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Dieses verfluchte Bein schmerzte schon wieder. Langsam war es nun wirklich nicht mehr auszuhalten. Die Schmerztabletten die ich bekommen hatte wirkten kein bisschen. Es fühlte sich an als ob es jemand mit einer stumpfen Säge abtrennen wollte, es aber nicht durch den verdammten Knochen schaffen würde. Diesmal brannte der Schmerz wirklich lichterloh und anders als die anderen 6 Male in dieser Nacht sah ich mich gezwungen aufzustehen. Langsam drehte ich meinen steifen Körper in Richtung Nachttischlampe und wie jedes mal zögerte ich trotz der Schmerzen, den Schalter zu betätigen. Jedes verdammte normale Kind hatte Angst vor der Dunkelheit, dieses Glück war mir nie zu Teil geworden. Lange Zeit hatte ich vor gar nichts Angst, aber seit kurzem habe ich Angst vor Licht. Denn die Dunkelheit versteckt nicht nur alle Monster, sondern auch dich vor ihnen.

Als mich wieder eine Welle des Schmerzes durchfuhr musste ich das Licht einfach einschalten. Die Lampe flammte auf und hüllte den Raum in schummriges Licht. Der Schimmel an den Wänden strahlte an manchen Stellen das Licht zurück und die Pfützen am Boden schimmerten dunkelblau wie das Meer. Mit den Ecken der Decke in der Hand versuchte ich mir langsam und ruhig Mut zuzusprechen, denn an den Anblick hatte ich mich noch lange nicht gewöhnt.

Meine Hände schoben die Decke langsam zur Seite und wie erwartet fanden meine Augen unterhalb der Hüfte nichts. Meine Rechte bewegte sich langsam zu dem Nichts, wo sich einmal mein rechtes Bein befunden hatte. Mein ganzer Körper fuhr zusammen, als sich meine Hand in meinem ehemaligen Bein befand, aber ich fühlte es nicht.

Sie nannte es Phantomschmerzen. Sie meinte es wäre völlig normal und wäre bereits allen so gegangen, aber alle hätten es überwunden. Ich müsste nur die nächsten Nächte durchstehen. Ich hatte sie damals mit großen Augen angeschaut und gefragt wie etwas weh tun könnte, dass überhaupt nicht mehr vorhanden wäre. Ihre Antwort war so kurz und vielsagend wie es alle ihrer Antworten waren, „du wirst es schon erfahren.“ Jetzt musste ich ihr völlig Recht geben.

Trotz dessen ließen meine Schmerzen nicht nach, sie wurden sogar noch schlimmer. Ab einem Zeitpunkt in dem meine gesamte Wahrnehmung nur noch aus langgezogenen Schmerzen bestand, musste ich sie einfach rufen. Mit Mühe gelang es mir den Schalter zu finden. Sie hatte mir einst erklärt, dass er so etwas wie der Stern über meinem Nachthimmel war und dass ich ihn nur drücken bräuchte und schon würde sie mir helfen.

Nach gefühlten Stunden des Wartens öffnete sich der Essensschlitz in der Tür und ein kleiner Teller wurde hinein gereicht. Es gelang mir jedoch nicht mich aus meiner Schlafkuhle zu ziehen, so stemmte ich mich an der Wand ab und landete mit dem Gesicht voran auf dem Boden. Doch es war mir egal. Ebenso egal wie das Wasser in dem ich gelandet war und mein angeschlagener Kopf. Ich griff tastend auf den Teller und fand meine langersehnte Pille. Sie wirkte wirklich Wunder und meine Schmerzen lösten sich in Wohlgefallen auf. Diese Pillen ließen die Welt in neuen Farben erstrahlen und die Wände tanzen.

Nach einiger Zeit dachte ich schließlich an meinen rechten Arm und hoffte, nein betete, sie möge heute keinen Hunger verspüren.

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