FANDOM


Sehr geehrter Herr Erhardt,



Sehr geehrter Herr Erhardt,
wenn sie diesen Brief gefunden haben, der so mutterseelenallein inmitten einiger Kissen des zerwühlten Bettes ihrer Tochter lag, dürften sie dank des eingeschlagenen Fensters, des derangierten Hauses und des restlichen… Chaos‘, dass sich in ihrem einst so trauten Heim verbreitet, bereits die zumindest schwache Ahnung haben, dass jemand in ihr Refugium



ihren Rückzugsort eingedrungen ist, und da ihre Tochter nirgends aufzufinden ist, diese wohl



fort ist. Genauer geschrieben: Während sie das hier lesen, wird ihre Tochter sehr weit weg sein, festgebunden, geknebelt und betäubt an einem abgelegenen Ort ohne Fenster, Licht oder sonstigen Luxus. Spätestens morgen früh wird sie erwacht sein, und ihre Feuerprobe



ihre Tortur wird beginnen.
Ich schätze, dass ich nun ihre ungeteilte Aufmerksamkeit habe, da sie ihre Tochter auch ungeteilt wieder haben wollen. Ha, ha, ha - Nein, das war nur ein kleiner Spaß, keine Sorge. Der Wortwitz hat sich so schön angeboten, und da konnte ich einfach nicht widerstehen ~
Sie kriegen ihre Tochter nicht wieder.
Wohin denken Sie denn? Schließlich wird die Person, die Sie einst als ihre Tochter identifiziert hätten, wird bald nicht mehr existieren, und nur noch als eine entfernte Erinnerung ohne Gewähr in ihren Gedanken herumspuken, damit sie dieses schreckliche Gefühl kennenlernen. Warum sollte ich Ihnen ihr Kind... ihr Herz zurückgeben?



Mit dem, was ich ihr antun werde - mit Waffen, Feuer, Kälte, Isolation, Säuren, und sogar meinem eigenem Körper wird ihr Geist bald gebrochen sein. Und wie die Zeit vergeht, fast so als wäre sie Sandstein und ich die Gezeiten des Meeres, wird sie immer weniger und weniger ihr Kind, sondern bald nur noch der kümmerliche Witz einer Persönlichkeit sein.



Ich will kein Geld. Ich will auch keine andere Besitztümer von Ihnen. Sogar Rache liegt meinem Gemüt weiter entfernt, als erwartet. Ich will einfach nur, dass Sie eine Entscheidung treffen.
Sie können das Mädchen leben lassen, wissend, dass jeden Tag, den sie fort ist, ihre Schmerzen, ihre Angst und ihre Verwirrung nur noch weiter zunehmen. Ich werde Sie wöchentlich – nein, besser täglich - über den Zustand ihres wertvollsten Schatzes aufklären. Ihres verlorenen Schatzes, der selbst mit Karte nie wieder zu finden sein wird.

Aber es gibt auch eine Option B.
Senden sie einfach eine Textnachricht mit „Ende“ an die Telefonnummer am Ende dieser Seite, und ich verspreche Ihnen, dass ich den süßen kleinen Engel schnell und schmerzlos töten werde.
Können Sie, während die Behörden suchen, die Sie wohlweislich schon mit dem Lesen dieses Briefes informiert haben werden, mit der Hoffnung leben? Der Schuld, dem Schmerz und der Ungewissheit?



<center>Wie werden sie sich entscheiden. Ja, am Ende dieser rhetorischen Frage benötige ich nicht einmal ein Fragezeichen. Mich interessiert viel mehr: Wann werden Sie sich entscheiden?
Und während Sie weinen, wie der wundervolle Vater, der Sie ja sind, und sich fragen, was für ein Monster einer unschuldigen Seele derartiges antun kann... ich tue es keine unschuldigen Seele an, keine Sorge.
Denn ich tue es mitnichten, um IHR wehzutun.



Ich tue es, um DIR wehzutun?




Ist das zu formell? Sollte ich eine persönlichere Anrede wählen, um ihm zu demonstrieren, dass wir uns näher kennen, als er erwarten würde? - Nein, nein, das klingt gut. Richtig professionell:


...


Sagt man das heutzutage noch? Eigentlich nicht.


...


Naja, wie drücke ich das jetzt am freundlichsten aus? Kann mir aber eigentlich auch egal sein. Er verdient meine Empathie nicht.


...


Nein, nein, ein anderes, bösartigeres Wort… Wie wäre es mit:


...


Meines habe ich ja auch nicht wiederbekommen.


...


So wie sie der kümmerliche Witz einer Persönlichkeit sind.


...


Können sie nachvollziehen, wie es ist, wenn das eigene Kind nach einer Fahrerflucht im Koma liegt, und die Ärzte einem die Frage stellen, wann die Maschinen abgestellt werden sollen, da das Geld langsam nicht mehr tragbar für eine Privatperson ist?


...


Mein Engel... Es tut mir so Leid.




Ich tue es, um MIR wehzutun?


Deine Bewertung dieser Pasta:

Durchschnittsbewertung:


Whocaress (Diskussion) 21:46, 27. Jan. 2016 (UTC)

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki