konnte. Ich räumte einigen Schutt zur Seite, während ich noch stets wimmernde Anbetungen vernehmen konnte. Ich wühlte mich zum Fahrersitz vor und stellte fest, dass dieser leer war. Nicht einmal ein Blutstropfen.

Und plötzlich donnerte es wieder "IN SOCIETATE CUM DIABOLO" hinter mir. Ich drehte den Kopf und sah nun nicht mehr eine kleine, sondern eine riesige Gruppe von Menschen in weißen Gewändern und Kerzen in der Hand. Sie traten immer näher. Ich konnte nicht mehr. Ich war erschöpft. Mir wurde schwarz vor Augen.

Dunkelheit.

Stille.

"Ich weiß, dass du wach bist. Mein Schatz, wach auf!", klang es in meinen Ohren. Eine vertraute Stimme, es war eine Frauen-Stimme. Ich hatte nur schlecht geträumt?

Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass ich gefesselt auf einem Altar lag. Kerzenlicht, weiße Kleider und verschwommene Gesichter. Eines der Gesichter kam immer näher an mein heran. Näher und näher, bis es schließlich wenige Zentimeter vor meinem Gesicht stoppte.

Weiße, tote Augen. Graue Haut. Verfilzte, schmutzige Haare, die vor einiger Zeit noch hätten Braun sein können. Blaue Lippen. Krampfadern, die das ganze Gesicht überzogen. All diese Auffälligkeiten brannten sich in mein Gehirn ein, bevor ich erkannte, dass es Magda war.

Ich versuchte mich los zu reißen.

"In societate cum diabolo", wimmerte es von ihren leblosen Lippen. Sie kam mit diesen immer näher und küsste mich schließlich.

Wieder war alles schwarz. "In societate cum diabolo. In societate cum diabolo. In societate cum diabolo", flüsterte es in meinem Kopf. Ich öffnete die Augen. Ich stand mit einer Gruppe Kindern um ein brennendes Kreuz herum. Im Hinterhof von Matthias Haus.

"HÄ?", hörte ich jemand aus dem Haus rufen und ich ging zum Küchenfenster, um nachzusehen und den Ungläubigen zu bekehren.

"In societate cum diabolo"

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