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Hallo. Mein Name ist Michael Schmidt. Ich lebe schon seit 5 Jahren allein in einer neuen Wohnung in Hamburg. Eigentlich bin ich ein ganz normaler Mensch. Nur bin ich in letzter Zeit ziemlich depressiv. Manchmal gehe ich auch in die Kirche. In meinem Leben habe ich so gut wie nichts verbrochen. Bis zu jener Nacht.

Ich weiß echt nicht, was da in mich gefahren ist. Bin ich verrückt? Oder besessen? Nun,... egal was es war. Ich erzähle ihnen einfach was da abgelaufen ist. Am [Datum unbekannt] um 6:00Uhr saß ich wie jeden Morgen am Frühstückstisch und aß ein Butterbrot bevor ich zur Arbeit ging. Meine Frau und mein Sohn hatten vor 5 Jahren einen schweren Autounfall, auf den ich nicht weiter eingehen möchte. Es wäre zu schmerzhaft, wieder davon zu erzählen. Seitdem lebe ich allein. Ich habe niemanden. Nur ein paar Arbeitskollegen mit denen ich mich gut verstehe.

Übrigens arbeite ich im Büro für eine Krankenversicherung. Als ich mein Butterbrot aufgegessen hatte, zog ich mich an und verließ um 7:30 die Wohnung. Als ich den Gang zum Aufzug entlang ging sah ich, dass mein Nachbar mir zuvor gekommen war. Also wartete ich bis der Aufzug kam und er einstieg. Was sehr ärgerlich war, denn jetzt musste ich noch länger auf den Aufzug warten. Ich hasste diesen Mann. Er war sehr alt. So zwischen 50 und 60. Er hatte langes, graues Haar und er sprach fast nie ein Wort. Außerdem musste er sich auf einen Gehstock stützen, da er offensichtlich Rückenprobleme hatte. Er trug sehr alte und kaputte Kleidung. Doch das schlimmste waren seine Augen. Diese…Augen…! Sie machten mich wahnsinnig. Sie waren grau und eiskalt. Der Blick, den er mir immer zuwarf…war einfach nur widerlich. Ich konnte einfach nicht in diese kalten, leeren Augen sehen. Es fühlte sich so an, als ob alles Gute einfach verschwindet. Und ich bin auch so schon ein ziemlich depressiver Mensch seit ich meine Familie verlor. Ich kann gar nicht genau sagen, warum ich ihn so hasste. Dabei war er ein sehr netter Mensch gewesen.

Immer wenn er konnte, half er den Leuten im Haus. Er begrüßte immer jeden im Vorbeigehen. Die anderen Leute stört sein kalter Blick wohl nicht. Aber mich stört es. Es stört mich sogar gewaltig. Als ich da gerade so hassgetränkt stand bemerkte ich gar nicht, dass der Aufzug schon da war. Ich öffnete die schwere Aufzugtür und fuhr runter in das Erdgeschoss. Ich verließ das Haus und fuhr zur Arbeit. Mit dem Bus. Mein Auto ist ja… nun… sie wissen schon. Es war ein ganz normaler Arbeitstag. Ohne besondere Vorkommnisse.

Um 18:00 Uhr ging ich dann nach Hause. Und raten sie mal wer mir die Tür zum Haus aufgehalten hat. Es war der alte Mann. Als ich durch die Tür gehen wollte, trafen sich unsere Blicke. Dieses Mal war es viel schlimmer als sonst. Noch nie fühlte ich mich so schrecklich. So wütend. So traurig. So… mörderisch. Ich schaute schnell weg und lief die Treppe zu meiner Wohnung hoch. Ich schmiss die Tür hinter mir zu, sodass ein Bild von der Wand flog. Ich versuchte meine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Aber ich schaffte es nicht. Darum ging ich ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher an, um alles zu vergessen.

Aber je stärker ich es unterdrückte, um so mächtiger wurde es. Um 20 Uhr hielt ich es dann einfach nicht mehr aus. Ich musste es tun. Sonst werde ich wahnsinnig. Aber der Gedanke daran, jemanden umzubringen, war nicht einfach. Also sagte ich mir, dass der Typ eh nicht mehr lange zu leben hat. Und wegen seinem Alter sicher viele Probleme hat. Also ging ich in die Küche und nahm mir das größte und schärfste Messer, das ich besaß. Ich wollte, dass es schnell ging. Also schlich ich mich aus meiner Wohnung in den dunklen Gang. Der Mann wohnt nur eine Tür weiter. Als ich vor ihr stand, nahm ich all meinen Mut zusammen und drückte die Klingel. Es dauerte eine Weile bis der Mann mir öffnete. Er ist ja nicht mehr der Jüngste. Als er vor mir stand, mit seinem Blick, schaute ich ihm ganz tief in seine kalten, leeren, silbergrauen Augen. Und ich tat es… Es war nicht schwer. Er wehrte sich noch nicht einmal. Als ich merkte das er tot ist, schnitt ich ihm das Herz raus. Ich verbrannte es, damit dieses „Böse“ mit ihm verbrennt. Als alles vorbei war, nahm ich mir die Leiche des Mannes und vergrub sie im Wald. Ich ging völlig fertig aber auch irgendwie glücklich/erleichtert in meine Wohnung. Sofort legte ich mich ins Bett. Ich träumte von einem widerlichen, alten Herz das auf dem Boden lag aber immer noch schlug.

Um 1 Uhr morgens wurde ich durch ein Klingeln an der Haustür geweckt. „Wer klingelt denn um diese Uhrzeit?“, dachte ich mir. Ich zog mich an und öffnete die Tür. Vor mir standen 2 Polizisten.„ Guten Morgen Herr Schmidt. Entschuldigen sie uns, dass wir sie so früh stören. Aber es ist dringend. Vor einer Stunde wurden wir von ihrem Nachbar angerufen. Er sagte das sein Großvater auf brutalste Art und Weise umgebracht wurde. Haben sie etwas gesehen oder gehört?“ So ein Mist. Der Penner hatte also Familie. Damit hätte ich rechnen müssen. Natürlich log ich die Polizisten an: „Nein Officer. Nichts. Ich habe nur geschlafen. M-möchten sie reinkommen? Ich kann ihnen einen Kaffee bringen.“ „Danke, das wäre nett.“ Die Polizisten kamen herein und setzten sich an meinen Tisch. Ich machte den beiden Kaffee. Wir saßen alle drei an dem Tisch und sprachen kein Wort. Plötzlich hörten wir ein Geräusch. Eine Art Pochen. Es kam von unter den Dielen. Zuerst achteten wir gar nicht drauf, bis es immer lauter wurde. Irgendwann war es so laut das ich mich kurz entschuldigte und eine Brechstange holte um nach zu sehen was da war. Als ich es sah wurde mir schlecht. Es war mein Messer, das immer noch blutgetränkt war. Daneben lag ein widerliches altes Herz das immer noch schlug. Und nun sitze ich hier bei ihnen und werde verhört. Das war die ganze Geschichte. „Mr. Schmidt, ist Ihnen den nie in den Sinn gekommen, einen Therapeuten aufzusuchen?“ Ist ihnen nie in den Sinn gekommen, mir Handschellen anzulegen?...

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