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Beitrag von Max1998, 0:43 Uhr. Bearbeiten

Es begann vor ein paar Tagen, als ich mir eine weitere Creepypasta durchlaß und wieder mal begeistert und verängstigt zugleich war.

Mancher dieser Geschichten wirkten so echt, so real. Doch mein gesunder Menschenverstand redete mir natürlich immer ein, dass es nur erfundene Creeps waren, die erst durch den Glauben vom Leser und der Autoren wirklich real werden würden. Bis vor kurzem hatte ich dies meinem Verstand abgekauft, doch nun zweifle ich langsam daran. Der Instinkt, dem ich immer vertraut habe, scheint nun zu bröckeln, meine größte Schwachstelle zu sein, obwohl sie doch einst meine Stärke, mein Leitfaden war.

Ich sitze hier zusammen gekauert in einer Ecke meines Zimmers, das ich seit gut zwei Tagen nicht verlassen habe - nur um höchstes auf die Toilette zu gehen, auch wenn ich schon seit einem Tag bereits darauf verzichte und in eine leere Flasche uriniere. Das grelle Licht des Bildschirmes, sowie das nervtötende Brummen des Lüfters meines Laptops, treiben mich nur noch mehr zur Verzweiflung, aber ich brauche Beschäftigung und ich möchte mich der Welt mitteilen, sie nicht ahnungslos zurücklassen. Müde fahre ich mit einer Hand über mein Gesicht und die Bartstoppeln kratzen über meine Haut. Ich sollte mich mal wieder rasieren, aber erst wenn der Spuk vorbei ist - falls es überhaupt je enden wird.

Angst ist wohl das beste Wort, was meine derzeitige Lage am ehesten beschreibt. Denn ein Schock oder Furcht ist noch recht untertrieben, gar kein Vergleich zu meiner Paranoia. Eigentlich recht lächerlich wovor ich mich so verängstigt fühle, obgleich ich der Schaffer dieses Wesens bin. Meine Freunde würden mich nun wahrscheinlich auslachen, wenn sie wissen würden, warum ich in letzter Zeit ständig krank zu sein schien und würden meinen, ich sei geistig nicht mehr ganz klar. Ich glaube es ja schließlich schon selbst und würde mich am Liebsten einer Psychiatrie übergeben, doch zunächst müsste ich mich aus der Wohnung trauen. Doch genau dies scheint unmöglich, da mich mein Schatten - oder lieber gesagt - das Wesen, das ich durch Dummheit erschaffen habe, verfolgt und seinem Schöpfer wohl durch einen qualvollen Tod danken will, dass es nun verdammt dazu ist, auf dieser Welt Unheil zu stiften.

Zu mir gibt es nicht viel zu sagen, aber mein Name ist Max, wie ihr anhand meines Benutzernamen erkennen könnt. Derzeit sollte ich meine Fachoberschule für Technik besuchen, unter diesen Umständen gelingt es mir jedoch nicht. In letzter Zeit bekam ich selten Schlaf und meine Kopfschmerzen scheinen ihren Höhepunkt erreicht zu haben, da ich kaum noch klar denken kann. Dank der Fehlerkorrektur meines Laptops könnt ihr diesen Text womöglich einwandfrei lesen, aber ich sehe alles nur noch verschwommen und unscharf. Jede weitere Sekunde raubt mir meinen noch übrigen Verstand und auf Anrufe meiner besorgten Eltern antworte ich schon lange nicht mehr. Es war wohl doch nicht so eine gute Idee gewesen, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Nein, ich hatte mir diesen Freiraum verdient - schließlich hatte ich zwei nervtötende, pubertierende Schwestern zurückgelassen. Meine wohl größte Dummheit war es, etwas zu tun, dass schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht, mit solchen ich nicht umgehen kann - falls irgendwer mit diesen umgehen könnte.

Aber nun gut, ich will euch nicht länger verheimlichen, was mir solche Angst einjagt, denn ich glaube, dass mein letztes Stündlein bereits geschlagen hat und falls das irgendjemand hier vielleicht ließt, bin ich womöglich schon längst tot. Wohl zerfleischt, zerstückelt oder erdrosselt - je nachdem, was mein persönliches Monster für mich vorgesehen hat. Doch zunächst muss ich euch etwas erklären.

