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Alles begann an dem Tag, an dem für meinen Vater alles vorbei war. Es war ein sehr unerwarteter Tod, der die Familie unglaublich schockierte. Gerade als seine Firma endlich erfolgreich wurde, musste er uns verlassen. Ich verbrachte sehr viel Zeit in seinem damaligen Büro. Hier hatte er immer gesessen, gearbeitet und wollte natürlich nicht dabei gestört werden. Ich durchwühlte ein wenig die Kisten auf dem Schrank, als ich auf ein silbernes Zippo stieß. Mein Vater war, soweit ich weiß, jedoch kein Raucher. Ich schaute es mir genauer an. Auf der einen Seite war eine Zwei eingraviert, auf der anderen ein großes N.

Ich erschrak, als meine Mutter mich zum Essen rief, und ließ das Feuerzeug geschickt in meiner Hosentasche verschwinden. Nach dem Essen ging ich in mein Zimmer und zockte ein wenig mit meinen Freunden von der Schule. Eigentlich schade, dass ich sie nach den Ferien nicht mehr wiedersehen werde, da ich mit meiner Ausbildung anfange.

Ich vergaß die Zeit, und es wurde sehr spät. Als ich meine Hose auszog und mich bettfertig machte, fiel mir das Zippo wieder ein. Ich holte es geschwind aus meiner Tasche heraus und ließ es in meinen Händen kreisen. Ich betrachtete es genau...ich musterte es förmlich. Dann ließ ich es zum ersten Mal aufschnappen. Das ist merkwürdig.. die Flamme ist schwarz. Ich drehte mich ruckartig um, als ich ein leises Kichern hörte. Dann bemerkte ich... es kam aus dem Feuer. Ich schaute mich ein zweites Mal verwirrt um, um sicherzugehen, dass da niemand im Zimmer war. Darauf erklang eine dunkle Stimme. 

"Guten Abend. Mein Name ist Negai. Ich bin hier, um dir drei Wünsche zu erfüllen" erklang es, gefolgt von einem niederträchtigen Kichern. 

"B...b..ist du ein Flaschengeist?". 

"Siehst du hier eine Flasche? Ich bin kein Geist. Etwas viel Besseres.. ich bin ein Todesgott."

 "Seit wann erfüllen Todesgötter einem Wünsche?"

"Seit wann sind die Menschen so verdammt neugierig?"

Das ist ein Scherz...ich muss wohl träumen. Aber es hatte recht, ich war neugierig, neugierig es auszuprobieren. 

"Ok Negai... stimmts? Ich will, dass du dafür sorgst, dass mein Schwarm sich in mich verliebt."

Die Flamme leuchtete rot auf. Ich hörte ein weit entferntes Lachen. Kurz darauf erlosch die Flamme wieder. Ich klappte das Zippo noch einmal auf und zu, jedoch kam die Flamme nicht zurück. Naja, was soll's... bin wohl nur sehr müde. Ich beschloss, meinen so ersehnten Schlaf endlich in die Tat umzusetzen. 

Als ich am nächsten Tag aufwachte, war es schon 15 Uhr. 15 Uhr... und meine Mutter hatte mich noch nicht aus dem Bett gezerrt? Sie muss wohl gut drauf sein. Dann fiel mir der Wunsch von gestern wieder ein. Ich schnappte mir mein Handy und schrieb Lisa, meinem Schwarm. Ich fragte sie, wie schon so oft, ob sie Lust hätte ,etwas zu unternehmen. Nur dieses Mal... sagte sie endlich mal nicht, dass sie schon etwas vorhätte, sie sagte zu. Ich begann zu strahlen. Ich suchte meine besten Klamotten aus dem Kleiderschrank und machte mich bereit aufzubrechen. Meine Mutter war gerade wohl nicht zuhause, weshalb ich ihr einen Zettel in der Küche hinterließ. 

Frisch geduscht und rasiert machte ich mich auf den Weg in die Stadt, wo mich Lisa schon erwartete. An diesem Abend kam ich glücklicher nach Hause als je zuvor, so einen schönen Tag habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Als ich meine Jacke im Vorraum aufhing und mich in die Wohnung schlich, fiel mir etwas auf. Der Zettel war immer noch da. Hatte ihn meine Mutter übersehen? Der Wäschekorb von heute Morgen war auch noch an Platz und Stelle. Ich wurde stutzig. Als ich die Treppe hinaufging... überkam mich ein beißender und seltsamer Geruch, welcher mich an die Zeit erinnerte, in der ein paar tote Ratten in der Wand steckten. Ich schlich mich weiter Hinauf und ging in mein Zimmer, wo ich sofort meinen PC einschielt. Ich überlegte, wo meine Mutter sein könnte. Hatte sie nicht irgendetwas von einem Ausflug gesagt? Das Geräusch von Steam riss mich aus meinen Gedanken. "Willst was zocken?" stand in dem kleinen Chatfenster. Da überkam mich meine gute Laune und ich verdrängte die Gedanken an meine Mutter. "Klar".

Verdammt! Schon wieder 3 Uhr nachts. Ich sollte mehr auf die Zeit achten. Ich machte mich wie in Trance bettfertig. Als ich auf der Kante von meinem Bett saß, sah ich das silberne Zippo auf meinem Nachttisch liegen. Der Wunsch könnte vielleicht in Erfüllung gegangen sein. Jetzt wollte ich unbedingt wissen, ob es wahr ist. Ich musste mir irgendetwas Offensichtliches wünschen, etwas, dass ich gleich feststellen konnte. Ich überlegte kurz und umschloss das Feuerzeug mit meinen Händen. Dann ließ ich es aufschnappen. Es leuchtete wieder in einer schönen schwarzen Flamme auf.

