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Hallo liebe Community,

heute möchte ich euch etwas aus meinem Leben erzählen, um die näheren Hintergründe meines immer seltener werdenden Auftauchens zu erklären. Die Erzählung ist daher sehr persönlich. Es ist auch gleichzeitig das erste Mal, dass ich mich so öffne. Eine Sache vorweg: Ich möchte nicht, dass ihr mir Glauben schenkt. Auch soll dieser Beitrag hier keine Warnung an euch sein, wie man sie des Öfteren liest. Ich möchte lediglich, dass ihr versteht, warum ich mich in letzter Zeit vom Schreiben und von der Community so sehr zurückgezogen habe… Ich denke, das Beste ist, wenn ich euch den Beginn meiner Erfahrungen erzähle, und wie das alles mein Leben vollkommen veränderte. Doch muss ich mich beeilen, denn viel Zeit bleibt mir nicht mehr…

Ich leide schon seit einem gewissen Zeitraum an Schlafstörungen. Es ist immer so, dass ich von schlimmen Alpträumen geplagt werde. Alpträume ist das falsche Wort. Vielmehr ist es ein einzelner, der sich immer wieder in seiner wiederholenden Routine zeigt: Ich liege auf dem Boden. Um mich herum ist die Umgebung in einem wachen, einfachen Licht erleuchtet. Verzweifelt versuche ich mich zu bewegen, versuche nach Hilfe zu schreien, doch kein einziger Laut findet seinen Weg aus meiner Kehle. Meine Hände und Füße sind mit messerscharfen Drähten gewickelt. Mit jeder Bewegung, die ich tue, schneiden sie sich immer tiefer in mein Fleisch. Jegliches von Schmerz gepeinigte Zappeln lässt nur noch mehr Blut aus meinen offenen Wunden fließen. Einzig und allein mein Herz sowie meine Augen scheinen bewegungsfähig zu sein. Panisch durchsuchen meine Augen die Umgebung. Huschen aufgeregt hin und her, als würden sie etwas suchen, dennoch sehe ich nichts bis auf eine einzelne, flackernde Lampe, deren Glühbirne nackt von einem Dach baumelt.

Nach einiger Zeit kann ich einen Schatten ausmachen. Einen schwarzen, gebückten Schatten, der immer näherkommt. Dann gibt es einen kurzen Cut und im nächsten Moment steht sie vor mir: Eine ganz in Schwarz gehüllte Gestalt, die ihre mit schwarzer Flüssigkeit unterlaufenen Augen und ihre fahle, zerrissene Haut präsentiert. Ihr fauler Atem ist zu riechen, als sie sich zu mir hinneigt und ihren Mund öffnet. Mit zwei ihrer Hände, die vielmehr langen, scharfen Krallen gleichen, reißt sie meinen mit einem Ruck auf, das warme Blut, dessen Weg nach außen findet, ignorierend. Ein wimmernder Laut entweicht meiner Kehle, immer noch nicht in der Lage, aus vollem Halse loszuschreien. Doch der Schmerz brennt sich durch meinen gesamten Körper. Zeichnet meine kalte Haut mit meinem roten Lebenssaft. Meine Lippen treffen sich mit denen des Wesens und kurz darauf spuckt sie etwas in meinen Mund hinein. Das Wimmern verstummt kläglich, da es von etwas Glitschigem, das in meinen aufgerissenen Mund hineinkriecht, unterbrochen wird. Es schmeckt nach Tod und Eiter. Widerwillig sehe ich mich gezwungen, das dicke, zappelnde Ding hinunterzuschlucken, da ich sonst daran ersticken könnte. Das Letzte, was ich spüre, ist, wie es von meiner Speiseröhre aus in meinen Magen hineinkrabbelt. Etwas Scharfes bohrt sich Stück für Stück in meine Magenwand hinein, sodass ich endlich einen Schrei entlocken kann…

