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Sinistra Bearbeiten

"Verschwinde!", brüllte der stark angesoffene Jugendliche wütend und fuchtelte drohend mit seiner Faust herum. Doch das schien das hübsche, 15-jährige Mädchen, das direkt vor ihm stand und deutlich kleiner war als er, nicht zu beeindrucken.

"Ich wollte doch nur wissen, wo hier der Central Park-" Weiter kam sie nicht, denn plötzlich schoss die Faust des älteren Jungen herab und verfehlte sie nur haarknapp. Sie fiel nach hinten und konnte sich noch rechtzeitig auffangen, bevor sie mit ihren Gothic-Klamotten auf dem dreckigen Bürgersteig landete.

Jetzt war sie mit ihrer Geduld am Ende.

"Warum müsst ihr Menschen immer so unfreundlich sein?!", zischte sie verärgert, als sie sich wieder aufrichtete. In der kleinen, verlassenen Gasse war es so dunkel, dass der Betrunkene - selbst, wenn er nüchtern gewesen wäre - die schwarzen, gefiederten Flügel nicht bemerkte, die sich plötzlich auf dem Rücken des Mädchens bildeten. Doch er spürte auf einmal... eine ungeheure Panik.

"W-wer bist du?!", fragte er stotternd und versuchte, rückwärts aus der Gasse zu fliehen, doch seine Füße waren taub und wie am Boden festgeklebt.

Das Mädchen trat langsam und mit einem schadenfrohen Lächeln auf ihn zu. Ihre linke Hand zuckte minimal und er sank sofort auf die Knie. Sein Herzschlag wurde unnatürlich schnell.

Sinistra

"Nenn mich einfach..."

Widerwillig hob der Jugendliche den Kopf und starrte ihr entsetzt in die Augen, in denen sich nichts als Schwärze befand.

"...Sinistra!"

Genau in dem Moment, als sie ihren Namen aussprach, blieb das Herz des Jungen stehen. Eine Sekunde lang keuchte er noch panisch, dann verdrehten sich seine Augen nach oben und er kippte leblos nach vorne zu Boden.

Er hat es nicht anders verdiehnt!, zischte eine Stimme im Kopf des Mädchens, als sie an seiner Leiche vorbei weiter in die dunkle Gasse hineinging. Sie empfand kein Mitgefühl für undankbare, rücksichtslose Menschen, von denen es einfach zu viele gab. Und hier, in New York City, fiel es sowieso nicht auf, wenn es plötzlich einen Einwohner weniger gab.

Schließlich, als sie das Gefühl hatte, dass sie auch aus den Hochhäusern niemand sehen konnte, entfalteten sich ihre Flügel zu voller Größe und trugen sie mit rasanter Geschwindigkeit in die Luft, wo sie mit dem sternlosen, dunklen Nachthimmel verschmolz.

BoneEater Bearbeiten

Mit einem kräftigen Ruck zog BoneEater die dünne, weiße Decke von der Krankenliege - und lachte verzückt auf, als die Leiche eines jungen Mannes zum Vorschein kam. Krankenhäuser waren für ihn das reinste Paradies, denn hier wimmelte es nur so von leblosen, aber noch frischen, warmen Menschen!

Allein bei dem Wort lief BoneEater schon das Wasser im Mund zusammen. Er stammte nicht aus dieser Dimension, deshalb war alles Lebendige, was es hier gab, für ihn umso interessanter - und leckerer!

Vorsichtig hob er den Arm der Leiche vor sein Gesicht, das zur Hälfte unter unter einem echten Menschenschädel verborgen war, und schnupperte leicht daran. Wie immer stellten sich seine Nackenhaare vor Entzücken auf, als er den Duft von Blut, Fleisch und Knochen wahrnahm. Langsam öffnete er seinen Mund, sodass lange, schneeweiße Raubtierzähne zum Vorschein kamen - und biss kräftig zu.

BoneEater

Genau in diesem Moment wurde die Raumtür schwungvoll aufgerissen und das Licht eingeschaltet. Überrascht dreht BoneEater sich um, wobei er ein großes Stück blutigen Fleisches aus dem Arm riss, und hätte es fast fallengelassen, als er die vier lebendigen Menschen sah, die wie angewurzelt stehenblieben und ihn anstarrten. Einer von ihnen flüsterte entsetzt etwas, doch BoneEater verstand ihn nicht, weil er der menschlichen Sprache nicht mächtig war. Doch er wusste, dass dieser Mensch von ihm redete, denn sonst hätte er auch nicht mit den Finger auf ihn gezeigt.

Vorsichtig kam einer von Ihnen näher, ohne schneller oder langsamer zu werden. Er trug wie die Anderen eine seltsame blaue Uniform, die BoneEater schon mal irgendwo gesehen hatte. Er hatte bereits damit begonnen, das Stück Menschenfleisch zu zerkauen, sodass ihm das glänzende Blut wie Sturzbäche aus dem Mund troff und den gefliesten Boden verfärbte.

