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Meine Göttin.

Erhaben thronst du vor mir. Dein Blick ist in einem mir nicht bekannten Ausdruck verhangen, welcher deine Erhabenheit und deine Überlegenheit gegenüber uns Menschen wiederspiegelt. Du bist mir schnell aufgefallen, und noch viel schneller habe ich gelernt dich so zu verehren wie du es mir lehrtest. Meine Göttin.

Ich hätte damals für ein Wort von dir sterben können. Allein ein Blick aus deinen Augen ließ mich alles Glück der Welt fühlen und alles Leid vergessen. Und dann, als ich zum ersten mal Worte, so hell wie Glocken, von deinen Lippen springen hörte, erahnte ich deine wahre Gestalt bereits.

Deine herrschende Art, deine Eigenschaft dir jeden unterwürfig zu machen. Deine Gnade vor Maden wie mir, deine Erhabenheit gegenüber Schwächeren. Du warst ein Gott unter Menschen. Ein Gott im Menschenkörper. Und für Götter ist kein Platz auf dieser Welt.

Ich knie nun vor dir. Dir in deiner Pracht. Gekleidet in meine Opfergaben. Eine Kette aus den Zähnen die ich deinem Exfreund, welcher dich grundlos verließ, herausgeschlagen habe als er nur noch wimmernd am Boden lag, gefädelt auf das goldene Haar deiner Schwester, über welche du dich viel zu oft beschwert hast. Ihr verrottendes Fleisch polstert nun den Stuhl auf dem du sitzt. Ein Mantel aus der Haut deines Vaters, welcher die viel zu oft für Nichtigkeiten bestrafte, umhüllt dich nun. Die Fingerknochen dieses erbärmlichen Mannes bilden nun eine Krone auf deinem herrlichen Haupt, welches von rostroten Strähnen geziert wird. Wie Bänder sind Fetzen von Organen in diese geflochten.

Eine einzelne Träne rinnt über dein wunderschönes, von Blut besprenkeltes Gesicht, während du an den Sticken zerrst, welche dich auf deinem Thron halten. Es tut mir weh meine Göttin so zu sehen...

Ich streiche mit dem Daumen über deine makellose Haut und wische einen salzigen Topfen sanft weg, während du zusammenzuckst. Ruckartig ziehe ich die Hand zurück. Ich würde nie etwas tun was dir nicht gefällt. Und falls ich trotzdem einen solchen Fehler begehe, müsste ich mich bestrafen.

Zitternd wende ich mich von dir ab, kann es kaum ertragen dich nicht anzusehen. Von dem Tisch welcher an der Wand steht blinkt mich ein großes Fleischermesser an. Mit der rechten Hand greife ich nach diesem, während ich die linke auf die schwarze Tischplatte stütze. Mit einem Ruck lasse ich das Messer auf meinen Zeigefinger heruntersausen. Ein Schrei entfährt mir und ich starre auf meinen Finger hinunter welcher aufgrund meine Schwäche nicht komplett abgetrennt wurde.

Wütend auf mich selbst lasse ich meine Hand auf die stupfe Seite der Messerklinge wandern und drücke sie tiefe in das bereits halb abgetrennte Fingerglied. Schon nach kurzer Zeit ist das bersten von Knochen zu hören. Während ich mir auf die Lippe beiße, um dich mit meiner Schwäche nicht erneut zu verärgern, hebe ich das abgetrennte Fingerglied hoch und drehe mich zu dir, meiner Göttin, um.

Du starrst mich mit aufgerissenen, jedoch wundervollen Augen an. Du hättest wohl nicht erwartet, dass ich in der Lage wäre ein Opfer dieser Art zu bringen. Langsam knie ich mich vor dich hin und hebe dir das abgetrennte Körperteil entgegen. "Für euch... Meisterin" flüstere ich mit demütiger Stimme und senke meinen Blick, während ich beginne den Finger geschickt als Schmuck in dein herrliches Haar einzuflechten.

"Warum...?!" hallt deine göttliche Stimme durch den kargen Raum, während ich mich abwende. Ich zucke zusammen und verkrampfe innerlich. Ich habe Zeit verschwendet. Zu viel Zeit. "Es tut mir Leid..." wimmere ich unterwürfig, wobei eine Träne von salzigem Wasser mein Gesicht entlang rinnt und sich mit dem Blut, welches von meinen aufgebissenen Lippen tropft, vermischt.

Langsam greife ich nach einem Gegenstand, welcher an der Wand lehnt und gehe auf dich zu. Du schreist. Vor Freude, ja das höre ich. Du bist zu lange in diesem menschlichen Körper gefangen gewesen... "...das werde ich nun ändern!" verkünde ich mit fester Stimme und schwinge das geschärfte Beil.

Dein grotesker Thron kippt und schlägt auf dem Boden auf, während dein abgetrenntes Haupt von deinem menschlichem Gefängnis hinfort rollt. Langsam trete ich näher und hebe ihn mit den Fingerspitzen sacht an, ehe ich ihn auf den Schwarzen Tisch an der Wand stelle. Ich lächle während ich mein Werk betrachte.

Es war nicht leicht all die Knochen zusammenzutreiben und zu einem Tisch zusammenzubauen, welcher mir vorerst als Altar dienen soll. Ich falle auf die Knie und spreche mein Gebet, an Dich, meine Göttin. Regungslos verharre ich eine Weile, ehe ich aufstehe und den Raum verlasse.

Ich werde dir eine neu Opfergabe bringen müssen. Vielleicht einen Kelch aus Knochen, gefüllt mit Blut? Ja das klingt wundervoll. Du wirst dich sicher darüber freuen. Einen Moment denke ich nach, ehe ich lächle. Deine Mutter, wird mir sicher mit Freuden helfen.


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Geschrieben von WhiteMidnight

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