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Es war einer dieser Tage, wo man von Anfang an wusste, dass er furchtbar werden würde. Doch das alles so kommt hätte ich nie gedacht. Ich weiß selber nicht mehr, wie viel Zeit mir bleibt. Sie könnte jeden Moment auftauchen.

Alles fing heute morgen an. Ich wusste, dass es ein scheiß Tag wird. Der Wecker klingelte zu spät, ich verpasste die U-Bahn, kam zu spät zur Arbeit, schüttete mir meinen noch kochenden Kaffee auf mein Hemd. Mit diesem großen Kaffeefleck musste ich auch noch ein Meeting halten. Auf dem Rückweg von der Arbeit musste es natürlich anfangen zu regnen und ich hatte weder eine Jacke noch einen Schirm dabei. Klasse, nicht wahr? Aufgrund eines technischen Defektes fuhren keine U-Bahnen mehr. Stattdessen musste ich den Bus nehmen. Ich bin nur sehr selten mit diesem gefahren, da ich Busfahren allgemein hasste. Immer stank es nach Urin, immer musste irgendein Penner in der Ecke liegen oder gar anfangen zu betteln. Ich verstand nie, warum die Busunternehmen dies durchgehen ließen, doch mir blieb keine andere Wahl. Ich wollte einfach nur noch nach Hause und den ganzen Tag vergessen und schlafen. Doch der Bus kam nicht. Ich stand dort eine gefühlte halbe Stunde. Dann erschienen in der Ferne endlich die Lichter eines Busses. "Super!",dachte ich mir, als die Bustüren aufgingen. „Einen noch abgefuckteren Bus haben sie nicht gefunden, was Lady?“ Die Busfahrerin lächelte mich nur an und sagte „ Hauptsache er fährt, oder Mister...?“  Anscheinend erwartete sie, dass ich ihr meinen Namen sagte. „ Fahren sie bitte einfach los, ja?“ Ich ging einfach an ihr vorbei und suchte mir den am wenigstens nach Urin stinkenden Platz. Als ich saß, bemerkte ich, dass niemand sonst im Bus saß. Doch ich dachte mir nichts dabei und schaute aus dem Fenster. Es war ein typischer Herbsttag. Windig, kalt und dunkel. „Warum zur Hölle hab ich meine Jacke vergessen?“, murmelte ich vor mich hin. „Daran sollte man in dieser Jahreszeit aber denken“, hörte ich die Busfahrerin sagen. „Können sie sich bitte um ihren Job kümmern und einfach fahren?“, sagte ich leicht aggressiv. Das war meine Art. Mich mochten nur wenig Menschen. Wenn ich es so Revue passieren lasse bin ich ein schrecklicher Mensch. Ich hasste alles und Jeden. Ich war aber nicht immer so. Erst als ich Sie damals in meiner Jugend getroffen hatte.

Auf einmal bog der Bus in eine Seitenstraße ab, in eine Gegend, die ich seit meiner Jugend versuchte zu vermeiden. „ Warum fahren sie über das scheiß Armenviertel hier?“, versuchte ich mit einem arroganten Ton zu sagen um meine Angst zu überspielen. Doch sie bemerkte es. „Sie brauchen sich keine Sorgen machen wir halten hier nicht an. Es gab ein Verkehrsstau, darum wurden alle Busse umgeleitet. Sie werden bald zuhause sein keine Sorge“. Ich wunderte mich. Normalerweise gelang es mir immer gut meine Angst zu überspielen. Aber sie konnte es wohl raushören. Es ist wohl nicht mein Tag dachte ich in diesem Moment und versuchte mich zu entspannen. Ich hasste diese Gegend. Hier traf ich sie das erste Mal.

 Sarah hieß sie. Meine erste Liebe? Wenn man davon sprechen könnte. Sie war viel mehr ein Monster. Was anfangs wie eine normale Beziehung aussah entwickelte sich zu einem Psychoterror der seines gleichen suchte. Es bestand alles nur noch aus Eifersucht, nein es ähnelte eher einer Besessenheit. Nachdem wir uns getrennt hatten fand man sie mit aufgeschlitzten Pulsadern bei sich. Doch die Schnitte waren nicht tief genug weshalb sie überlebte. Daraufhin kam sie in eine Anstalt. Komischerweise besuchte ich sie dort mehrere Male. Irgendwie hatte sie etwas. Etwas Faszinierendes. Ich weiß nicht ob es ihre Augen oder ihr Lächeln war. Vielleicht beides. Sie hatte immer Angst mit mir zu reden. Wahrscheinlich hielt sie es einfach nicht aus mich zu sehen. Doch an einem Tag erschein sie nicht im Besucherraum. Der Arzt sagte zu mir, dass man sie tot in ihrem Bett gefunden hatte.