Schließlich blieb der uniformierte Mensch vor ihm stehen und fühlte sich plötzlich äußerst unwohl bei BoneEaters Anblick. Doch statt ängstlich wegzurennen, holte er etwas aus seiner Gürteltasche, das wie ein verformtes, eckiges Metallstück aussah. Er hielt es BoneEater direkt vor's Gesicht und rief irgendwas in seiner Sprache. Die anderen Menschen kamen jetzt auch zögernd näher, hielten jedoch mehr Abstand.

BoneEater schluckte den letzten Rest seiner Mahlzeit runter und richtete sich langsam auf. Ein kurzes Doppelklicken ertönte, als der Mensch irgendwas an dem Metallstück betätigte. BoneEater hatte den Verdacht, dass das nichts Gutes bedeutete.

Blitzschnell duckte er sich und sprang kraftvoll gegen die Beine des Menschen, der vor Schreck das Metallstück fallen ließ. Als er seine Reißzähne in das rechte Schienbein vergrub, schrie der Mensch panisch und schmerzerfüllt auf.

Die anderen Menschen blieben wie angewurzelt stehen und mussten fassungslos mitansehen, wie BoneEater sein Opfer buchstäblich in Fetzen riss. Das Blut und die sterblichen Überreste spritzten den gesamten Raum voll.

Als BoneEater fertig war, machte er sich über die anderen Menschen her, die vor Schock nicht mehr in der Lage waren, zu fliehen. Ihnen erging es genauso wie dem Ersten, wenn nicht sogar noch schlimmer. Es dauerte nur wenige Minuten, bis es in dem Untersuchungsraum so aussah und roch wie auf einem Schlachthof.

Zufrieden leckte BoneEater sich die dünnen, blutbespritzten Lippen ab und wandte sich danach zur Tür um. Er hatte das Gefühl, dass er jetzt besser gehen sollte, bevor noch mehr von diesen Menschen auftauchten und ihn vielleicht doch überwältigten. Ein letztes Mal schnappte er sich eines der Menschenfleisch-Stücke mit den Zähnen, bevor er aus dem Raum stürmte und nach einer Weile unbemerkt das Krankenhaus verließ.

SoulHunter Bearbeiten

Was für ein dummer Mensch!, durchfuhr es Vladimir, als er das geöffnete Fenster am Hochhaus entdeckte. Lässt mitten in der Nacht das Fenster sperrangelweitoffen stehen! Allerdings ist das nur für ihn ein Nachteil!

Sofort begann er, sein Versteck auf dem Dach eines anderen Hochhauses zu verlassen und sich innerhalb weniger Sekunden in eine kleine, schwarze Fledermaus zu verwandeln. Es war für einen Vampir zwar eine der altmodischsten Arten zu fliegen, aber hier in der Großstadt war es ein Vorteil, nicht ungewollt aufzufallen.

Mühelos flatterte Vladimir in das dunkle Zimmer hinein, und entdeckte mithilfe seiner Schallwellen ein Bett, einen Wandschrank, einen Tisch und einen Drehstuhl. Er beschloss, auf dem Bett zu landen.

Eine schlechte Idee, wie sich herausstellte.

Erschrocken schnappte jemand nach Luft, als Vladimir sich wieder in seine menschliche Gestalt zurückverwandelte. Es war ein Mädchen, knapp 14 Jahre alt, welches den Vampir erstaunt und ängstlich anstarrte.

Vladimir beugte sich zu ihr nach vorne und hielt ihr mit der rechten Hand fest den Mund zu, damit sie kein Geräusch von sich geben konnte. Langsam wandte er sich ihrem schutzlosen Hals zu und spürte, wie ihr Herzschlag schneller wurde. Das gefiel ihm. Denn je schneller ein Herz schlägt, desto mehr Blut wird in die Wunde gepumpt.

Sobald Vladimir seine langen, spitzen Eckzähne in ihre Halsschlagader bohrte, spürte er diese köstliche, rote Flüssigkeit auf seinen Lippen. Er wollte, dass es nie mehr aufhörte. Doch irgendwann nach ein paar Minuten war das gesamte Blut komplett ausgesaugt und Vladimir löste enttäuscht seine Zähne aus dem Hals des Mädchens. Es lag nun reglos da, und starrte ihn mit glasigen, toten Augen an. Doch statt einfach wieder zu verschwinden, wie es andere Vampire getan hätten, zog Vladimir eine winzige Glasphiole aus der Innentasche seiner Jacke hervor.

Vorsichtig öffnete er den Verschluss und hielt das Gefäß dem Mädchen dicht an die linke Schläfe. Zuerst passierte nichts, doch nach ein paar Sekunden begann die Phiole, sich mit einer weißen, rauchähnlichen Substanz zu füllen: Es war eine Seele.

Vladimir war, soweit er wusste, der einzige seiner Art, der seinen Opfern nicht nur ihr Blut, sondern auch ihre Seelen klaute. Deshalb wurde er von seinen Artgenossen auch SoulHunter genannt.

Schließlich, als das Gefäß bis zum Rand voll war, verstaute er es wieder sorgfältig in der Innentasche. Erst danach verließ er das Bett und ging zurück zum Fenster. Genau in dem Moment, als er hinaus in die kalte Nachtluft sprang, verwandelte er sich wieder in eine kleine Fledermaus und verschwand nach wenigen Sekunden hinter dem nächsten Hochhaus.

Fortsetzung folgt...

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