Wie gesagt habe ich das Wesen, das meinen Tod will, selbst erschaffen. Ihr fragt euch sicher, wie. Nun ja, lasst es mich so sagen; das Wesen war zunächst nur eine Idee, eine Fantasie in meinem Kopf. Vielleicht kennt ihr die Bezeichnung Tulpa - ein Wesen, das durch die Überzeugung und Vorstellungskraft seines Schöpfers (der auch Host genannt wird) entsteht und mit der Zeit sogar ein Eigenleben führt.

Einige unter euch würden sagen, dass das unmöglich sei, sich selbst so eine Tulpa zu erschaffen, doch ich bin der - noch - lebende Beweis, dass es funktioniert. Nur habe die Warnungen nicht beachtet und sowohl mich, als auch meine Mitmenschen in ein Unheil gestürzt. Tulpas können gefährlich und bösartig werden, wenn man sie nicht genau unter Kontrolle hat - das war bei mir leider der Fall.

Und nun kommen wir zum Anfang der Katastrophe; als ich mir die Tulpa erschuf.

Zunächst begang ich mir eine eigene Geschichte zu einer Creepypasta-Figur zu überlegen; sie sollte mein Grundbaustein für meine Tulpa sein. Wie einige unter euch, habe ich mir dann also eine Creepypasta zugelegt und alles bis ins Detail überdenkt. Es sollte kein menschliches Wesen sein, also überlegte ich mir etwas anderes.

Hier veröffentliche ich die Creepypasta:

[Link ZENSIERT]
Nun, wenn ihr euch diese nicht allzu lange Geschichte eines amateurhaften Autors durchgelesen habt - oder auch nicht -, könnt ihr vielleicht feststellen, um was es sich handelt. Aber solange ich hier in Sicherheit bin, werde ich die Kreatur genauer beschreiben.

Zunächst ist es, wie bereits vorhin gesagt, kein menschliches Wesen. Es hat eher die Gestalt eines Hundes, da ich mich zuvor an den Schäferhund, den wir früher besaßen und den ich sehr vermisste, als Grundlage genommen hatte. Ich wusste nicht, wie ich mit meiner Creepypasta-Figur anfangen sollte, als er mir dann wieder in den Sinn kam. Seit seinem Tod konnte ich irgendwie nicht mehr richtig glücklich sein und somit wollte ich womöglich einen Ersatz für ihn erschaffen - so grausam das auch klingen mag. Der Gedanke, ich könnte ihn endlich wieder sehen und in die Arme nehmen - falls diese Tulpa-Sache tatsächlich funktionierte -, machte mich überglücklich, gaben mir den Antrieb über die Angst hinweg zu sehen und somit konnte ich erst richtig loslegen. Dann kam mir die Idee ihm ein paar 'Fähigkeiten' zu geben, die ihn als richtige Creepypasta auszeichnen würde, aber auch hoffte ich, ihm so zu einem guten Beschützer zu machen, der mich vor Gefahr warnte. Schließlich laß ich, dass Tulpas auch Gedankenfestungen beschützen würden und auch einen mental unterstützen. Was mir sofort einfiel, waren rote Augen. Sie würden anderen Angst machen, denn eine solche Iris deutet auf Ärger, Gefahr.

Also glühend rote Augen, die sich wie Laser von der Finsternis abheben und scharfe Zähne, wie auch ebensolche spitze Krallen, die einem Raubtier und keinem harmlosen Haustier ähneln. Große knochige Rippen, die aus dem Körper ragen und sich ungewöhnlich verrenken, sowie auch wachsen und sich vermehren können. Es machte ihn zu etwas außergewöhnlichen und ihn wieder sehen zu können, machte mich blind vor Wahn.

Und...

Oh nein, ich höre sein schweres Hecheln. Seine Krallen scharren über den Boden, während er zu meinem Zimmer tapst. Diese sanften Pfoten, die ich so vermisst habe. Warum musste es so weit kommen? Warum hasst er mich?

Die Schritte verstummen vor meiner Tür, nun kratzen seine Krallen an ihr und bitten mich, ihm Einlass zu gewähren - so wie er es früher immer tat. Mein geliebter Hund, den ich seit dem Unfall nicht mehr gesehen habe. Ich konnte mich nicht mal verabschieden.

Ich...

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