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Still und stumm fließt die kalte Trauer aus meinem Herzen.
Der Schmerz ist schon lange stumpf geworden, nicht mehr als ein dumpfes Dröhnen in meinen Venen. Ein leises Klirren füllt den vereinsamten Raum und Staub wird aufgewirbelt.
Dieser Ort war so perfekt. So wunderschön. So einsam. So trostlos.
Nur ein leerer Raum, eine leere Hülle.
Dieser Ort ist wie ich. Ein leerer Raum. Eine leere Hülle.
Das Klirren wird noch einmal von den grauen Wänden zurück geworfen und verstummt in der kalten Weite, die sich vor den fensterlosen Löchern einer Wand erstreckt. Dieses Klirren wird niemals jemanden erreichen, niemals wird es jemand hören. Der Wind fing es bereits auf der anderen Seite der Mauer ab und zerstreute es in alle Himmelsrichtungen. Niemals wird jemand erfahren, was dieses Klirren zu bedeuten hatte, welche Botschaft es auszusenden versuchte.
Ich richte meinen staubigen Körper leicht auf und schaue aus dem Fensterloch hinter mir. Eine kalte Weite, gefüllt mit Bäumen, Häusern, Straßen und Laternen erstreckt sich.
Dieser Raum ist wie ich... kalt und leer, abseits und vergessen, allein und zerfallen.
Meine Hand löst sich vom Fenstersims und hustend falle ich zurück auf den Boden. Zitternd kauere ich in einer Ecke. Meine Handinnenfläche glitzert leicht und Blut sickert aus ihr heraus.
Auf dem Sims lagen kleine Glassplitter.
Ich packe mit der Hand meinen Unterarm und drücke zu. Kleine Rinnsale ziehen sich über meinen Arm und mischen sich mit Dreck, Staub und Blut vom Boden. Ich löse unter einem schwachen Stöhnen meinen Griff und lehne mich erschöpft zurück. Splitter funkeln in meinem Arm und in meiner Hand. Es tut so gut.
Mit geschlossenen Augen taste ich über den Boden. Die Lache um mich herum beginnt schon langsam kalt zu werden, nur die Rinnsale, welche aus meinem Arm und meiner Hand dazu fließen sind warm.
Wieder klirrt es stumm, als ich mit den Fingern an die klinge stoße. Ich nehme sie zwischen zwei Finger und hebe sie langsam auf. Sie ist rötlichbraun, das Blut schon halb getrocknet, der Rost schon etwas abgeblättert. Ich schiebe meinen blutdurchtränkten Ärmel weiter nach oben und setze wieder an.
Einer nach dem anderen. Schnitt für Schnitt. Langsam. Genießend.
Mein Kopf lehnt schwach gegen die Wand und fällt langsam zur Seite. Die Kraft ihn zu halten verlässt mich strömend mit jedem Tropfen Blut. Die Lache verbreitet sich duch den Raum, ich sitze in einem kleinen Meer aus Blut. Ein kleiner See, so unbedeutend und wunderschön.
Stumm singen meine Lippen ein letztes Mal die Wahrheit heraus.

Das Blut so rot, das Blut so rein
Die Zeit heilt meine Wunden nicht
Mein Blut zu sehn, ist wunderschön
Mein Blut zu sehen, tröstet mich...

Diesmal wird es mein letztes Lied sein. Diesmal wird mich keiner finden.
Dieser Raum ist wie ich. Ich bin wie dieser Ort. Kalt und leer, abseits und vergessen, allein und zerfallen...

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