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Nachts

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Du erwachst in der Dunkelheit. Dein Zimmer liegt in vollkommener Schwärze. Du liegst in deinem warmen, aber vom Schlaf leicht nassgeschwitztem Bett. Vermutlich nur ein Albtraum...

Nach und nach gewöhnen sich deine Augen an die Finsternis und du siehst zumindest die Konturen deiner Möbel. Der Schrank gleich neben dem Bett, gegenüber der Tisch, auf dem sich dein Computer und allerlei Papierkram befindet. Auch das Bett und dein Sessel in einer dunklen Ecke des Zimmers werden langsam sichtbarer. Du reibst dir die Augen und setzt dich leicht schlaftrunken auf die Bettkante, um deine Gedanken zu sammeln. Dir fällt ein, dass es die Nacht zwischen Freitag und Samstag ist und dass du morgen glücklicherweise mal nicht früh aufstehen musst. Mit diesem befriedigenden Gefühl, beschließt du aufzustehen und kurz etwas zu essen, um besser weiterschlafen zu können. Es knackt unter deinen Füßen, als du mitten im Raum stehst. Da du zu müde bist, bückst du dich, um das was du zertreten hast, genauer zu betrachten. Du erkennst, dass es sich wohl "nur" um einen Stift gehandelt hat und sowas ist dir gerade relativ gleichgültig. Mit einem Seufzer trittst du zur Zimmertür, die in den Korridor führt, an dem auch die Küche angeschlossen ist.

Die alte Klinke lässt sich nur langsam betätigen, dafür ist sie allerdings recht leise. Du drückst sie nach unten und trittst von den Holzdielen auf den kalten Steinfußboden, was ohne Socken noch unangenehmer ist als normalerweise. Es fröstelt dich, was dich unverzüglich etwas wacher macht. Mittlerweile kannst du ganz gut sehen, verfehlst im Vorbeigehen aber trotzdem noch den Lichtschalter des Korridors. Aus Faulheit gehst du einfach im Dunkeln weiter "Wird schon nichts passieren.", denkst du dir. Die Milchglastür zur Küche ist neuer und sie lässt sich besser öffnen.

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Sogleich begibst du dich zum Kühlschrank, der dich beim Öffnen noch einmal vor Kälte zittern und wegen seines grellen Lichtes gequält weggucken lässt. Du schaust kurz rein und entschließt dich letztendlich für irgendeine schlichte Wurst. Dann schließt du den Kühlschrank wieder und knipst das kleine, gelblich-orangene Zimmerlicht an, was bei den gegenwärtigen Temperaturen wie ein zierliches, warmes Feuer wirkt. Während des Essens schaust du aus dem Fenster in die lange Straße, die fast wie eine Zugangsallee nur für dein Haus wirkt. Die vom Vollmond leicht beschienenen Nachbarsgebäude erstrecken sich links und rechts der Straße, was deinen Wohnsitz so schon immer wie etwas Besonderes erschienen ließ.

Während dieser Beobachtung merkst du wie dir langsam immer kälter wird. Mit einem unguten Gefühl schließt du die Küchentür und machst die Heizung an. Du setzt dich und betrachtest weiterhin die Straße, die mit der Zeit im Nebel verschwindet und die Leuchtstärke des Mondes dämpft. Es ist sehr still in deinem Haus, was dir erst recht auffällt, als du die Wurst verspeist hast und keinen Ton mehr von dir gibts. Dann ertönen zwei laute Schläge und du zuckst zusammen -ziehst geschockt die Knie an und versteckst dein Gesicht hinter deinen Händen. Dein Puls beginnt zu rasen. Kurz wird dir schwarz vor Augen. So sitzt du zusammengekauert eine Weile da, bis du dich langsam wieder traust die Augen zu öffnen. Dein Atem verläuft stoßartig und viel lauter als du eigentlich möchtest. Du blickst sehr zögernd nach oben... Und erblickst direkt über dir die Küchenuhr, die mit ihren zwei Schlägen die Uhrzeit deutlich gemacht hat. Erleichtert atmest du tief durch und stehst wieder auf. Dir wird aber trotzdem immer mulmiger und auch immer kälter, verständlicherweise willst du wieder schnellstmöglich zurück in dein Bett. Irgendwie bemerkst du, dass sich langsam aber sicher ein panikartiger Zustand in dir breit macht. Deine Reaktionen werden hektischer, du traust dich auch nicht das Licht auszumachen, als du die Küche verlässt. Als du wieder im Flur stehst, nimmst du zum ersten Mal bewusst war, dass der einzige Lichtschalter für diesen Bereich des Hauses der neben der Schlafzimmertür ist. Und tatsächlich wirst du leicht panisch und schreitest auf eine unruhige Weise durch den Korridor in Richtung Schlafzimmer. Plötzlich kriegst du das Gefühl, dass jederzeit von links oder rechts Hände aus den Seitentüren zu allen möglichen Räumen kommen und dich in die Schwärze reißen könnten. Bei dieser Erkenntnis beschleunigt sich dein Gang ungemein. Endlich erreichst du die Zimmertür und knallst sie vor Angst hinter dir zu als du den Raum betrittst. Wieder ist es vollkommen still, aber du bist wacher als jemals in deinem Leben zuvor und dein Puls wirkt lauter als dein stoßartiger Atem. Deine Sinne sind schärfer denn je, wahrscheinlich würdest du in diesem Zustand sogar eine herunterfallende Stecknadel auf dem Boden aufprallen hören. Es ist eiskalt.


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Erst nach einer gefühlten halben Stunde traust du dich wieder in dein Bett zu gehen. Schweißnass setzt du dich auf deine Bettkante und fragst dich wovor du eigentlich solche Angst gehabt haben könntest. Du legst dich hin. Deckst dich zu.

Dein Blick ist in Richtung Tür gerichtet, unter der noch Lichtstrahlen aus der Küche hervordringen. Und dieses einzige Licht erlischt, kurz bevor du wieder einschläfst.

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