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Nun lag ich da. Die Party war vorbei, ihr Geburtstag war genau genommen gestern und inzwischen schliefen sie alle.

Nur ich lag da, mit weit aufgerissenen Augen, meinen Atem anhaltend, jedes kleine Geräusche vernehmend.

Es war dunkel, nur ein kleines, gelbliches Licht am anderen Ende des Zimmers erhellte das Szenario ein bisschen.

Eigentlich war ich nicht allein, denn in diesem Raum schliefen ansonsten bestimmt fünf bis sechs Personen. Doch nur ich war wach und ich wollte, aber konnte nicht schreien.

Innerlich betete ich, dass es bald vorbei sein möge, doch nun, wo meine Augen sich immer mehr an die Dunkelheit gewöhnten, wurde mir klar, das dies eine lange Nacht werden würde.

Drei Meter an der Zimmertür, über die leicht atmenden Körper von drei Personen hinweg stand es. Kaum definierbar, es trug eine Art Mantel. Der rasselnde, schwere Atemgang und die angewinkelten, knochigen Arme mit den langen, klauenartigen Fingern ließen es an eine Art Hexe erinnern. Ob es mich gesehen hatte oder mich überhaupt wahr nehmen würde, kann ich nicht sagen, aber dass es besser wäre wenn nicht, war trotzdem offensichtlich.

Es verging bestimmt eine viertel Stunde, bis es sich ganz ruckartig zu ihr drehte. Sie lag in der Nähe des Lichtes, schlafend, in ihrem eigenen Bett. Ich zuckte ein wenig zusammen, als ich erkannte, dass unter dem schwarzen Mantel lange, dürre Beine hervorragten, während es über zwei weitere meiner Freunde hinwegschritt.

Es stand dann eine erneute Weile einfach nur vor ihr, mit dem Rücken zu mir.

Plötzlich wieder eine ruckartige Bewegung. Diesmal vermischt mit dem offensichtlichen Geräusch von langen, scharfen Zähnen, die sich in Fleisch rammten. Schmatzen.

Irgendwann floss das Blut in Strömen über das Bettlaken, Decke und den Teppichfußboden.

Mir wurde schwindelig. Zusammengekauert, mit Tränen überströmtem Gesicht lag ich unter meiner Decke. Ich presste die Augenlider aufeinander, versuchte auf das Ticken der Uhr, anstatt auf die Sterbende zu achten und flehte darum, dass es mich nicht bemerkte.

Bitte.-

Nun saß ich da. Die Party war vorbei, ihr Geburtstag genau genommen ihr letzter und alle schliefen.

Alle bis auf sie. Sie lag dort, am anderen Ende des Zimmers. Zusammengekauert unter ihrer Decke. Betend, flehend und winselnd darum, dass ich sie nicht sehen würde.

Grinsend hockte ich vor meinem Werk. Schmunzelnd dachte ich an die Reaktion der Eltern am nächsten Morgen. Leicht lachend dachte ich an das, was diese Nacht noch passieren würde.

Doch ich bin niemand, der einfach so tötet. Ich verfolge ein Ziel. Und mein Ziel ist es herauszufinden, wie viele sterben müssen, bis sie anfängt zu schreien.



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