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Hallo. Ich heiße Alex und bin 16 Jahre alt. Schon auf dem ersten Blick merkt man, dass ich nicht wie die anderen Mädchen in meiner Klasse bin. Schwarze Kleidung, kein Make-Up, Sidecut, statt langen Haaren und Einzelgänger. Auch psychisch unterscheide ich mich sehr von ihnen. Doch das tut hier nichts zur Sache. 

Da ich nun mal keine Freunde habe, sitze ich meistens zu Hause vor meinem PC.  Wie so ziemlich jeder Jugendlicher in meinem Alter, sehe ich mir sinnlose Videos auf den verschiedensten Plattformen an. So kam es, dass ich eines Tages vom Deep Web erfuhr. Die meisten, die in den Videos davon erzählen, sind traumatisiert von ihren Erlebnissen und raten jedem davon ab auch nur einen Klick im Deep Web zu machen. Ich jedoch fand das übertrieben lächerlich. Generell bin ich sehr hartgesotten. Horrorfilme, bei denen andere sich übergeben müssen, fand ich schon immer langweilig. Kurzerhand lud ich mir also die benötigten Programme runter und startete den Browser. Sofort suchte ich nach den kränksten Webseiten. Snuff-Videos, Bilder von zerstückelten Kinderleichen und Crush-Videos gab es zur Genüge. Nach kurzer Zeit wurde es mir zu eintönig und ich fuhr den Computer herunter. Ihr fragt euch sicher warum ich euch das alles erzähle, nachdem ich mich anscheinend eh nur gelangweilt habe. Wartet ab. Jetzt kommt der interessante Teil.

Nach ein paar Stunden schaltete ich den PC wieder ein. Schnell bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte. Die Taskleiste war verschwunden. Der Hintergrund zeigte zuvor ein Bild von meinem Hund, doch jetzt gähnte er mich tiefschwarz an. Auch die Icons fehlten und es war nur eine Anwendung installiert. Diese hieß: „Payday.exe“. Genervt stöhnte ich auf. Schon wieder so ein beknackter Virus. Jetzt war es auch schon egal und ich öffnete das Programm. Es erschien ein Livestream. Darin waren ein Mann, der eine Schweinsmaske trug, und eine gefesselte, ältere Frau zu sehen. Sie wirkte sehr verängstigt und schien mit ihren Augen um Gnade zu flehen. Ich stieß einen gellenden Schrei aus, als ich endlich erkannte, wer sie war. Die weinende, panische Frau war meine Mutter.

Zitternd vor Panik griff ich nach dem Telefon und rief sie an. Als sie abhob, fiel mir ein Stein vom Herzen. Aber leider nur kurz. Eine tiefe, krächzende Männerstimme rauschte durch den Lautsprecher: „Sieh auf den Bildschirm.“ Langsam drehte ich mich wieder um. Und erstarrte. Der Mann hatte jetzt auch ein Mobiltelefon in seiner Hand. Er trug keine Maske mehr, sondern nur mehr eine blickdichte Strumpfhose. Die Lippenbewegungen passten genau zu dem was die Stimme mir sagte: „Du dachtest wohl du könntest dich, ohne jegliche Gegenleistung, an meinen Videos ergötzen. Nichts bekommt man geschenkt. Die Menschen und Tiere, die du gefoltert und sterben sahst, waren Haustiere und geliebte Menschen von leichtgläubigen, naiven Seelen wie dir. Und jetzt bist du an der Reihe deinen Preis zu bezahlen.“ Nun vernahm ich nur noch ein dumpfes, tiefes Dröhnen. Er hat aufgelegt. An die nächsten Minuten kann ich mich nur mehr vage erinnern. Der Mann nahm eine verrostete Zange aus einer uralten Werkzeugkiste. Dann begann er meiner Mutter jeden einzelnen Finger- und Zehennagel abzureißen. Sie schrie, weinte und versuchte zu entkommen. Blut tropfte von ihren entblößten Fingerkuppen. Auch ich heulte und schrie wie am Spieß. Ich hoffte der Spinner würde endlich aufhören. Jedoch vergeblich.

Er holte ein Gefäß mit einer eigenartigen Flüssigkeit. Es sah aus wie Wasser. Als ich die Schrift auf der Flasche entziffern konnte, brüllte ich nur noch mehr. In der Flasche war kein Wasser, sondern Salzsäure. Langsam ließ er sie über den Körper meiner Mutter tropfen. Ihre verzweifelten Hilfeschreie klangen unmenschlich. Der Wahnsinnige schien es immer mehr zu genießen. Ich wusste nicht was schlimmer war. Die Frau, die mich geliebt und großgezogen hat so leiden zu sehen, oder die Gewissheit ihr nicht helfen zu können. Ein letztes Mal ging der geistesgestörte Mann zu seiner Kiste. Und hob einen vollen Benzinkanister hoch. Er entleerte den gesamten Inhalt über meine halbtote Mutter. Bevor er weitermachte grinste er hämisch in die Kamera. So als würde er sagen wollen: „Das ist alles nur deine Schuld“. Dann entzündete er das Benzin. Ich konnte noch ein paar letzte Schreie von ihr hören, ehe sie fürchterlich entstellt und regungslos liegen blieb. Der grausame Mörder endete den Livestream.

Der Vorfall ist jetzt einige Jahre her. Trotzdem zerbreche ich noch immer daran. Meine Schuldgefühle führten dazu, dass ich mich hasse und depressiv bin. Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen dem ein Ende zu setzen. Heute ist der Todestag meiner Mutter und es wird auch meiner sein. Dies werden meine letzten Worte sein. Ich will mit ihnen bewirken, dass ihr es euch dreimal überlegt, bevor ihr in das Deep Web einsteigt. Keinem soll es so ergehen wie mir. Passt auf euch und eure Liebsten auf.

Macht’s gut.

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