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Der Perückenkopf

Ich hatte irgendwie schon immer Angst vor Puppen, aber besonders schlimm war es bei Perückenköpfen, die ein angemaltes Gesicht haben. Da ich im Moment viele langhaarige Perücken habe, brauche ich wenigstens einen Perückenkopf, um genug Platz für die Perücken zu haben. Ich habe mir den Styroporkopf von meiner Oma geholt und ihn auf meinen Schrank gestellt, sodass ich ihn von meinem Bett aus sehe, wenn ich mich auf die linke Seite drehe. Ich hatte einfach den Drang, den Kopf im Auge zu behalten. Ich setzte ihm eine grüne Cosplayperücke auf. Sah schon viel netter aus. Nur das Gesicht machte mir weiter Angst. Eine breite Nase, kleine Augen und dicke Lippen, gemalt mit Edding. Der Mund war verschmiert von aufgetragenem Lippenstift. Einfach nur widerlich. Und angsteinflößend. Ich weiß, ich hätte ihn in den Schrank stellen können, aber ich wollte ihn wie gesagt im Auge haben.

Die Tage vergingen und nichts passierte. Bis diese eine Nacht kam.

Ich hatte Ferien, und mein Schlafrhythmus war ganz verschoben. Ich blieb bis 4 Uhr auf und stand um 15 Uhr auf. Nachts saß ich einfach nur am Laptop und hatte den Fernsehr im Hintergrund laufen.

Ab und zu schaute ich in dieser Nacht zu diesem Perückenkopf. Es kam mir so vor, als würde er sich bewegen. Ich redet mir ein, dass alles nur Einbildung war. Bis der Kopf plötzlich von alleine runterfiel. Ich schrie auf und mir wurde schwindelig vor lauter Angst. In diesem Moment wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich wollte ihn ganz sicher nicht aufheben. Ich wollte ihn nicht anfassen. Doch mir war klar, dass ich das tun musste. Also stand ich vorsichtig auf und ging zu dem Kopf. Ich starrte ihn an, und er mich. Warte.. hat er gerade geblinzelt? Mein Puls wurde schneller, mein Herz raste förmlich. Langsam bückte ich mich hinunter, und fasste den Kopf am Hals an, als ich einen stechenden Schmerz verspürte. Mir wurde schwarz vor Augen.

Ich wachte im Krankenhaus auf, mit der Erklärung, ich hätte elendig gekreischt, ununterbrochen und wäre dann zusammengebrochen. Ich redete noch mit der Ärztin und sie rief auf meinem Wunsch meine Eltern an, die zu mir kommen sollten. Als die Ärztin meine Eltern kontaktiert hatte, ließ sie mich alleine in dem Zimmer zurück. Langsam dreht ich meinen Kopf zum Fenster, und sah nur ein weißes, grinsendes Gesicht mit dicker, aufgemalter Nase und grünen Haaren.

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