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Ich lag auf dem Bett, hatte mich in meine Decke gekuschelt - warm und beruhigend - und las ein Buch. Das Rascheln der dünnen Seiten hatte eine angenehme Wirkung auf mich. Ich könnte den ganzen Tag so verbringen. Neben mir eine Tasse Holundertee - meine Lieblingssorte.

Ich atmete tief ein, als ich die letzte Seite des Buches umschlug und die Danksagung zum Vorschein kam. Ich hatte das Buch durch. 5 Stunden hatte ich mich durch den dicken Roman gewälzt. Er war ein echt dicker Schinken! Ich schlürfe zufrieden den letzten Schluck meines Holundertees, stand auf und schlurfte zum Bücherregal. Den nächsten Band des Buches wollte ich mir holen, da ich das Ziel hatte, die ganze Staffel noch in dieser Woche durchzulesen. Ich bin die größte Leseratte in der Klasse und stolz drauf!

Als ich gerade den 4. Band aus dem Regal zog, blickte ich in den alten, holzumrahmten Spiegel. Der Anblick ließ mich erstarren und das Blut gefror in meinen Adern.

Ich hoffe, dass es auch in meinen Adern bleibt!

Mein Spiegelbild starrte mich mit rot-schwarzen Augen an. Blut lief aus den Augen, als ob mein Spiegelbild Blut weinen würde. Die Ohren waren blutüberströmt - ich sah genauer hin und bemerkte, dass das eine Ohr abgehackt und das andere total zerfetzt war, und nur an einem Hautfetzen hing. Doch mein Blick blieb am Mund hängen - blutig bis zu den Augen zu einem Grinsen aufgeschnitten und zugenäht mit einem Lederriemen, der mindestens einen Finger dick war. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich trat ein Schritt zurück, zwei Schritte, drei. Um mich zu beruhigen, zählte ich meine Atemzüge. Was mich sonst immer wieder auf null bringt, half dieses Mal überhaupt nicht.

Ich traute mich, wieder in den Spiegel zu sehen. Mein Spiegelbild war wieder normal... was war das? Verwirrt tapste ich nach unten, um mir einen neuen Tee zu holen.

Ganz ruhig - es war bestimmt nur Einbildung. Es war nur Einbildung. Es war nur...

Mir stockte wieder der Atem. Mein Spiegelbild stand im Wohnzimmer. Als Person. Nicht als Spiegelbild. Das Blut in den Augen tropfte auf den Boden. Es bildete sich eine Lache. Meine Füße wollten rennen. Ich wollte rennen, doch es gelang mir nicht. Irgendetwas hielt mich hier fest. Irgendetwas ließ meine Füße in den Boden Wurzeln treiben, und ich konnte nicht rennen. Ich konnte nur wie verrückt kreischen, doch in einer Blockhütte im Wald hört mich niemand. Ich schrie, ich kreischte, in höchsten Tönen, als ob es helfen würde, mich vom Boden loszureißen. Doch für das Spiegelbild, dieses blutige Etwas, war es anscheinend Musik in den Ohren.

Am Mund spürte ich einen Schmerz... mein Mund war auf einmal von einem Lederriemen verschlossen, zugenäht. An den Nahtstellen quillte Blut heraus, ich konnte nicht mehr schreien. Stille, heiße Tränen liefen meine Wangen hinunter. Sie tropfen hinab und vermischen sich in der Blutlache zu einer trüben, hellroten Flüssigkeit.

Es kam auf mich zu. ,,Du fragst dich, wer ich bin, oder?" Mit großen Schritten kam es auf mich zu. "Ich bin du. Dein böses Ich. Deine Rachegedanken... Nie hast du mich herraus gelassen. Nun räche ich mich an dir! "Es zog ein Messer und kam auf mich zu. Es ließ das Messer über meinen Körper gleiten. Feine brennende Schnitte... so dünn wie ein Haar, und doch so, so schmerzvoll. Es erlöste mich mit einem Schnitt durch die Kehle. Ich fiel zu Boden...

Ich bin du. Dein böses Ich. Deine Rachegedanken... nie hast du mich herraus gelassen. Nun räche ich mich an dir!

Renn. Renn und bleib nicht stehen. Spring über alles, und verstecke dich nicht, denn ich werde dich finden. Denn ich bin du. Dein böses Ich. Deine Rachegedanken.... nie hast du mich herausgelassen. Nun räche ich mich an dir!

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