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Hallo mein Name ist Chris, ich bin jetzt in der dreizehnten Klasse und ich schreibe hin und wieder Geschichten. Ideen bekomme ich meistens beim Musik hören oder Zocken. Jedoch ist meine größte Inspiration ein Mädchen in meiner Klasse. Ihr Name ist Elisabeth, in meinen Augen eines der attraktivsten Mädchen in meiner Klasse. Allerdings schien sie mich in den ganzen Jahren nie wirklich bemerkt zu haben, aber das war okay. Sie hat lange gelockte Haare, die ihre braunen Augen betonten.

Einen Makel gab es an ihr dann aber doch. Nichts Wichtiges, nur ein kleines optisches Detail, sie hatte sehr dunkle Augenringe. Sie schien seit längerem nicht mehr gut geschlafen zu haben. Auch ihre Freunde redeten nicht mehr so oft mit ihr.

Als sie in der Mittagspause allein an einem Tisch saß, beschloss ich meinen ganzen Mut zusammen zu nehmen und sie anzusprechen. Unser Gespräch war am Anfang etwas verkrampft, aber nach und nach wurde sie lockerer. Wir stellten sogar fest, dass wir in der selben Straße wohnten. Nur das ich das schon wusste, da sie oft vor mir her lief, mich aber nie zu bemerken schien. Natürlich sagte ich ihr das nicht, ich wollte nicht das sie glaubte ich wäre ein Stalker.

Wir verstanden uns sehr gut, sie schien mich zu mögen. Vielleicht war sie aber auch nur froh das sich wieder jemand mit ihr unterhielt. Am Ende der Pause fragte sie mich ob ich ihr nicht öfters in den Pausen Gesellschaft leisten wollte. Wir begannen später regelmäßig in Pausen und Freistunden zusammen die Zeit zu verbringen.

Unsere Freundschaft wuchs rasch und bald lud sie mich zu sich nach Hause ein. Es war ein sehr schön eingerichtetes helles Haus, dessen Wände in warmen Farben gestrichen wurden. Auch Elisabeths Eltern waren sehr freundlich und schienen sich zu freuen, dass sie wieder einen Schulfreund mitbrachte. Dennoch konnte ich in ihren Augen eine Spur von Besorgnis entdecken.

Wir gingen in ihr Zimmer. Gegenüber der Tür stand das Bett mit der Fußseite in Richtung Tür. In der Zimmerecke vor dem Bett stand ein alter Röhrenfernseher, ich musste schmunzeln, denn ich besaß selbst noch so einen. Wenn man eigentlich nicht fern sieht braucht man auch nichts Modernes. Neben dem Fernseher war ein großes Fenster, durch das man auf die Straße sehen konnte.

Sie meinte ich sollte mich auf das Bett setzen. Während sie den Fernseher einschaltete, fragte ich sie ob alles in Ordnung sei, denn mir ließ die Besorgnis in den Augen ihrer Eltern keine Ruhe. Sie stockte und auf ihrem Gesicht zeigte sich eine Mischung aus Angst und Schrecken. Aus Furcht ein Tabuthema angesprochen zu haben setzte ich mich und richtete meinen Blick, ein wenig beschämt mit der Tür ins Haus gefallen zu sein, auf das Bett. Ich flüsterte noch: „'tschuldigung.“

Zwei Sekunden später zuckte sie kurz zusammen, als wäre sie völlig in Gedanken gewesen. Sie setzte sich stumm mit zu mir aufs Bett und eine gefühlte Ewigkeit danach sprudelte es nur so aus ihr heraus.

Elisabeth erzählte mir alles, was in den letzten Monaten passiert war. Ich konnte ihr deutlich ansehen, dass es ihr gut tat sich jemanden anzuvertrauen. Sie erzählte mir das sie nachts beobachtet wurde, sie an Backsteinen befestigte Nachrichten bekam, in denen Morddrohungen und eine Menge obszöne Belästigungen standen. Außerdem wurden ihr tote Tiere, wie Mäuse und Vögel, vor die Zimmertür gelegt.

Doch immer wenn sie ihren Eltern diese Dinge zeigen wollte, waren sie verschwunden. Den Tränen nahe schluchzte sie, dass sie glaubte sie würde verrückt werden. Von der Situation etwas überfordert nahm ich sie unbeholfen in die Arme und begann sie zu beruhigen. Als sie sich ein wenig gefangen hatte versicherte ich Elisabeth, dass ich ihr glaubte. Sie blickte mir eine Weile in die Augen um festzustellen ob ich nicht lügen würde und mir vielleicht einen grausamen Scherz erlaubte. Die Erleichterung jemanden gefunden zu haben, der ihr glaubte, stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Den Rest des Tages saßen wir auf ihrem Bett und schauten Sitcoms im Fernsehen, während sie sich in meine Arme schmiegte. Je später es wurde umso ängstlicher wurde sie. Um ihr die Angst vor der nächsten Nacht zu nehmen machte ich ihr einen Vorschlag: sobald wieder etwas passierte sollte sie mich anrufen und ich würde sofort zu ihr kommen. Entgegen meiner Erwartung schien es ihr zu helfen. Als ich fünf Minuten später bei mir ankam, stellte ich sicher das mein Handy nicht wie sonst immer auf lautlos stand.

