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In mehreren Milliarden Jahren wird die Sonne implodieren und alles in unserem Universum zurück in das totale Nichts ziehen, aus eben jenes Universum entstand. Der Menschheit kann das egal sein. Sie wird sich in den nächsten Millionen Jahren, eher früher, selbst vernichtet haben. Egal ob durch Kriege, durch unsere Macht und Geldgier ausgelöste Katastrophen oder das Zusammenkommen von idiotischen und kaum wahrscheinlichen Zufällen. Ja, die Menschheit wird enden, so wie alles andere auch. Sollten Menschen davor Angst haben? Ich habe mir diese Frage nie ernsthaft gestellt, doch es gibt Menschen, die in der dauerhaften Angst leben, dass alles schon so bald enden wird. Das ist dumm, wir haben andere Sorgen und wir könnten auch so viel verhindern, wenn wir diese Sorgen ausleben und aus der Welt schaffen würden, aber das bringt kein Geld. Für mich ist es zu spät, ich sollte nicht über solche Dinge nachdenken, wobei ich ja nicht einmal weiß, wie es der Menschheit im Moment geht. Dort über mir könnte Krieg herrschen, es könnte aber auch ein normaler regnerischer Herbsttag sein.

Vielleicht weht ein schwacher Wind über den Friedhof, den ja, genau dort bin ich. Ich liege hier, ich bin hier, denn ich bin tot. Ich weiß nicht mehr genau wann ich starb. Die Zeit vergeht ohne dass man es bemerkt, wenn man nichts mehr spürt, jeden Tag und jede Nacht nur die ewige Dunkelheit unserer Erde sieht, ohne die Chance zu haben sich in einen Traum zu flüchten. Eine der vielen anderen Fragen, die sich Menschen stellen, die ihre eigenen und realen Probleme nicht wahrhaben wollen. Was passiert nach dem Tod? Eine dumme Frage, denn würde es etwas ändern? Bin ich im Himmel, oder in der Hölle? Ich liege hier, ich habe alles mitbekommen. Ich habe mitbekommen, wie sie mich aus meiner Wohnung getragen haben. Ich habe die echten Tränen meiner Tochter und die falschen Tränen meines Sohnes, der mich nie wirklich lieben konnte gesehen. Ich habe gesehen, wie sie meine weltliche Hülle verbrannten und mich dann in dieses dunkle Gefäß steckten. Ich weiß nicht warum ich immer noch alles sehe, immer noch höre und am wichtigsten und auch am schmerzhaftesten, warum ich diese Welt nicht endlich verlassen darf. Gibt es so etwas wie einen Gott, oder einen Himmel? Wenn ja, ist er grausam. Nichts ist schlimmer als das Unwissen und die Klarheit nichts tun zu können. Sogar das Warten fühlt sich nutzlos an, obwohl es das einzige ist was ich tun kann.

Ich warte in das unendliche hinein, eine triste und dunkle Unendlichkeit. Vor kurzem erst ist das Behältnis, in dem ich liege gesplittert und ich habe mich rieselnd mit der Erde vermischt. Anfangs war es merkwürdig, sie war kalt, es fühlte sich an als würde diese kalte Erde mich durchdringen und alle Lücken füllen, aber das ist falsch. Ich bin es der sie durchdringt und ich bin es der wenigen Lücken füllen kann. Es ist einsam, sehr einsam. Anfangs dachte ich noch an meine Tochter und an meinen Sohn, doch nach und nach verblassten all diese Gedanken, die Wünsche meiner Tochter sagen zu können, dass sie stark sein muss und die Chance mich bei meinem Sohn zu entschuldigen. Sie verblassten, und je mehr ich vergaß, umso dümmer kamen mir diese Wünsche vor. Ich habe kein Recht mehr mir etwas zu wünschen, schon lange nicht mehr. Gibt es einen Gott? Ich habe mich mein Leben daran geklammert, jetzt wo ich zurücksehe fällt mir auf, dass es dumm war. Ich habe gehofft, aber macht es das Ergebnis besser, wenn man es glücklich erhält? Die Antwort ist nein. Jetzt sehe ich nur noch verpasste Chancen.

Gibt es eine Hölle? Ich weiß es ebenso nicht. Habe ich gesündigt und Gott hat mich deshalb abgelehnt? Gibt es keinen Ort für die Schlechten Schafe? Sortiert der Hirte sie einfach aus und lässt sie hier auf seiner riesigen Weide? So grausam, schlimmer als jedes Feuer. Wie gerne würde ich die kalt-feuchte Erde einmal nur gegen ein brennen der Flammen tauschen. Und es würde geschehen. Ich musste nur weiter warten. Lebten meine Kinder nun wohl noch? Die Zeit, ich habe sie wohl endgültig verloren. Ich hätte zählen sollen, anstatt über solche Dinge nach zu denken. Wenn man lebt sollte man nicht an den Tod denken, und wenn man tot ist nicht an das Leben. Es ist mir ja nicht unbekannt, ich habe ja gelebt, aber jetzt, das Unwissen macht Dinge nicht begehrenswerter, es verloren zu haben und der Wille es wieder zu bekommen. Das ist es was Dinge begehrenswert macht. Ich muss nur noch warten, vielleicht kann ich ja, wenn ich als Teil dieses Universums in Nichts versinke, als Teil des Neuen wieder heraussteigen.

Ich muss nur weiter Warten, diese verfluchten, langen, nicht enden wollenden eine Milliarden Jahre.

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