Danach wache ich immer mit einem lauten Schrei auf. Kalter Schweiß trieft unermüdlich meine Stirn herab, während ich schwer keuchend den Lichtschalter anknipse und meine Umgebung mit aufgeregtem Herzen mustere. Nichts ist zu sehen. Einzig und allein mein Freund murrt entnervt mit den Worten: „Mach das verdammte Licht aus, Rose!“ Mit einer geflüsterten Entschuldigung tue ich, wie mir geheißen, und lege mich wieder zurück ins Bett. Wie so oft habe ich zu diesem Zeitpunkt bei ihm übernachtet, als die Träume anfingen. Er war nicht immer so gereizt, nur dann, wenn meine schrillen Schreie ihn in der Nacht weckten oder mein Zappeln im Traum als Schläge in der Realität resultierten und ihn trafen. Mein Herz hat sich zwar etwas beruhigt, doch lässt mich jener Traum nicht in den wohlverdienten Schlaf zurückfallen – so wie jede Nacht. Bis zum Morgengrauen bleibe ich wach und denke nach. Ich denke meist über unsere Zukunft nach. Über die Zukunft von mir und Ethan. Ich habe immerzu die Angst, dass er mich eines Tages wegen meiner „Krankheit“ verlässt. Schließlich bin ich nicht die Einzige, deren ständige Alpträume an den Nerven zerrten.

Diese Tortur zog sich wochen-, wenn nicht gar monatelang so hin. Immer dieselben Ereignisse Nacht für Nacht. Bis ich eines Tages von meiner Arbeit nach Hause kam und beim Betreten des Schlafzimmers einzig und allein einen gefalteten Brief fand. Es war ein Abschiedsbrief von Ethan. Seine Handschrift war sehr krakelig, so dass es mir schwer fiel, diese einigermaßen zu entziffern:

Rose,

Ich kann das nicht mehr. Das mit uns. Es geht schon seit einem halben Jahr so. Es ist immerzu dieselbe Scheiße, die du mit deinen ständigen Alpträumen durchziehst. Außerdem nervt es mich zu Tode, wie du immer und immer wieder von diesen erzählst. Hast du dir nur ansatzweise darüber Gedanken gemacht, wie ich mich dabei fühle? Oder was ich dabei fühle? Ich glaube dir ja, und du weißt, dass ich immer für dich da bin, doch musst du wissen, dass ich auch nur ein Mensch bin und meine Ruhe brauche. Wann begreifst du endlich, dass du dir einen Psychiater zur Hilfe holen sollst?!

Ich wünsche dir noch ein schönes Leben. Unsere Wege werden sich hoffentlich nie wieder kreuzen. Langsam treibt mich das alles in den Wahnsinn…

Ethan

Die wenigen Zeilen, die er niedergeschrieben hatte, lassen mich bis heute nicht mehr los. Jeder Satz, jedes Wort, das er gewählt hatte, hatte mich damals mit so einer unbeschreiblichen Wucht getroffen. Dieser Brief war auch ein weiterer Grund, warum ich mich immer weiter zurückzog, Ich bekam starke Depressionen, weinte mich in den Schlaf und bekam keine Lust, etwas zu tun. So kalt und erbarmungslos, wie er war, kannte ich ihn nicht. Bis zu dem Zeitpunkt, wo diese widerlichen Alpträume auftauchten, war er immer lieb zu mir gewesen. Mit seiner Zuneigung und seinem Vertrauen zu mir hatte er mir gezeigt, dass er für immer bei mir bleiben wollte. Dass er mich nie verlassen wollte, doch wusste ich nicht, wie falsch ich damals lag und er mir mit diesem Brief sein wahres Gesicht gezeigt hatte. Selbst heute bewahre ich den Brief auf. Ich weiß, ihr fragt euch sicher, warum ich diesen Brief nicht einfach weggeworfen und Ethan vergessen habe, aber das kann ich nicht. Unsere Beziehung ging schon über 2 Jahre, und immer noch liebte eine Seite meines Herzens ihn zu sehr, als die andere ihn bis auf den Tod hasste.