Als ich am nächsten Morgen aus der Tür ging begrüßte mich bereits Elisabeth. Bevor ich sie begrüßen konnte drückte sie mir einen Kuss auf die Lippen. In meinen Augen musste sie ein riesiges Fragezeichen gesehen haben, denn sie lächelte und flüsterte mir ins Ohr: „Dafür das du mir glaubst.“ Da ich immer noch völlig überrumpelt war nahm sie schließlich meine Hand und wir gingen in die Schule.

Dann ging alles sehr schnell, die Woche darauf waren wir offiziell ein Paar und nichts außergewöhnliches passierte bis dahin. Elisabeths Eltern schienen zu denken das ihr unsere Beziehung gut tat und so hatten sie auch nichts dagegen. Mitten in der Nacht wachte ich auf, warum wusste ich nicht, weshalb ich beschloss in die Küche zu gehen und eine Flasche Wasser zu holen.

Als ich wieder in ihr Zimmer ging war sie auch wach. Ich bot ihr auch etwas zu trinken an, aber sie starrte nur in Richtung ihres Fensters und sagte mit zitternder Stimme: „Er ist hier... Er ist hier in meinem Zimmer!“ Sofort rannte ich zu ihr und schaute in die selbe Richtung. Doch ich sah nichts. Ich vermutete das sie einen Alptraum hatte und immer noch die Gestalt daraus vor ihrem inneren Auge sah. Daher setzte ich mich mit zu ihr auf das Bett und beruhigte sie wieder. Doch sie wollte sich nicht beruhigen, daher brachte ich sie in die Küche.

Dort angekommen rief ich, auf Elisabeths drängen hin, die Polizei an. Als die Beamten einige Minuten später da waren wurden wir getrennt von einem Kommissar befragt. Erst Elisabeth, dann ich. Er befragte mich ob ich etwas über den Stalker wusste und ich sagte ihnen das ich davon wusste, aber in der Woche in der wir zusammen waren nichts vorgefallen war. Sie weckten ihre Eltern und schickten ein paar Leute in ihr Zimmer um nach Spuren zu suchen. Nachdem der Beamte auch ihre Eltern befragt hatte empfahl er einen Psychologen aufzusuchen.

Wenige Wochen später hatte sie sie einen Termin bei einem Psychiater gehabt. Er diagnostizierte paranoide Schizophrenie. Es war ein Schock für uns alle gewesen. Ich beschloss sie weiterhin normal zu behandeln, aber trotzdem ein Auge auf sie zu haben. Ich erklärte die Situation meinen Eltern und sie verstanden das es das Beste war wenn ich bei Elisabeth wohnen würde. Unsere Eltern sprachen sich ebenfalls noch ab, für den Fall das etwas passierte. Ich zog somit Zuhause aus und einige Häuser weiter bei meiner Freundin ein.

Anfangs war alles gut. Es schien ihr zu helfen das ich nun mit bei ihr wohnte. Eines Nachts änderte sich das allerdings wieder. Sie begann immer öfters im Schlaf zu schreien, wachte schweißgebadet aus ihren Alpträumen auf. Sie verhängte das Fenster mit Decken und brachte ein Kettenschloss an ihrer Tür an. Dennoch begann sie wieder diesen ominösen, in schwarz gekleideten Mann zu sehen. Erst immer nur nachts, dann auch am Tag.

Als sie eines Morgens durch die Zimmertür ging schrie sie auf und meinte dort läge ein toter Vogel. Ich sah nichts. Zwei Tage später fand sie im Garten hinter dem Haus eine dieser Nachrichten an einem Backstein gebunden der über den Zaun geworfen worden war. Sie kam umgehend zu mir, doch alles was ich sah war ein etwas größerer Zierstein aus dem Blumenbeet und ein Eichenblatt. Ich zögerte mit meiner Antwort, die Wahrheit konnte ich ihr nicht sagen aus Angst ihre Krankheit könnte dadurch noch schlimmer werden. Mein Zögern ließ in ihren Augen die Verzweiflung noch deutlicher hervortreten. Sie ließ die Sachen fallen und rannte schon fast in das Haus zurück, ab diesen Tag ging sie nicht mehr in den Garten. Ich hob den Stein und das Blatt auf und packte sie weg, damit sie nicht gefunden werden konnten.