"Was geht ab?" fragte mich die dunkle Stimme.

"Ich wünsche mir... das eine Milliarde Euro unter meinem Bett liegen...in bar."

"Sag mal.. wie soll das denn da drunter passen?"

"Okay... eine Million."

Die Flamme leuchtete wieder blutrot auf. Ein Lachen... diesmal aber nicht mehr so weit entfernt.

Ich klappte das Zippo zu und lugte langsam mit dem Kopf unter mein Bett... ich konnte es nicht fassen. Ich griff mit meinen beiden Armen unter das Bett und zog einen Riesenklumpen 50€-Scheine unter meinem Bett hervor. Ich schaute noch einmal. Der ganze Bereich unter meinem Bett war mit Scheinen gefüllt. Jetzt war ich reich... zack, einfach so. Das ist unglaublich! Ich muss niemals arbeiten gehen. Scheiß auf die Ausbildung! 

Plötzlich wurde mir stockübel. Fuck... dieser Gestank von vorhin... er ist schlimmer. Was ist das? Ist wirklich wieder ein Tier in der Wand gestorben? Ich verließ mein kleines Geldimperium und bewegte mich durch den Gang Richtung Schlafzimmer. Jetzt musste ich mir schon mein T-Shirt vor den Mund halten, um nicht sofort loszukotzen. Ich umschloss den Türgriff mit meiner Hand und drückte ihn langsam und leise nach unten. 

Oh mein Gott. Mama... nein... wieso? Meine Mutter lag auf dem Schlafzimmerbett. Tot. Alles war in Blutrot getränkt, genau wie die Flamme. Meine Augen wanderten hektisch durch den Raum und blieben auf einem Schriftzug an der Wand stehen, der mit dem Blut meiner Mutter geschrieben war. "Wish granted". Nein... das war doch nicht ich, oder? Bitte nicht... Ich rannte in mein Zimmer zurück und übergab mich unkontrolliert über meinen tollen zweiten Wunsch. Ich grabbelte mit verschwitzten Fingern nach dem verschissenen Feuerzeug. Ich klappte es auf... nichts. VERDAMMTE SCHEIßE, GEH AN! Ein mieses Lachen erklang und eine kleine schwarze Flamme blitzte auf.

"WAS SOLL DIE SCHEIßE?"

"Ich würde sagen, die "Scheiße" ist deine Mutter."

 "ICH FRAGTE, WAS DAS SOLL?" 

"Ach, habe ich dir das nicht gesagt? Die Wünsche von Todesgöttern haben ein klitzekleinen Haken."

"WAS FÜR EINEN VERFICKTEN HAKEN?"

"Jedes Mal, wenn du dir etwas wünschst, stirbt eine Person, die du kennst."

"Warte mal... jedes Mal?"

"Das heißt... noch jemand ist tot?"

"Ja. Die Wahl war sehr, wie soll ich sagen,... unglücklich."

"Nein, nein, nicht..."

Ich schnappte mir mein Handy und rief Lisa an. Mailbox. Ich könnte schnell rüberrennen und an der Haustür klopfen... der Klang von Sirenen durchbrach jedoch meine hektischen Gedanken. Bevor ich es riskierte, zu ihrem Haus zu laufen, versuchte ich es noch am Festnetz, um vielleicht Lisas Eltern zu erreichen. Jemand hob ab.

"Hallo, kann ich..."

Ein lautes Gewimmer und Heulen durchbrach meinen gestotterten Satz. Ich legte sofort wieder auf, ich wusste genau, was das bedeutet. Mein Blick wendete sich wieder dem Feuerzeug zu. 

"Du verficktes Arschloch!" 

Ein verlogenes Kichern kam zurück.

"Ok. Ich habe noch einen Wunsch, hab ich recht?"

"Absolut richtig."

"Ich wünsche mir, dass alle, die durch diese Scheiße gestorben sind, wieder zum Leben erwachen. Na, was sagst du jetzt, Wichser?"

Ein außer Kontrolle geratenes Lachen dröhnt auf meine Ohren, und ich verstand nicht ganz, wie ich es zuordnen sollte.

"Ahhh... du bist lustig. Ist das sicher dein letzter Wunsch?"

"Ja. Etwas anderes bleibt mir nicht."

"Ok, Witzbold. Wunsch erfüllt."

Ich rannte sofort in das Schlafzimmer meiner Mutter. Das Blut war wie von Zauberhand verschwunden. Ich ging langsam auf meine Mutter zu, um zu sehen, dass sie in Frieden schlief. Ich hatte es geschafft...

Ich fing an, ein wahnsinniges Brennen in der Hand, mit der ich das Feuerzeug umklammerte, zu spüren. Ich schaute es mir an und sah, dass die Zwei auf der einen Seite glühte. Sie formte sich ... in eine Drei. Ich sah in den Spiegel vor mir und sah einen Schriftzug, der mit Blut geschrieben war. 

"Last Wish Granted"

Wie sagt man so schön?...Man kennt sich selbst am besten...

Autor: DerKoaLa

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