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Kaum bin ich glücklich, schon überkommen mich paranoide Gedanken. Gedanken, die ich versuche abzustellen, es jedoch nicht kann. Folglich kommen Gedanken darüber, dass jede Person, die ich gern habe, mir eigentlich bloß schaden will und sich mit meinem Bruder verbündet. Meinem verhassten Bruder. Was er mir angetan hat ist...unverzeihlich. Allein die Tatsache, dass er es nicht bereut, geschweige denn ihm Leid tut und er es immer wieder machen würde, beängstigt und quält mich zutiefst.

Fortwährend gehen diese Gedanken der Verschwörung unaufhörlich weiter, obwohl ich weiß, dass diese Gedanken nur Interpretationen meiner gestörten Phantasie sind. Doch mit jedem Gedanken werde ich wütender und paranoider. Ich grenze mich aus meinem eigenen Leben aus. Unaufhörlich. Diese Gedanken. Sie sind weit hergeholt und doch bringe ich mich selbst gegen meinen Verstand dazu daran zu glauben.

Ich bin gerade einmal 17 Jahre alt, und doch trage ich so viel Hass in mir, dass es mich schon zerfrisst. Niemand bemerkt es. Doch es ist gut so. Ich lebe lieber für mich alleine als mit diesen anderen verlogenen Seelen. Auch wenn ich wollte. Sie haben mich sowieso verstoßen. Sehen mich aber nicht als gestört, sondern als Opfer für ihre jämmerliche Begierde Menschen das Gefühl zu geben nicht dazu zu gehören, damit sie sich selbst besser fühlen. Dazugehörig. Arrogante Menschen.

Es ist Nacht, während diese Gedanken in meinem Kopf widerhallen. Ich liege in meinem kleinen Holzbett. Bis es mich überkommt. Es wird immer dunkler. Ich kann nun nichts mehr sehen. Bis gerade konnte ich dank des hellen Mondlichts alles in meinem Zimmer erkennen. Doch nun... Was ist geschehen ? Verdecken Wolken den Schein des sonst so hellen Mondes, der mein nun dunkles Zimmer erhellen sollte ? Ich will aufstehen. Nachsehen was die Lichtquelle aus meinem Zimmer verdrängt hat. Allerdings fällt es mir zunehmend schwerer meinen eigenen Körper zu kontrollieren. Ich fühle mich merkwürdig. Mir wird warm...wärmer. Mir ist heiß. So heiß. Die Decke die ich über meinem Körper liegen habe versuche ich reflexartig runter zu werfen. So heiß. So dunkel. So...

Meine Gedanken schwirren in meinem Kopf umher, wie Vögel die von etwas bedrohlichem aufgeschreckt wurden. Jeder Versuch sie zu ordnen scheitert. Schlecht fühlt es sich nicht an. Ich...I..Ich..I..

Ich wache auf. Mir tut alles weh. Es ist dunkel. Bin ich erblindet ? Nein. Ein unangenehmer Geruch bringt mich dazu schnell wieder zu mir zu kommen. Langsam erhebe ich mich vom kalten, steinernen Boden. Ich trage immer noch mein weißes Nachthemd. Doch ich bin nicht zu Hause. Was ist das für ein Ort ? Er scheint mir unbekannt zu sein. Es sieht aus wie ein ganz normaler trister, grauer, leerer Keller. Ich entdecke eine hölzerne Treppe. Sollte ich wirklich hinaufgehen ? Die Frage erübrigt sich. Mir bleibt ja doch nichts anderes übrig. Mit schweren Schritten begebe ich mich zur Treppe. Auf der ersten Stufe angekommen ertönt auch schon ein lautes Knarr. Kein Wunder. So alt wie dieser Keller scheint.

Knarr Knarr Krrzzzt

Ich springe abrupt eine Stufe zurück. Beinahe wäre die vorletzte Stufe durchgebrochen. Schritte ertönen von oben. Die lauten Geräusche müssen jemanden aufgeschreckt haben. Zumindest weiß ich nun, dass ich nicht alleine in diesem Haus bin. Geschickt steige ich über die kaputte Stufe hinweg und komme nun am Ende der Treppe an. Ich öffne langsam und bedacht die Tür nur einen kleinen Spalt. Nichts zu sehen. Alles dunkel. Allerdings ist der Geruch hier oben viel stärker. Ich kann den Geruch nirgends zuordnen. Nun öffne ich die Türe ganz. Das erste was ich erblicke ist ein offener Durchgang zum Wohnzimmer. Irgendwas liegt inmitten des Raumes. Am Ende des Wohnzimmers ist ein Fenster. Die Straße. Ich weiß wo ich bin ! Das Nachbarhaus ! Aber wieso ?

Bumm

Eine Türe wurde rasant zugeschlagen. Hörte sich an wie eine Haustür. Entweder ist jemand rein gekommen oder raus gegangen. Wenn nicht sogar geflohen.

Ich folge dem üblen Geruch, der anscheinend zu der Gestalt führt, die immer noch im Wohnzimmer liegt. Ich erkenne nicht was es ist. Es sieht aus wie ein kleiner schwarzer Berg. Langsam schreite ich zu der Gestalt. Ich beuge mich hinab. Mir wird schlecht. Je näher ich herankomme, desto schlimmer wird es.

Es sind zwei Menschen aufeinander gestapelt. Meine Nachbarn. Was war bloß geschehen ? Ich muss hier weg. Sofort !

Blaulicht erhellt plötzlich den dunklen Raum. Sirenen. Die Polizei. Sie stürmen rein. Sehen mich bei den Leichen. Sagen mir dass ich mich auf den Boden legen und die Hände über den Kopf nehmen soll. Ich bin verwirrt. Bin ich nicht auch nur ein Opfer ? Ich starre bloß. Stehe auf. Einer von denen kommt angerannt. Während er noch rennt zieht er den Schlagstock heraus. Warum ? Ich bin doch nicht bewa...

Wieder werde ich von einem Geruch geweckt. Diesmal kann ich ihn sofort zuordnen. Desinfektionsmittel. Diesen Geruch habe ich schon oft in der Nase gehabt. Ich muss in einem Krankenhaus sein.

Die Türe zu meinem Zimmer öffnet sich. Meine Mutter tritt ein. Gefolgt von meinem Bruder. Sie sagen ich sei verrückt. Sie sagen sie wussten schon immer dass sie mir ärztliche Hilfe hätten suchen sollen. Aber ich habe doch nie etwas getan...

Mutter schaut mich verachtend an, sagt dass sie froh ist mich nicht mehr tragen zu müssen und dass ich nach den Geschehnissen wohl nie wieder hier raus käme. Ohne mich noch einmal anzugucken verlässt sie das Zimmer.

Nun kommt mein Bruder näher an mich heran. Setzt sich neben mich auf das Bett, hebt sanft meine Haare beiseite und flüstert mir lächelnd ins Ohr: "Vielen Dank, dass du für meine Taten büßt. Und viel Spaß in dieser Anstalt. Hier lernst du Menschen kennen, die genau so sind wie du !"

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