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Mein Grinsen war so breit, wie es nur sein konnte, und ich musste mich zusammenreißen, um nicht zu lachen. Schließlich schlief meine Frau neben mir.

Ich blickte auf mein Handy, auf dem noch die letzte Nachricht von meiner Internet-Affäre stand, und dann zu meiner Frau, die neben mir, das Gesicht zu mir, schlief.

Sie schlief mir offenen Augen. Das hört sich zunächst ziemlich ungewöhnlich an, und in der ersten Zeit unserer Ehe hat es mich ziemlich... irritiert, aber mit den Jahren gewöhnt man sich daran.

Ich tippte meiner Affäre eine Nachricht zurück, und als sie mir ihrem unvergleichlichen Charme antwortete, musste ich erneut fast lachen. Aber das durfte ich nicht. Meine Frau schlief, obgleich ihre Augen offen waren, und so konnte sie auch nichts von meiner Affäre erfahren, aber wenn ich sie aufweckte...

dann wäre sie sofort wach. Kein langsames hochdämmern, das mir genug Zeit ließ, das Handy abzuschalten und zu verstecken. Sie würde es sofort sehen, und dann...

Sie war schon immer recht jähzornig gewesen. Nein, versteht mich nicht falsch, sie ist nett und so, aber wenn sie wütend wird, dann richtig. Sie rastet total aus.

Nun, ich könnte es auch verstehen. Wenn sie auf einmal mit einem anderen Mann eine Affäre hätte, wäre ich sicher auch sauer... Nun, gut dass sie es bisher nicht erfahren hat.

Ich blickte wieder zu ihr herüber. Ihre offenen Augen starrten mich an, in ihnen spiegelte sich das dumpfe Licht meines Handys. Hatte ich gerade eine Bewegung bemerkt? Nein, sie atmete ganz ruhig. Wenn sie wach wäre, würde sie schreien.

Mein Blick wurde wieder auf das Display gelenkt, als eine neue Nachricht von meiner Affäre aufblinkte. Ich las sie, lächelte, und wollte gerade zurückschreiben, als sich ein spitzer, heißer Schmerz in meiner Seite breit machte.

Ich keuchte, und unwillkürlich schaltete ich das Handy aus und ließ es auf den Boden neben dem Bett fallen.

Meine Augen wurden von der Dunkelheit überwältigt und ließen mich kaum noch die Schemen erkennen, die sich neben mir bewegten.

Erneut ein Schmerz, diesmal im Bauch. Ich schrie nun, es war mir egal, ob ich meine Frau damit aufweckte oder nicht...

Meine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit, aber was sie sahen, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Metaphorisch natürlich, denn ich spürte inzwischen, wie die rote Flüssigkeit von meinem Körper in die Bettdecke und die Matratze wechselte.

Was mir jedoch Angst machte, war die Kombination zweier Tatsachen:

Erstens die Tatsache, dass meine Frau sich aufgerichtet hatte und mit kalten Augen auf mich herabstarrte.

Zweitens die Tatsache, dass sie in ihrer linken Hand einen Eispickel hielt, der bis zum Anschlag drei Zentimeter über meinem Bauchnabel in meinen Eingeweiden steckte.

Ich nahm ihre Bewegung wie in Zeitlupe war, als sie den Eispickel aus mir herauszog und wieder hineinsteckte, wieder und wieder und wieder...



Corinna blickte von ihrer Lektüre auf, als es an der Tür klingelte. Auf dem Einband des Buches sah sie noch kurz den Titel – Gretchen, von Chelsea Cain – dann drehte sie sich um und lief zur Tür.

Sie öffnete sie und war überrascht, als niemand da war. Corinna blickte nach links, nach rechts, aber niemand war zu sehen.

Dann, wie zufällig, rutschte ihr Blick zu Boden. Genau vor ihren Füßen lag eine kleine, undurchsichtige Plastiktüte.

Sie hob sie an und griff hinein. Ihre Hand umfasste einen länglichen, fleischigen Gegenstand. Unwillkürlich angewidert zog sie ihre Hand zurück und blickte hinein.

Kurz darauf übergab sie sich lautstark auf ihre Füße.

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