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In meinem ganzen Leben war ich nie so bereit für diesen Moment wie jetzt. Es geht hier nicht allein um meine Vorstellungen, es geht um die Wünsche meiner Familie, meiner Verwandten, meines Klans. Rein um das existenzielle Überleben und vor allem weiter leben, sodass meine, Nein, unsere Blutlinie die nächsten Jahrzehnte besteht! Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie lange es diese Tradition gibt, immer mal wieder bestreitet Einer meiner Bekannten diesen Weg und kommt nie wieder. Es ist tragisch, aber so ist das Schicksal, in das wir hineingeboren sind.

Mein Blick legt sich auf sie, sie die meine Kinder empfangen wird und damit mein Schicksal besiegelt. Wie viele vor mir wohl an meiner Stelle waren? Ich sehe sie an, doch sie ignoriert mich. Interesse zeigt sie nur an anderen Dingen, aber nie an Denen, die sich ihr nähern wollen, nie an den einsamen Herzen, die ihr schönes Wesen für sich erobern möchten. Nicht eines Blickes würdigt sie mich, ob sie weiß, dass ich ihr auflauere? Natürlich weiß sie es, sie weiß alles. Nur leicht zuckt ihr Kopf zur Seite als ich einen weiteren Schritt auf sie zukomme. Ich sehne mich lange nach dieser Gelegenheit, sie weiß vielleicht Alles, aber ihr ist nicht bewusst, was für eine unheimliche Anziehung sie auf mich hat, mit ihren langen, schlanken Beinen, ihren großen Augen.  

Vollkommen in ihren Bann gezogen nähere ich mich ihr, mit einem weiteren Schritt. Diese Gelegenheit, die sich mir bietet, soll ich sie ergreifen? Es trennt uns nicht mehr viel, lediglich drei, oder vier Schritte. Schnell, ich sollte sie schnell überwinden, diese geringe Entfernung und sie mir einfach nehmen, ohne zu zögern, ohne in Furcht hier zu verharren. Langsam, aber bedächtig dreht sie sich um, majestätischer als man es ihr anmuten könnte.

Unsere Blicke treffen sich. Bedrohlich nähert sie sich mir, langsam, mit Vorsicht, wie ich es zuvor bei ihr getan habe. Sie ist willensstärker, sie besitzt mehr Kraft als ich. Mein Schicksal bleibt unerfüllt, ich bin nichts weiter als ein nutzloser Parasit, der mitgefüttert wurde. Überlegen, sie weiß, dass sie mir überlegen ist. Die Panik ergreift mich, ich wollte mich zurückziehen, doch ihre Klauen haben mich bereits erwischt. Ihre sichelartigen Arme halten mich fest, es ist egal was ich tue, es ist vorbei. Sie bewegt ihr Gesicht näher zu meinem, während mein Panzer nachgibt und bricht. Schmerz durchzieht mich, mein Auge. Genüsslich labt sie sich an mir, während ich ihrem Bann erliege. Es ist meine Tradition, die meines Vater und meines Großvaters. Alle teilen mein Schicksal, sich ihr hinzugeben, allein für das Überleben der Mantis.



Gottesanbeterin G. resniczek cc-by-sa 3.0 01

by Silasstoryreading

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