Ich berichtete den Vorfall ihren Eltern und sie sagten sie würden es bei dem nächsten Termin dem Psychiater sagen. Die Folge drauf war eine höhere Dosierung ihrer Medikamente. Das schien alles nur noch schlimmer zu machen. Eines Tages hörte sie auf nach draußen zu gehen, auch nicht für die Schule. Daher brach sie ihr Abitur einfach ab obwohl das Schuljahr nur noch knapp drei Monate ging. Nach einer Weile betrat sie das Wohnzimmer nicht mehr, auch die Küche begann sie zu meiden.

Über die ganze Zeit half es mir zu schreiben. Es brachte mich dazu mich von der ganzen Situation zu distanzieren. Diesmal war es eine lange Geschichte, über viele Kapitel lang. Ich schrieb schon lang an ihr. Als ich am Schreibtisch saß und schrieb kam Elisabeths Mutter herein. Völlig aufgelöst erzählte sie mir das Elisabeth sich im Bad eingeschlossen hatte und plötzlich anfing zu schreien. Ich ging zur Badezimmertür und trat sie einfach ein, es gab sonst keine Möglichkeit in das Bad zu kommen. Elisabeth war ganz sicher nicht in der Lage die Tür zu öffnen. Damit hatte ich auch recht, sie saß in der Dusche, weinend und halb nackt weil sie baden wollte. „Am Fenster...“ Mehr brauchte sie nicht zu sagen. Also ging ich direkt zum Fenster, auch hinter die Gardinen schauend. Natürlich war da nichts, aber ich wollte das sie sich sicher fühlte. Auch wenn das bedeutete das ich trotzdem immer würde nachsehen müssen ob da jemand war.

Ihr Zustand blieb so und einen Monat später bekam ich die Bestätigung das ich an der Universität angenommen wurde. Beim Abendessen erzählte ich das ich angenommen wurde. Sie freuten sich natürlich alle für mich, auch wenn das Risiko bestand das sich Elisabeths Verfassung dann verschlechtern könnte. Bisher schien alles was sie am völligen Durchdrehen abhielt unsere Beziehung zu sein. Alle versicherten mir das sie es trotzdem hinkriegen würden.

Schließlich war es soweit und ich zog in ein Studentenwohnheim. In der ersten Woche gab es vieles zu klären, sich einzurichten und an der Uni die Orientierung zu behalten. Bei dem ganzen Stress hatte ich keine Zeit mit Elisabeth zu telefonieren, manchmal vergaß ich es auch einfach obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte.

Nach einer Vorlesung an dem Montag darauf hatte ich mehrere verpasste Anrufe auf meinem Handy. Ich stutzte als ich die Nummer erkannte, es war die Handynummer von Elisabeths Mutter. Aus Angst das etwas passiert sein könnte rief ich sofort zurück. Am anderen Ende der Leitung hörte ich die verweinte Stimme ihrer Mutter. Sie war den Tränen nahe als sie mir erklärte das Elisabeth sich in der Nacht in ihrem Zimmer umgebracht hatte.

Zwei Wochen später, an einem Freitag, war die Beerdigung. Ich schlief dafür in unserem alten gemeinsamen Schlafzimmer. Samstag stand ich früh auf und schrieb meine Geschichte nun zu Ende. Dann schlich ich mich ins Bad und schloss ab. Ich ging direkt zum Fenster, schob die Gardinen zurück und begann mit einem kleinen Spachtel zwei Fließen zu lösen. Nachdem die zweite Fließe entfernt war fiel mir der kleine Projektor fast auf den Boden. Ich konnte ihn gerade so noch halten. Sorgsam verpackte ich ihn und verstaute ihn in meiner Tasche. Anschließend ging ich zurück in Elisabeths Zimmer, verbarrikadierte die Tür und schraubte das Gehäuse des alten Röhrenfernsehers auf. Den darin versteckten Projektor verstaute ich ebenfalls in meiner Tasche. Am Nachmittag verabschiedete ich mich. Im Studentenwohnheim angekommen bespielte ich die Projektoren mit neuen Bildern und prüfte ob noch alles funktionierte. Nun sah man nicht mehr einen schwarz gekleideten Mann, sondern verschiedene, mit Blut, geschriebene Wörter und Texte.


Ich musste grinsen. Elisabeth war meine bisher größte Inspiration. Nun brauchte ich eine neue Ideenquelle. Am nächsten Morgen fiel mir in einer Vorlesung ein Mädchen auf. Sie war wunderschön, blond mit blauen Augen und beliebt war sie auch. Ihr Name ist Mai und ich glaube sie wird mich zu meiner besten und größten Geschichte inspirieren.

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By Rheago

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