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Manne

Sieben Jahre lang lebte ich glücklich. Es war ein gutes Gefühl ein "großer Bruder" zu sein und auf meinen Kleinen aufzupassen. Ich erinnere mich noch gut an ihn und an "Manne", seinen Stoffteddy, der halb so groß war wie er selbst. Wie sehr er diesen Bären doch liebte. Er liebte ihn so sehr wie mich, deshalb hatte er ihn auch nach mir benannt (Ich heiße Manuel, aber unser Großvater nannte mich immer Manne). Doch dieser eine Tag sollte alles ändern. Der Tag an dem mein kleiner Bruder starb. Er war gerade mal 7 Jahre alt. Er wurde von einem Auto erfasst als er über die Straße rannte. Weil er mich begrüßen wollte, als ich von einer Klassenfahrt zurückkehrte. Bei seiner Beerdigung habe ich nur geweint. Es war als ob ein Teil von mir gestorben wäre, vor allem weil wir ihn mit seinem geliebten Teddy beerdigten. Der Teddy der meinen Namen trug.

Ich bekam psychologische Hilfe. Der Psychiater erzählte mir immer wieder es wäre nicht meine Schuld gewesen. Er sagte mein Bruder wäre nicht böse auf mich und er hätte es mir längst verziehen. Er hatte Recht...

Es geschah ein paar Jahre später. Ich war gerade auf dem Weg nach Hause von einer Party bei einem guten Freund von mir. Ich trottete gedankenverloren durch die Nacht, es war kurz nach Mitternacht. Ich hatte keine gute Laune, weshalb ich die Party auch früh verließ. Heute war der Todestag meines Bruders.

Meines geliebten kleinen Bruders...

Ich war noch weit von zuhause entfernt, deshalb beschloss ich eine Abkürzung zu nehmen. Einfach quer über die Äcker. Dort gibt es zwar keine Straßenlaternen, die den Weg erhellen, aber der Vollmond spendete genug Licht.

Und dann sah ich sie!

Zuerst nur schemenhaft; dunkle Gestalten im Mondlicht. ich hielt sie für andere Jugendliche, schließlich gibt es genug junge Leute, die im Sommernächten draußen sind um die Sterne zu betrachten oder ungestört etwas zu trinken.

Als ich näher kam, erkannte ich jedoch, dass es keine Menschen waren.

Eine der Gestalten drehte sich um und sah mich direkt an. Sie hatte kein Gesicht! Nur blanke Haut, die unter der Kapuze des langen Mantels hervor schien.

Ich drehte langsam zur Seite ab und lief schneller, doch jetzt setzen sich auch die Gestalten in Bewegung. Genau in meine Richtung.

ich hatte keine Ahnung, wer oder was sie waren, aber ich wollte es auch nicht herausfinden.

Als sie näher kamen begann ich zu rennen. Ich rannte so schnell ich konnte zurück in die Stadt. An den Häusern vorbei, die Straßen entlang, die in Finsternis lagen. Denn jedes Mal wenn die Gestalten sich einer Laterne näherten, ging diese plötzlich aus und hüllte alles in Dunkelheit.

Gerade als ich in eine dunkle Gasse einbog, nach einem Versteck suchend, stand er vor mir. Ein kleiner Junge, der meinem Bruder zum Verwechseln ähnlich sah. Aber er konnte es nicht sein, er ist vor Jahren gestorben. Dann sprach er zu mir: "Manuel, hierher!"

Er klang wie mein Bruder! Und er kannte meinen Namen!

Er deutete auf ein paar Mülltonnen. "Versteck dich da!", rief er. Ich wusste nicht warum, aber das Aussehen des kleinen erweckte etwas vertrautes in mir, darum hörte ich auf ihn. Ich kauerte mich zwischen die metallenen Tonnen und schnappte nach Luft. Ich sah den Kleinen an. Er grinste. "Ich locke sie weg, dann rennst du nach Hause", sagte er mit ruhiger Stimme. Ich konnte nicht antworten, ich war wie gelähmt. ich nickte nur.

"Ich habe schon lange keine Angst mehr vor den Schatten", flüsterte er mir zu, immer noch lächelnd, "Du hast immer auf mich aufgepasst, jetzt pass ich auf dich auf, Bruderherz."

... Bruderherz? Wer war dieser Junge? Woher kannte er mich? Und woher kannte er diese Schatten?

Bevor ich antworten konnte, rannte er aus der Gasse an den Schatten vorbei. Sie wirbelten herum und verfolgten ihn. Als sie sich entfernt hatten, verließ ich mein Versteck und stürmte nach Hause. Ich rannte ohne mich umzusehen. Endlich erreichte ich unser Haus. Schnell kramte ich nach meinem Schlüssel, schloss auf, ging hinein und knallte die Tür zu. Ich stolperte in mein Zimmer und verriegelte die Tür. ich atmete tief durch und ließ mich an meinem Schreibtisch nieder. Ich wollte meinen PC einschalten und den anderen schreiben was mir gerade passiert ist. Ich hielt inne. Ich sah mein Gesicht, dass sich auf dem schwarzen Monitor meines PCs spiegelte. Und ich sah noch etwas anderes. Mit weit aufgerissenen Augen drehte ich mich herum.

Auf meinem Bett saß ein verdrecktes Stofftier, das ich nur allzu gut kannte...

Auf meinem Bett saß Manne !

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