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Warnung: Dies ist bereits der fünfte Teil von meiner Creepypasta-Reihe Max1998. Liest bitte, um diesen Text besser verstehen und vollkommen genießen zu können, den vorherigen Teil (http://de.creepypasta.wikia.com/wiki/Max1998_und_die_Vergangenheit) Bearbeiten

Beitrag von Max19982:14 Uhr. Bearbeiten

Der Tod kann grausam sein, dieser kann aber auch völlig neue Türen öffnen, die zuvor für andere verborgen waren, da sie zu sehr am Leben hingen und ihre Augen vor der Wahrheit verschlossen hielten. Ihr fragt euch sicher, wie es sein kann, dass ich noch scheinbar lebe. Nun ja, sagen wir es mal so - mein Tod ist tatsächlich eingetroffen, jedoch was danach geschah, war unerwartet.

Nachdem Charlie - der blutrünstige Höllenhund - ins Zimmer gestürmt war, sah er mich mit seinen tiefroten Augen an, musterte mich zunächst eindringlich, bevor er seine Zähne fletschte und ein dämonisches Jaulen an mich sendete und langsam - fast qualvoll - auf mich zuschritt. Und ich konnte nichts anderes tun, als ihm zuzusehen und auf das Eintreffen meines -  nun unaufhaltsamen - Todes, wie auch auf seine scharfen Krallen zu warten, die meinen Körper mit Leichtigkeit zerfetzten würden.

Als er genau vor mir - nur wenige Zentimeter - hielt, wurde mir erst bewusst, dass ich die Zeit über meinen Atem angehalten hatte und nun wohl meine letzten Atemzüge betätigte. Die Zeit schien ihren Wert verloren zu haben, denn es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, in der wir uns gegenseitig nur in die Augen sahen und einzig das schwere - fast grollenden - Atem meines Gegenübers zu hören war. In seiner Iris konnte ich die unbändige Wut sehen, die er womöglich nur mir gegenüber empfand und auch war die Lebensfreude, die er einst ausgestrahlt hatte, vollkommen aus seinem Blick gewichen - nichts würde mehr so wie früher sein, das wusste ich.

Ab diesem Moment konnte ich meine Trauer, die ich ab dem Zeitpunkt seines Todes verdrängt hatte, nicht mehr zurückhalten und fühlte diese nun mit ihrer ganzen Stärke aufkommen. Etwas in meinem Brustkorb schien sich zusammen zu ziehen und ich verschluckte mich beinahe an dem Kloß, der mir die Kehle zuschnürte und mir den Sauerstoff verweigerte. Das Letzte, was über meine Lippen kam, bevor es mit mir zu Ende ging, war der Name meines geliebten Haustieres, ehe eben dieses sich auf mich stürzte und seine Aggressionen an mir ausließ, mich zerstückelte und auseinander riss, als wäre ich seine Beute. Jedoch verspürte ich keinen Schmerz, sondern war gänzlich in Frieden mit mir und schloss mit meinem Leben ab, bis ich zum letzten Mal Luft holte und meine Augen für immer schloss.

Nun, jetzt fragt ihr euch sicher, wie es sein kann, dass ich diesen Text nach meinem Tod noch verfassen kann. Bin ich nun ein rachsüchtiger Geist? Keinesfalls - denn ich bin viel mehr als das.

Nachdem nämlich mein Tod eintraf, sah ich kein Licht, was mich ins Jenseits brachte. Nur kalte, beengende Finsternis umgab mich, keine Menschenseele war auszumachen und meine Schritte hallten unnatürlich von jeder vermeintlichen Ecke zurück, als ich mich in Bewegung setzte. Jedoch packte mich nach kurzer Zeit eine unsichtbare Macht, die mich immer intensiver in eine bestimmte Richtung zog und ich unaufhaltsam in diese gehen musste.

Ein boshaftes Lachen begrüßte mich und ich begann sofort zu Zittern. Dieses Lachen kannte ich nur zu gut und tatsächlich stand ich Xam gegenüber, da ich dies an seiner dunklen Aura sofort erkannte. Und trotz der Dunkelheit, die hier herrschte, konnte ich ihn ohne große Anstrengung sehen, was mir den nicht vorhandenen Atem nahm. Er ähnelte mir - nein, er sah genauso aus wie ich. Er kicherte amüsiert über mein Erstaunen und ging auf mich zu.

Seine braunen Augen, die fast einen unnatürlich dunkelroten Ton angenommen hatten, funkelten mich belustigt an, dennoch war der Rest seines Gesichtes plötzlich von Schatten gezeichnet, weshalb dieses mir, als er näher kam, verborgen blieb. Auch hoben sich seine pechschwarzen Haaren kaum von der Finsternis ab und fielen ihm wirr in die Stirn. Kurze Augenblicke blieb er vor mir stehen, doch was dann kam, war beängstigend und schmerzhaft zugleich - er schritt durch mich hindurch, als sei er physisch nicht vorhanden. Ich konnte eine eisige Kälte spüren, die durch mein Innerstes glitt und auch ein ziehender Schmerz ließ mich in eine gekrümmte Position verfahren. Allein durch die Qualen, die er mir beim Durchschreiten meines Körpers zufügte, ließen mich schwach werden und ich verlor langsam mein Bewusstsein.

Als ich wieder zu mir kam, lag ich neben meinem Laptop und starrte auf den grellen Bildschirm, der mir die Kommentare zu meinen Beiträgen zeigte. Eigentlich hatte ich nie wirklich auf diese geachtet, da ich sehr intensiv mit dem Schreiben beschäftigt war und ich nicht wirklich mit Antworten rechnete. Doch sofort wurde mir bewusst, dass diese nicht wirklich hilfreich für mein Problem gewesen wären. Ausnahmslos jeder von euch nimmt keiner dieser Texte ernst oder scheint durch diesen jämmerlichen Versuch, euch vor Charlie zu warnen, belustigt zu sein, statt Angst vor dem Grauen zu haben, der mir widerfahren ist. Der Zorn darüber wuchs in mir und ich schwor mir, euch verfluchten Menschen zu zeigen, was wahre Angst bedeutet. Ihr solltet nicht nur verängstigt sein, sondern die Wahrheit vor Augen geführt bekommen.

Als ich verärgert vom Bildschirm aufsah, kam der Höllenhund zu mir und schmiegte seinen Kopf gegen meinen Oberkörper, schien nicht mehr auf Rache aus zu sein. Er hatte Recht - nun waren wir quitt und endlich herrschte wieder Frieden zwischen uns. Ich nahm ihn seit langer Zeit wieder in die Arme. Wir waren - so wie ich es mir gewünscht hatte - wieder vereint, was mich überglücklich machte. Jedoch war mir eins bewusst geworden: mein Höllenhund und ich hatten eine neue Aufgabe. Das ist erst der Anfang für uns...

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