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Nach der Scheidung von unserem Vater hatte Mutter alle Hände voll zu tun. Er zahlte den Unterhalt nur unregelmäßig und Mutter war gezwungen sich einen zweiten Job zu suchen um uns gut über die Runden zu bringen. Dad war nach Holland abgehauen, gemeldet hat er sich seitdem nicht mehr. Ich war damals 17 Jahre alt, Nora, gerade erst 8. Nora war schon immer ein wenig zarter als andere Kinder. Sie spielte meist für sich und war sehr liebesbedürftig. Es war ein regelrechter Schlag für sie als er weg ging und sich einfach nicht mehr meldete. Ich versuchte so gut es ging, Mutter zu helfen. Sie kam oft erst sehr spät abends nach Hause und weinte auch viel in der Zeit. Aber ich war selbst noch jung und wollte auch leben.

Nora zog sich immer mehr zurück. Sie weinte nicht, klagte nicht aber sie lachte auch nicht mehr. Das Einzige was sie seit langer Zeit einmal wieder begeistern konnte war ein Ferby. Ihr kennt diese komischen Kuscheldinger sicherlich. Die können sprechen, singen usw. Nora hatte einen bei einem Einkaufsbummel gesehen und sich sofort einen gewünscht. Mutter schaute betrübt als ich ihr am Abend davon erzählt habe. Natürlich war so ein Ding viel zu teuer für uns. Ich wollte trotzdem nicht so schnell aufgeben. Es musste doch möglich sein, Nora wieder ihr Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern. So begann ich sämtliche Flohmärkte abzuklappern, bis ich schließlich fündig wurde.

An einem Stand bot ein alter Mann einen Ferby zum Kauf an. Sein Enkel sei krank geworden, erzählte er. Ihm könnte der Ferby nun keine Freude mehr bereiten. Mir tat der Mann leid aber trotzdem freute ich mich darüber als er mir den Ferby für 10 EUR verkaufte.

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Ich kam zuhause an und nahm das Spielzeug aus der Tüte. Ich kannte die Dinger noch von früher, heute hatten die Displays mit animierten Bildern als Augen. Was ein Quatsch aber wenn es Nora glücklich machte, sollte sie es haben. Ich wechselte die Batterien und das Teil krähte los. Entnervt platzierte ich ihn auf Noras Kopfkissen und verließ ihr Zimmer. Ungefähr eine Stunde später kam Nora nach Hause und ging auf ihr Zimmer um die Hausarbeiten zu erledigen. Ich musste Lächeln als ich ihren Freudeschrei hörte.

Von da ab war ich die beste Schwester der Welt. Nora nannte die kleine Nervensäge, Sam und Sam wurde ihr bester Freund. Wenn sie zum Essen runter kam war er bei ihr, wenn sie zu Bett ging hielt sie ihn im Arm. Sie erzählte sogar mit ihm. Ich muss gestehen mir waren das Teil und seine Augen unheimlich. Andauernd änderte er den Charakter, ich hatte gelesen, dass sie das tun würden aber so oft war mir suspekt.

Schließlich kam der Tag an dem ich Nora weinen und betteln hörte. Sie war in ihrem Zimmer und hatte außer Sam eigentlich niemanden bei sich. Ich blieb einen Moment vor der Zimmertüre stehen und lauschte. Ich hörte sie jammern: Bitte nicht… ich will das nicht…. Nein bitte. Dann betrat ich den Raum. Die Kleine saß auf ihrem Bett, Sam saß ihr gegenüber und krähte unverständliches Zeug. Seine Augen wirkten bedrohlich und ich verstand  wieso sie Angst hatte.

Ich packte den Ferby und warf ihn vom Bett was ihn gleich zum Verstummen brachte. Dann nahm ich die Kleine in den Arm und ließ sie erst einmal weinen. Sie erzählte mir dann eine Geschichte, die ich nicht glauben konnte. Sie musste eingeschlafen sein und schlecht geträumt haben.

Es sei noch jemand anderes im Zimmer. Der sei der eigentliche Besitzer von Sam. Ich wollte wissen, wo denn ich konnte niemanden sehen. Sie zeigte zu Sam und ich erschrak. Er saß auf einmal auf dem Hocker obwohl ich ihn vorher auf den Boden geworfen hatte. Ich fand es derart gruselig, dass ich mit ihr aus der Wohnung raus wollte. Ich zog ihr ihre Jacke an und wir machten uns auf den Weg zum Spielplatz. Ein wenig Abwechslung würde ihr gut tun. Unterwegs erzählte sie weiter. Der Besitzer sei ein gruselig aussehender Junge mit spitzen Zähnen. Anfangs hätte er normal ausgesehen und die beiden hätten zusammen gespielt aber er wurde immer böse wenn sie nicht machte was er wollte und das machte, ihr Angst. Sie sagte ihm er solle weg gehen und daraufhin drohte er ihr an ihr sehr, sehr weh zu tun. Sie erzählte mir, dass sie im Traum gesehen hatte was er tun würde wenn sie nicht mit ihm kommen würde, sie hatte es gemalt. Ich nahm mir vor, das Bild heute Abend einmal anzusehen und Sam sofort im Schrank zu verstauen.

Schließlich bekam ich sie doch davon überzeugt, dass es den Jungen nur in ihrer Einbildung gab und es beruhigte mich, dass sie sogar spielen ging. Sie steuerte gerade auf den Rutschturm zu und rief mir zu, ich solle ihr zusehen. Lachend ging ich auf die andere Seite und wartete, dass sie oben erschien. Aber ich wartete vergebens. Sie kam nicht. Mit ungutem Gefühl umrundete ich die Rutsche und rief ihren Namen. Keine Antwort. Ich blieb vor dem kleinen Durchgang des Rutschturms stehen und rief erneut. Wieder nichts. Ich atmete tief durch und schaute in den Turm rein, es war dunkel und von Nora keine Spur und dann geschah es. Direkt vor mir leuchteten zwei grell blau leuchtende Augen auf, ich erschrak furchtbar als ich, das Gekrähe des Ferbys hörte. Immer und immer: Bye bye Nora… bye bye Nora „



Ich schlug mir den Kopf an der Kante an und krabbelte rückwärts vom Turm weg und immer weiter krähte dieses schreckliche Ding. Ich suchte den Spielplatz ab, sie war fort. Ich war verzweifelt und wusste nicht mehr weiter, dann kam mir das Bild in den Sinn, ich weiß nicht wieso aber ich hatte die Hoffnung, dass ich dort einen Anhaltspunkt bekäme. Was ich dann mit Kinderhand in ihrem Zimmer vorfand, ließ alle Hoffnung schwinden. Mir wurde schlecht als, ich es sah und ich wusste, dass Nora da sein würde wenn ich zum Spielplatz zurück gehe, ich wusste aber auch in welchem Zustand sie wäre und wer noch bei ihr sein würde. 

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