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Die hellen Sonnenstrahlen fallen durch das geöffnete Fenster auf meine blasse Haut, doch sie wärmen mich nicht. Langsam öffne ich meine Augen und lasse den Blick durch den Raum schweifen. Die Leere, welche mich umgibt, wirkt ebenso kalt wie mein Körper, der leblos, wie eine Leiche auf dem Bett liegt. Mein Atem ist kaum wahrnehmbar, noch unscheinbarer als ein laues Lüftchen.

Meine Augen wirken tot, ebenso meine Gliedmaßen. Langsam richte ich mich auf und winkle meine Beine an. Ich sehe zum Fenster hinaus, blicke hinein in das sanfte Licht der Morgensonne. Die Menschen verbinden so viel mit den ersten Sonnenstrahlen. Hoffnung, Freiheit, Liebe, Unendlichkeit, doch für mich bedeutet es das Ende der Dunkelheit, in welcher ich mich so geborgen fühle.

Die Nacht ist mein Tag und die Finsternis ist mein Beschützer. Nun wird beides vom hellen Tageslicht verdrängt und mein Schutz weicht in den Schatten des Zimmers zurück. Zudem beginne ich diesen brennenden Schmerz auf meiner Haut zu spüren. Normalerweise ist sie weiß wie Schnee, doch nun ist ihre Farbe von einem feurigen Rot.

Ich fühle Schmerzen... ungeheuerlich große Schmerzen. Es ist das einzige Gefühl, welches ich noch wahrnehmen kann. Ansonsten spüre ich nichts. Keine Liebe, keinen Hass, keine Freude, keine Trauer. Auch Angst ist ein Gefühl, welches ich nicht mehr wahrnehmen kann. Jedoch ist es das einzige von all den Gefühlen, an das ich mich zu erinnern vermag. Es war das letzte was ich verspürte, bevor ich meiner Gefühle beraubt wurde. In jener verhängsnisvollen Nacht, habe ich jedoch nicht nur sämtliche Empfindungen sondern auch meine Menschlichkeit eingebüßt.

Langsam erhebe ich mich aus dem Bett, um mich in den schützenden Schatten zu begeben. Mit schmerzverzerrter Mine lasse ich mich in der abgedunkelten Ecke des Raumes zu Boden sinken. Schon im nächsten Moment beginnen die Qualen jedoch damit zu verschwinden. Ich atme auf und lächele erleichtert. Als ich auf meine Haut hinuntersehe, welche wieder ihren blassen Farbton annimmt, fällt mein Blick auf das rotbefleckte Kleid, welches ich seit jener Nacht trage.

Es war die erste Nacht, in der ich es getragen hatte und bis zu dem Augenblick, an welchem mein menschliches Dasein endete und ich wie der Phönix aus der Asche auferstand, um ein neues Leben zu beginnen... bis dahin, war dieses Kleid das einzige woran ich dachte. Damals war es für mich nur Kleidung, doch jetzt ist es das einzige, was mich an meine damalige Existenz erinnert.

Dieses rote Stück Stoff, welches ich seit jener Nacht an meinem Körper trage, ist alles was mir geblieben ist. Bei dem Gedanken daran, wie ich es zum ersten Mal anprobierte und mich im Spiegel bewunderte, muss ich lächeln. Damals... war es noch weiß.

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