Die Zeit verging und mit ihr meine Hoffnung, mein Exfreund würde zurückkommen. Immer öfter bekam ich eine SMS von ihm. Aber es war keine SMS mit dem Inhalt, dass er sich für das plötzliche Verlassen entschuldigte, so wie ich anfangs gehofft hatte, nein. Die Nachricht, die ich von ihm bekam, zeigte ihn mit einem anderen Mädchen, das er liebevoll anlächelte, während er über ihren kugelrunden Bauch strich. Das war schon das gefühlt 30. Bild, dass er mir neben den ganzen anderen Liebesfotos von seiner Neuen zuschickte. Zu meiner Hoffnung des Zusammenkommens machte sich nun Hass und Verachtung gegenüber seiner neuen Freundin breit. Allen voran, weil sie bald eine glückliche Familie haben würden. Die beiden zerstören unsere Zukunftspläne!

Damit nicht genug, nehmen auch meine Alpträume immer mehr Gestalt an. Dieses Ding, das in meinem Bauch wütet, scheint immer größer und bedrohlicher zu werden. In meinen Träumen kann ich immerzu sehen, wie es immer weiter heranwächst, jedoch bin ich nicht in der Lage zu sagen, zu was oder warum es in mir wächst. Selbst bei Tag realisiere ich durch unermessliche Schmerzen, wie geschwollen mein Bauch ist. Als würde sich darin ein Tumor befinden, der nicht aufhört zu wachsen… Seine scharfen Stacheln bohren sich immer tiefer in meine Organe rein, lassen mich immer weiter Blut spucken, lassen meinen Körper immer weiter leiden. Inzwischen bin ich vollkommen abgemagert. Vermag nicht einmal richtig zu stehen oder zu gehen.

Aufgrund dieses mehrmaligen Vorfalls musste ich mich die letzten Tage über immer krankschreiben. Das ist auch zum einen der Grund, warum ihr mich immer seltener im Chat findet, liebe Community. Und… vielleicht ist dieser Blogbeitrag auch das letzte, was ihr von mir lesen werdet. Die Schmerzen werden immer schlimmer. So wie meine psychische Verfassung. Ihr könntet natürlich der Meinung sein, dass ich mir das alles nur einbilde, doch ich spüre sie wirklich. Meine anfänglichen Träume werden nun Realität. Ich weiß, dass da etwas in mir ist, dass jeden Moment herausbrechen könnte und wenn es das tut, so kann und will ich nicht mich für den Tod von weiteren Personen auf diesem Leben verantworten. Ich muss es beenden. So schnell wie möglich. Das Messer neben mir ist die einzige Möglichkeit dieses… Ding endgültig aus der Welt zu schaffen.

Doch bevor ich gehe, möchte ich einigen aus der Creepypasta-Community meinen tiefsten Dank aussprechen: Ich danke Lord Maverik, Gobuka, Cifer2089, SloPeple, TalesFromTheCrypt, Marconiac, Circusmonster666, TurioFears und Bagbagugan. Ihr alle habt mir bis hierhin Mut gemacht, und ich freue mich sehr, dass ich einige von euch auch motivieren konnte, mit eurem Vorhaben weiterzumachen. Außerdem bin ich euch allen vielmals dankbar für eure Tipps und die Motivation, die ihr auch mir gegeben habt.

Nicht zuletzt gilt mein Dank auch meinen lieben Leserinnen und Lesern, die meine Werke mit guten Kommentaren befürwortet haben und mir immer Mut machten, weiterzumachen, auch wenn ich einen holprigen Start in der Welt des Horrors hatte.

Ich danke euch auch für die Aufmerksamkeit, die ihr bis hierhin gehabt hattet, und wünsche euch allen noch ein erfolgreiches und schönes Leben. Ich hoffe sehr für euch, dass euch nie dasselbe Erlebnis widerfahren wird wie mir. Und vergesst bitte eines nie: Wenn eine Rose abstirbt, wächst irgendwo eine andere.  


Geschrieben von: BlackRose16 (Diskussion) 11:48, 5. Mai 2017 (UTC)

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