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Das Telefon an der Theke klingelt, als ich noch das letzte Geschirr von den Tischen wegräume. Ich arbeite in einer Pizzeria, wo das Telefon tagein tagaus klingelt. Doch um diese Uhrzeit sind Bestellungen eine Seltenheit, vor allem an Arbeitstagen. Mein Boss notiert sich die Adresse und verschwindet darauf in die Küche. “Tom! Wir haben noch eine Bestellung. Adresse habe ich dir aufgeschrieben, liegt bei der Theke”, ruft mein Boss, mit einem italienischen Akzent, aus der Küche. “Aber ich hab doch Feierabend! Es ist schon 23 Uhr!”, rufe ich zurück. “Ja, ich weiß, ich weiß, nur noch diese Pizza bitte!”. Mit einem Seufzer schlurfe ich rüber zur Theke, um den Zettel mit der Adresse zu holen. Ich warte noch ein paar Minuten, bis mein Boss mit den Pizzen aus der Küche rausstürmt. Er drückt sie mir in die Hand und wünscht mir eine gute Fahrt, bevor er wieder in der Küche verschwindet.

Ich setze mich in meinen Auto und deponiere die Pizzen auf den Beifahrersitz. Daraufhin tippe ich die Adresse in das Navi ein. Ich staune, knapp 20 Kilometer entfernt. Das ist eher unüblich. Doch denke ich mir nichts dabei und fahre los.

Die Straßen sind ziemlich leer, weshalb ich sehr gut und schnell durch komme. Ich erreiche den äußeren Teil der Stadt, welcher durch große Anbauflächen und Wälder geprägt ist. Die Landstraßen sind still und dunkel, fast schon unheimlich. Nach knapp 15 Minuten Fahrt halte ich auf der Nebenspur kurz an. Mein Navi hat mir angezeigt, dass ich rechts auf einen Waldweg abbiegen soll. Ich schaue aus dem Beifahrerfenster. Ein dichter und dunkler Wald, wo ein Schotterweg tiefer in den Wald führt. Mir durchläuft ein Schauder über meinen Rücken, mit dem Gedanken, dass ich durch diesen Weg fahren muss. Ich biege auf den Schotterweg ab. Mein Wagen schaukelt mit jedem Meter hin und her, dazu das Knistern des Schotters. An manchen Stellen sind so tiefe Kuhlen, dass die Frontschürze meines Autos am Boden schleift. Zu diesem Zeitpunkt mache ich mir mehr Gedanken um mein Auto, als um die Umgebung. Mit der Zeit wurde der Weg immer ebener, bis die Scheinwerfer meines Autos die Frontfassade eines Hauses anstrahlt. Ein großes Einfamilienhaus mit einem älterem Baustil; perfektes Szenario für einen Horrorfilm denke ich mir.

Ich fahre zur Haustür vor und stelle meinen Motor ab. Ich nehme die Pizzen und steige aus. Bevor ich die Tür schließe, lege ich die Pizzen auf das Dach und inspiziere nochmal das Haus. Alle Lichter sind aus. Ich runzele Stirn und checke nochmal die Notiz mit der Adresse. Die Adresse stimmt soweit. Achselzuckend schließe ich die Autotür und nehme die Pizzen vom Dach. An der Haustür angekommen, bemerke ich, dass keine Klingel vorhanden ist, also klopfe ich laut. Stille. Ich klopfe nochmal und rufe: “Ihre Pizza ist hier!”. Nach 10 Sekunden klopfe ich nochmal und horche an der Tür. Ich könnte schwören, ich habe Schritte gehört. Bevor ich wieder umkehre, riskiere ich einen Blick durch das Fenster neben der Tür. Man konnte Umrisse einer Küche erkennen. Meine Blicke schweifen hin und her um irgendwas ausfindig zu machen.

Mein Blut in den Adern gefriert. Eine Frau steht im Türrahmen gegenüber des Fensters. Ich bin mir sicher, dass sie vorher nicht da stand. Das einzige, was man richtig erkennen kann, ist ihr Gesicht. Ihre Augen… niemand kann seine Augen so weit offen halten! Das ist unmöglich! Der Hautton… kreidebleich! Und dieses grässliche Lächeln… Es ist unmöglich so auszusehen. Das ist kein Mensch. Ich stehe immer noch wie angewurzelt da. Das Lächeln wurde immer breiter und grässlicher. Es ist so breit, dass die Haut am Mund reißt! Zu diesem Zeitpunkt bin ich endlich wieder zu mir gekommen.

Ich lasse die Pizzen fallen und renne sofort zu meinem Auto. Der Motor geht sofort an und ich gebe Vollgas. Meine Reifen haben keinen Halt gefunden und drehen nur durch, weshalb ich nur langsam beschleunige. Es wackelt noch heftiger. Nach einem kleinem Stück merke ich, dass aus dem Knistern ein Schleifen geworden ist. Zudem verliere ich an Geschwindigkeit. Schließlich bleibe ich bei einer Kuhle stecken. Mein Herz rast so schnell, wie noch nie zuvor. Sofort zücke ich mein Handy und rufe die Polizei. Ich erkläre ihnen meine Situation und der Operator meint, dass ein Streifenwagen auf dem Weg ist und ich mich in dem Wagen verbarrikadieren soll. So verschließe ich die Türen und bleibe auf Wunsch am Handy. Er versucht mich zu beruhigen, was er letztendlich auch schafft. Mein Herzschlag sinkt und mein Atem wird langsamer. Ich atme tief ein und aus. “Der Streifenwagen ist gleich bei Ihnen, beruhigen Sie sich.”, sagt er mit einer sanften Stimme. Ich lehne mich zurück und schließe meine Augen.

Plötzlich widerfährt mir ein stechender Schmerz. Irgendwas Spitzes durchbohrt meinen Rücken. Ich schreie auf vor Schmerz und lasse das Handy fallen. Mit Tränen gefüllten Augen schaue ich in den Rückspiegel. Da ist es wieder. Dieses grässliche Lächeln auf meinem Rücksitz. Es durchbohrt weiter meinen Rücken. “Hallo?! Sir? Sind sie noch da?!”. Der Schmerz ist unerträglich. Und mit einem Ruck durchdringt es meinen kompletten Brustkorb. Mein ganzer Körper erschlafft und ich höre, wie sich die Tür öffnet. Mit meiner letzten Kraft starre ich in den Rückspiegel und sehe, wie sie davon läuft. Total lässig und mit blutverschmierten Krallen.

Das Letzte, was ich noch vernehme sind die Sirenen in der Distanz, bevor ich mein Bewusstein verliere.

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