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Meine Familie und ich zogen vor kurzem in ein Hochhaus nahe des Stadtzentrums ein. Mein Vater hatte eine neue Arbeitsstelle in der Innenstadt gefunden. Zwar lag es in einer Art Problemstadtteil – allerdings waren die anderen Wohnungen in der Umgebung zu teuer oder zu klein. Da die Vormieterin vor etwa drei Wochen verstorben war und keine Angehörigen hatte, bekamen wir mit Abschluss des Mietvertrags auch ihr gesamtes Mobiliar. Das meiste schmissen meine Eltern weg. Die Einrichtung war sehr altbacken und auch teilweise ziemlich marode. Eine alte Kiste jedoch, welche im Wohnzimmer stand, behielten sie, da sie sich hervorragend als Dekoration eignete.

Gestern waren meine Eltern abends bei irgendwelchen Freunden… Also konnte ich ungestört die Kiste durchwühlen. Der Schlüssel steckte noch im Schloss. Hauptsächlich fand ich nur staubige alte Unterlagen, zum Beispiel Strafzettel oder Rechnungen. Manche waren noch aus den fünfziger Jahren, also muss unsere Vormieterin ziemlich alt gewesen sein. Daneben lagen noch Kochbücher und altes Silberbesteck, ein paar alte Kassetten, ein Kalender von 1977 und ein verrosteter Schraubenzieher… Ein ziemliches Wirrwarr, doch nichts wirklich interessantes war unter den vielen Sachen in der Kiste. Dachte ich zumindest…

Dann stieß ich auf eine kleine Schatulle. Sie war ebenfalls staubig, doch ließ sich öffnen. In jener fand ich einen alten Brief – das Papier war bereits vergilbt – und einen kleinen Schutzengel aus Bronze sowie einen rostigen Schlüssel. Da der Brief schon alt war und die Tinte teils verwischt, konnte ich den Text an einigen Stellen nicht richtig entschlüsseln:

Vertraue ihm, denn er wird dich beschützen.

Sei eins mit ihm, spüre sein Kraft des [Anmerkung: ab hier war der Text nur noch in Bruchstücken lesbar] ….

…. [Anmerkung: Diese gesamte Zeile war nicht lesbar]

… du die Kraft … rauchen und ihm Sch…

…reuen.

Auch wenn der Brief recht kurz war, fand ich ihn interessant. Sofort nahm ich das Telefon und rief eine gute Freundin von mir – Kate – an: „Du glaubst nicht, was ich gerade gefunden habe!“ Aufgeregt erzählte ich ihr von meinem Fundstück. Wir wollten gemeinsam das Geheimnis dieses Kästchens lüften. Langsam hörte ich jedoch Schritte vor der Wohnung, also legte ich die Schatulle sofort wieder in die Kiste, jedoch nahm ich den Engel an mich und stellte ihn an meine Fensterbank. Ich würde ihn morgen mit in die Schule nehmen und Kate zeigen.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, spürte ich etwas kaltes in meiner linken Hand. Es war der Engel. So langsam bekam ich ein etwas mulmiges Gefühl, doch ich dachte mir schlussendlich nichts dabei und legte ihn aufs Bett. Nachdem ich mich geduscht und umgezogen hatte, spürte ich die Bronzefigur in meiner Hosentasche… Obwohl ich den Engel eigentlich noch aufs Bett gelegt hatte… Es war wirklich seltsam…

Ich verließ unsere Wohnung und wartete auf den Aufzug. Während dieser gerade auf dem Weg zu mir in den 18. Stock war, nahm ich noch mal den bronzenen Engel aus der Hosentasche. Ich schaute ihn nochmal genau an. Daraufhin öffneten sich die Türen des Fahrstuhls. Doch plötzlich rutschte mir der Bronzeengel aus der Hand, plumpste auf den Boden und fiel genau in die Ritze zwischen Aufzug und Boden. Na toll… Da fand ich endlich ein interessantes Geheimnis und dann würde ich es nie wieder sehen… Enttäuschung machte sich bei mir breit.

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Ernüchtert musste ich in der Schule diese Neuigkeit auch Kate sagen, die ebenfalls recht enttäuscht über dieses Ereignis war. Seltsamerweise hatte ich in der Schule die ganze Zeit ein komisches Bauchgefühl… Mir war selbst nicht genau bewusst, weshalb… Doch es kümmerte mich schlussendlich auch nicht weiter. Ich hatte den Engel verloren, und fertig.

Nach der Schule ging ich also nach Hause… ohne zu wissen, was mich erwarten würde. Ich betrat mein Wohnhaus und wollte gerade auf den Knopf vor der Aufzugstür drücken, damit dieser kommen würde, doch auf der Tür stand bloß „Defekt“. Na toll… Jetzt musste ich auch noch bis ins 18. Stockwerk latschen… Oh Mann, ich war heute echt vom Pech verfolgt…

Als ich also nach anstrengenden gefühlten tausend Treppenstufen vor meiner Wohnung angekommen war, konnte ich es nicht erwarten, endlich was feines zu essen! Doch… Die Wohnungstür war bereits offen. Ich schaute hinein. Niemand da. War meine Mutter vielleicht kurz den Müll rausbringen..? Ich setzte mich also aufs Sofa und hoffte, dass sie bald zurückkommen würde. Mir wurde langsam mulmig…

Als nach 30 Minuten immer noch keiner außer mir zu Hause war, stand ich auf und ging in die Küche. Niemand da. Das Schlafzimmer meiner Mutter. Niemand. Das Badezimmer. Niemand. Also öffnete ich die Tür meines Zimmers… Und bekam einen Schock. Der Engel stand dort. Voller Blut, vor ihm ein Zettel, auf welchem mit Blut „Flieh“ in Großbuchstaben geschrieben wurde. Geschockt blickte ich nach links. Dort lag sie, meine Mutter. Blutüberströmt und regungslos…

Mit schnellen Schritten lief ich aus meinem Zimmer, ins Wohnzimmer. Ich wollte die Polizei und den Krankenwagen anrufen, doch die Leitungen waren blockiert. Also rannte ich schließlich aus der Wohnung und klickte ungeduldig auf den Fahrstuhl-Knopf… Ich musste das so schnell wie möglich der Polizei melden. Die Türen öffneten sich. Ich tat einen Schritt nach vorne… und fiel in den Aufzugsschacht.

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