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Am Rande eines großen, stillen Sees steht eine kleine Siedlung, welche derartig perfekt ist, dass sie fast wie eine Illusion erscheint. Große, moderne Musterhäuser sind aneinandergereiht, als wenn sie alle zusammengehören würden. Jeder Bewohner dieser Nachbarschaft scheint stets glücklich zu sein, schon seit Generationen setzt sich dieses Muster immer weiter fort.

Die Villa des Mannes

Doch wer neu in diese anscheinend traumhafte Siedlung zieht, der wird von den "Einheimischen" dort solange ausgeschlossen, bis er sich entschließt, umzuziehen. Was das Ausgrenzen von Neuankömmlingen betrifft, sind die Bewohner stets hartnäckig, denn alles, was anders ist, jede Veränderung, könnte die Perfektion gefährden. Und schon seit Jahren gibt es diese eine Sache, diese eine Person, die den Leuten dort ein Dorn im Auge ist. Sie versuchten schon alles, um dieses Ärgernis aus dem Weg zu schaffen, und dabei waren ihre Mittel nicht immer ganz legal. Das alte Haus des noch älteren Herrn Lamache trieb sie in den Wahnsinn, denn es stach mit seiner grauen Holzverkleidung gewaltig aus den anderen, hübschen Häusern hervor.

Es war eins eine prächtige Villa gewesen, doch seitdem Frau Lamache verstorben war, hinterließ die Zeit ihre Spuren. Das einst braune und glänzende Holz verfärbte sich zu einem trüben grau, die goldenen Verzierungen an den Fenstern rosteten, und brachten unter der goldenen Lackierung das hässliche Eisen hervor, aus dem sie bestanden. Die prächtigen Büsche verwelkten, und gaben dem trostlosen Haus einen Hauch von bitterer Trauer. Doch nicht nur das Haus an sich stach aus der Siedlung heraus, sondern auch die weißen Orchideen, die in dem zerstörten Garten blühten.

Fast niemand dort kannte Herrn Lamache persönlich, da er nur das Haus verließ, um seine Orchideen zu gießen. Doch auch niemand betrat je sein Grundstück, geschweigedenn sein Haus. Nach einiger Zeit hatten die Bewohner der Siedlung es aufgegeben, den alten Mann vertreiben zu wollen. Doch immer noch wurden Gerüchte über ihn verbreitet, welche sich teilweise im laufe der Zeit zu Gruselgeschichten umformten. Nachdem man eines Nachts einen lauten Schrei aus seinem Haus hörte, ging der Mythos um, dass er Nachts heimlich Leute entführte, und sie dann umbrachte. Die Leute begannen, Abstand zu seinem Haus zu halten, woraufhin sich die merkwürdigen Ereignisse immer mehr häuften.

Als ein paar Kinder durch die Fenster seines Hauses blickten, meinten sie, etwas fürchterliches gesehen zu haben. Es sollten mehrere Leichen an der Wand aufgehängt worden sein, deren Münder weit offen standen. Ihre Augen wären angebliche zugenäht gewesen, sie hätten schreckliche Wunden an ihrem ganzen Körper.

Ich persönliche Lebe ebenfalls in dieser Siedlung, und habe meine ganz eigene Meinung dazu. Ich denke, dass die Einsamkeit ihn in den Wahnsinn getrieben hat, und er die Trauer um den Tod seiner Frau in den gequälten Schreien seiner Opfer ersticken wollte. Die Orchideen müssen eine wichtige Bedeutung in seinem Leben gehabt haben, vermutlich waren es die Lieblingsblumen seiner Frau. Vielleicht liegt sie ja sogar unter ihnen begraben. Zusammen mit den Leichen. Es ist schön ganz schön spannend, etwas über einen alten Mann erzählt zu bekommen, oder? Aber mehr kann ich euch leider nicht berichten.

Ich muss jetzt nämlich meine Orchideen gießen...

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