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Ich kann nicht schlafen. Das ist eine neue Erfahrung für mich, normalerweise habe ich einen gesunden Schlaf. Es ist ja nicht, dass ich nicht müde wäre, nein, ich habe Angst. Angst davor die Augen zu schließen. Ich lebe allein, das habe ich meinem unbezwingbaren Temperament zu verdanken. Ich sage mir, wäre ich doch nicht immer so aggressiv, hätte ich jetzt vielleicht keine Angst, einen warmen Körper neben mir der mich beschützt. Ich höre einen lauten Knacks. Ein Schweißtropfen bildet sich am Rand meines BH's und rinnt meine Seite hinunter. Wie gerne würde ich jetzt die Decke von meinem bereits überhitzten Körper ziehen, um wenigstens einen einzigen kühlen Luftzug zu erfassen.

Doch ich traue mich wieder nicht, ich habe nämlich das Gefühl, dass mir etwas im Nacken hängt. Nichts von physischer Präsenz, sondern wirklich nur das Gefühl. Meine Nackenhaare sträuben sich, als ich meine, warmen Atem zu spüren. Mir fällt noch etwas auf. Ein Flüstern ist zu vernehmen. Ich verspüre plötzlich unglaubliche Angst, als ich merke wie sich eine Hand an mein Bein legt. Ich würde gerne schreien, doch das Adrenalin blockiert meine Handlungen. Ich bin erstaunt über meine Fähigkeit noch rational denken zu können. Die Hand zieht sich zurück. Ich höre erneut einen Knacks. Ich schäme mich dafür, dass ich in diesem Moment meine Nachttischlampe anknipse. Es zumindest versuchte. Bis ich erfassen konnte, dass meine Hände an den Bettpfosten gefesselt waren.

Jeder Mensch verfügt über eine Grundangst, die ihn dazu verleitet, in jeder noch so hoffnungslosen, aber auch lächerlichen Notlage zu schreien. Was ich auch tat. Ich bin froh dass ich es getan habe, ohne den vertrauten Klang meiner hohen Stimme hätte ich vermutlich vor Panik den Verstand verloren. Plötzlich unvorstellbare Schmerzen. Ich konnte das Epizentrum nicht ausmachen, also bebte mein ganzer Körper. Ich schrie erneut, diesmal vor Leid. Nach einer Ewigkeit plötzlich Erlösung. Ich war nicht tot, dass hatte ich gemerkt, denn ich konnte mich laut atmen hören. Ich verspürte unglaubliche Erleichterung. Nicht nur da die Schmerzen auf ein erträgliches Maß sanken, sondern da mein Peiniger nicht mehr zu spüren war.

Ich atmete etwas freier. Meine Hände lösten sich ebenfalls vom Bettpfosten, ein Seil fiel auf den Boden. Ich hätte mich in dem selben Moment, in dem ich mich erleichtert streckte, umbringen sollen.  Ich bereute am nächsten Tag, es nicht getan zu haben. Als ich aufwachte, und sah was mir widerfahren war, erfasste mich ein Gefühl von quälender Scham. Zwischen meinen Beinen war eine Blutlache, auf dem Boden neben meinem Bett ein benutztes Kondom.

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