„Sir?“, Ich zuckte zusammen „Ja?“ sagte ich noch halb in Gedanken. „Wir sind raus aus der armen Gegend“ Ich könnte im Spiegel sehen wie sie mich anlächelte. Ohne dass ich es bemerkte musste ich auch lachen. „Danke“, sagte ich leicht fröhlich.  „So Sir da wären wir. Ihre Haltestelle“, Ich war verwundert. „Woher wissen sie wo ich raus muss?“ „Menscheninstinkt“, sagte sie mit einem völlig emotionslosen Gesicht. Als ich gerade aussteigen wollte sagte sie zu mir: „Wie lautet Ihr Name?“ Ich war verwundert. Warum wollte sie das wissen? Aber mir war das in dem Moment egal, ich wollte einfach nur nach Hause. “Kevin“ sagte ich und ging raus. Der Bus hielt tatsächlich direkt vor meiner Haustür. Langsam wurde mir das ganze suspekt. Die eigentliche Haltestelle war doch 500m weiter vorne und warum zur Hölle fährt der Bus nicht weiter. Ich drehte mich um und schaut die Busfahrerin an. Ich erschrak. Sie starrte mich mit einem breiten Grinsen an und diese Augen. Diese Augen hatten denselben durchbohrenden Blick wie von….wie von Sarah! „Schönen Abend noch Kevin“, sagte sie und fuhr los. Ich stand da noch gefühlte 10 Minuten bevor ich mich wieder bewegen konnte.

War es Sarah? Sie ist doch tot. Das war nicht möglich. Ich konnte mich endlich von der Stelle lösen und ging rein. In dieser Nacht machte ich kein Auge zu. Als ich schlaflos durch mein Haus ging bemerkte ich, dass meine Haustür offen war. „Verdammt wie kann so was passieren!“, brüllte ich durch das Haus und schlug dabei die Tür zu. „ Indem dein Vermieter mir seine Schlüssel überlässt, was relativ einfach war nachdem ich ihm die Kehle durch geschlitzt hatte “ hörte ich eine Frauenstimme sagen. Sie kam mir bekannt vor. „Sarah?“, fragte ich fast weinerlich. „Nein Kevin. Mich wundert es, dass du mich nicht kennst“ Ich konnte mich nicht umdrehen. Zu stark war meine Angst. „Wer bist du!?“, schrie ich „Pssssssst Kevin. Dreh dich bitte erst Mal um“ Ich tat was mir gesagt wurde. Als ich sie ansah schlug sie mich mit einem Pistolengriff zu Boden. Als ich dort völlig benommen lag zückte sie ein Messer und kniete sich hin. „Du wirst erst mal nicht mehr weglaufen Kevin“ während sie dies sagte fing sie an meine Achillessehe zu zerschneiden. Ich schrie wie am Spieß und trat ihr ins Gesicht. Sie taumelte kurz zurück und lächelte. „ Du warst immer so süß Kevin was ist nur mit dir passiert“ Ich versuchte wegzukriechen doch sie schlug wieder mit dem Pistolengriff auf mich ein. Ich verlor dadurch fast das Bewusstsein.  Sie kniete sich wieder hin und machte sie daran die andere Sehen zu zerschneiden. Der Schmerz war unerträglich „ Na na Kevin nicht ohnmächtig werden“ sagte sie und lächelte mich mit demselben Blick wie vorhin im Bus an. „ Diese Augen… Diese wunderschönen Augen“  stammelte ich aus meinem Delirium  heraus. „Ja Kevin das Lächeln und die Augen. Das war es doch was du so an meiner Schwester geliebt hast nicht wahr?“ „Schwester? Sarah hat nie etwas von einer Schwester gesagt!“ Nicht?“ fragte sie „Von dir hat sie aber viel erzählt Kevin. Sie hat dich gehasst! Und nur wegen dir ist sie gestorben! Wegen dir musste ich ins Heim! Wegen dir ist mein einziges Familienmitglied gestorben! Mein ein und alles! Du wirst dafür bezahlen! Du wirst leiden! “ Sie wurde immer wütender und trat auf mich ein bis ich das Bewusstsein verlor.

Ich weiß nicht wo ich bin oder warum sie mir einen Rechner, mit einem offenen Textdokument, hier stehen gelassen hat. Ich weiß nur es lohnt sich nicht zu fliehen. Meine Beine würden mich nicht tragen können und dem ganzen Blut nach zu Urteil werde ich eh kurz oder lang sterben.

Das Dokument heißt 'Mein Geständnis'. Doch ich habe nichts zu gestehen. Ich wusste nicht, dass Sarah eine kleine Schwester hatte und selbst wenn ich es gewusst hätte, hätte ich sie trotzdem in der Anstalt umgebracht.

Autor:Gabe 007

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