FANDOM


Mit einer gekonnten Armbewegung wehre ich den Schlag des Gegners ab, worauf ich ihn am Arm packe und über meine Schulter auf den Boden werfe. Das war's, ich habe den Kampf für mich entschieden.

Der Schiedsrichter pfeift ab, somit ist mein Sieg nun offiziell.


Ich liebe den Kampf und praktiziere bereits seit einigen Jahren Karate.

Es macht Spaß, den Ausdruck im Gesicht des Gegners zu sehen, erschrocken, sobald er bemerkt, dass ich ihn habe und daurauffolgend meinen wohlverdienten Sieg einräume.

Der Liebling meines Trainers war ich schon immer und auch die älteren Schüler respektieren mich.


Eine ganze Sammlung von Trophäen steht in meinem extra für diese angelegten Regal und Medaillen zieren die Wände, statt irgendwelcher Bilder, meinen Erfolg, mein Talent und meinen Ruhm symbolisierend.


Auch diesen Kampf habe ich wieder gewonnen.

Mein Trainer steht bereits am Rand der Kampffläche und empfängt mich lächelnd mit einem Handtuch, das er mir darauf übergibt.

Schnell wische ich mir über die Stirn, werfe es ihm dann wieder, ihn keines Blickes würdigend, zu und begebe mich in die Umkleidekabine, wo ich bereits vom Häufchen Elend, das hierbei wohl mein Team darstellen sollte, erwartet wurde.


Grimmig blicken sie mich an.

Sie hatten wohl diesmal kein Glück gehabt.

Ein Grinsen ziert nun meine Lippen, wie zu erwarten waren sie wieder einmal erfolglos, nicht anders zu erwarten, bei ihren sonstigen Leistungen im Training.


Die meisten von ihnen waren ziemlich unsportlich, hatten bereits ein kleineres Speckpolster auf den Rippen und waren schon nach einer guten halben Stunde Training leichenblass im Gesicht, einige hatten sich sogar schon übergeben, als ich grade seelenruhig meine Übung machen wollte.

Störend, wenn ihr mich fragt.


Wie sie mich hassten, einfach nur aus ihrem Neid heraus.

Neid auf meinen Erfolg, denn ich war nicht nur der beste Kämpfer, sondern auch in jeglichem anderen Bereich ein wahrer Überflieger, doch interessierte mich das alles nicht, das war nur Nebensache, der Kampf, das Adrenalin in meinem Körper und das anschließende überwältigende Gefühl des Sieges war es, das mich so sehr begeisterte.


In der Natur zu trainieren war für mich normal, wenn man einen Naturinstinkt trainiert, ergibt es eben am meisten Sinn, diesen auch in seiner natürlichen Fassung auszuüben.

Die wenigsten haben das bisher begriffen, darum kommt ja auch keiner an mein Niveau heran.

Also begebe ich mich nach dem Turnier noch in den Stadtpark, um dort ein wenig Training zu betreiben.

Es wurde grade dunkel, die perfekte Zeit dafür.

Unser Stadtpark war gigantisch und glich eher einer Wallanlage, so hatte man dort seine Ruhe, wenn man sie denn wollte.


Meinen liebsten Trainingsplatz stellte dabei ein größerer Baum, direkt neben einem Teich stehend dar. Es war mitte Herbst, so zierten Blätter in allen erdenklichen Farben den Baum und fielen teils durch einen Windstoß oder dergleichen zu Boden.

Ich setzte mich vor den Baum, direkt in einen der vielen Blätterhaufen, um mich auf mein Training vorzubereiten.


Stillschweigend sitze ich dort, lausche den Geräuschen meiner Umgebung, meine Sinne schärfend.

Im Kampf braucht man jeden Sinn, es ist der Instinkt, der uns zum Kämpfen antreibt, jegliche Unaufmerksamkeit kann einem dabei Kopf und Kragen kosten.


Hinter mir höre ich ein Rascheln der Blätter.

Mein Herz pulsiert, als ich dieses leise Geräusch wahrnehme und ich kann meinen Atem hören.

Adrenalin schiesst durch meinen Körper.

Für gewöhnlich kommt hier kaum einer her, da dieses Eckchen Wald ziemlich abgelegen ist und von vielen vor allem bei Nacht durch die in letzter Zeit häufiger auftretenden Überfälle gefürchtet wird.


Vielleicht war es nur ein Igel, dennoch beschließe ich zur Sicherheit mal nachzusehen.


Als ich, heimlich und so wenig Geräusche wie möglich machend, um die Aufmerksamkeit von was auch immer nicht auf mich zu lenken, hinter dem Baum hervorgucke, schien mir das Herz für einen kurzen Moment stehen zu bleiben.


Es war deutlich größer als ein Igel, dennoch konnte ich seine Silhouette nur sehr undeutlich durch die schwache Beleuchtung dieser Gegend ausmachen.


Jetzt übernahmen meine Instinkte.


Blitzschnell husche ich hinter dem Baum hervor, worauf ich von der Person erschrocken angeblickt werde und große Augen mich mustern.

Mein Körper hechtet auf sie zu und es dauert nicht lange, da habe ich sie auch schon zu Boden geworfen.


Ein schneller Griff in meine Tasche und schon steckt das Messer im Körper der Joggerin.

Ein leiser Schrei entkommt noch ihrer Kehle, bevor sie dann schwieg und die Stille wieder meinen einzigen Begleiter darstellen sollte.


Lachend erhob ich mich, schaute noch einmal zu meinem besiegt am Boden liegenden Gegner und wendete mich dann meinem Nachhauseweg zu.


Das Training war heute mal wieder super gelaufen.


Natürliche Instinkte trainiert man eben doch am besten in ihrer natürlichen Fassung...


-Ende-

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki