FANDOM


Ein Projekt von Chris Löwe, Laura Blumberg, Anthony Silberwasser, Markus Turm und

Anika Freitag

Tag 1 (12. 5. 2014) Protokoll von A. Silberwasser

Lieber Professor Emanuel Vogel,

dieses Kompendium ist ein Protokoll eines Projektes unserer Gruppe, dem Projekt „Faceless“.

Thema dieses Projektes ist eine urbane Legende, der Slender Man, im Deutschen wortwörtlich „Schlanker Mann“, im Regelfall aber mit „Großmann“ übersetzt. Selbiger findet sich bereits im fünfzehnten Jahrhundert als Kinderschreckfigur in Aufzeichnungen wieder, die aus dem Schwarzwald, nähe Ettlingen, Erwähnungen unter anderen Namen gibt es bereits im alten Ägypten und anderen frühen Hochkulturen. Vor einigen Jahren erweckte ein Mann unter dem Pseudonym

Victor Surge die Legenden wieder zum Leben. Dies geschah in Folge eines Wettbewerbes im Forum „Something Awfull“.

Allgemein lässt sich über den Slender Man folgendes sagen;

Er ist etwa zehn Fuß hoch, ausgesprochen dürr, trägt einen schwarzen Anzug mit gleichfarbiger Krawatte (manchmal auch als rot beschrieben) und weißem Hemd. Ebenfalls weiß ist seine Haut. Der Slender Man hat weder ein Gesicht noch erkennbare Gesichtszüge, ähnelt vom Körperbau ansonsten jedoch einem gewöhnlichen Menschen, von den überlangen Extremitäten einmal abgesehen. Darüber hinaus ist die Wesenheit in der Lage, mehrere, meterlange Fangarme aus seinem Rückenbereich auszubilden.

Slender Man verfolgt Menschen (meist Kinder oder Leute, die viel über ihn wissen) und entführt sie. Laut manchen Quellen tauchen die Opfer nie wieder auf, manchmal sterben sie auf grauenvolle Art. Traditionell wird überliefert, dass die Menschen auf angespritzten Baumstämmen gepfählt werden. Anschließend werden einzelne Organe entfernt, ohne dass der noch lebende Wirt zu Tode kommt, und später in Plastiksäcken wieder in den Körper eingefügt. Dieser Prozess hinterlässt keine Wunden, das Opfer stirbt an der Isolation wichtiger Organe oder am Blutverlust, der durch die Pfählung erfolgt. Ich möchte an dieser Stelle meine Skepsis darüber ausdrücken, dass ein Wesen, dass seit mehreren Jahrtausenden auf der Erde weilen soll, Plastiksäcke für seine traditionelle Tötungsart verwendet. Auf elektrische Geräte wirkt das Wesen eine beachtliche Störfrequenz aus, zudem ist es in der Lage, die Psyche von Menschen ernsthaft zu beeinflussen und zu schädigen.

Es gibt viele weitere Details und Daten über den Großmann, ich werde sie jedoch vorerst nicht einbringen, erst wenn der Inhalt als wahr festgestellt oder vermutet wird, oder zur Ergänzung der Aufzeichnungen als Notwendigkeit erachtet wird.

Über meine sonstige Einstellung zu dem Projekt kann ich nicht behaupten, dass ich die Theorie, dass dieses Wesen existiert, unterstütze, ich lehne sie aber auch nicht ab. Für mich ist dieses Projekt die Untersuchung einer These mit ungewissem Resultat.

Der Plan, ausgearbeitet von mir und Miss Freitag, sieht vor, dass wir das Wesen anlocken, nicht, es zu suchen. Dennoch begeben wir uns morgen nach Ettlingen und verbringen dort die ersten drei Wochen des Projektes. Ansonsten verlassen wir uns, ausgehend von der Vermutung, dass der Slender Man existiert, auf die These, dass er den Menschen nachstellt, die sich zu sehr in seine Angelegenheiten einmischen, wenn sie diese Umgangssprache gestatten.

Für heute sammeln wir, jeder für sich, Daten. Dies beinhaltet das Lesen von Fachliteratur und Romanen, aber auch von Internetseiten. Viele Menschen, die behaupten, sie ständen mit der Wesenheit in Kontakt, haben Kanäle auf Seiten wie YouTube. Ich, für meinen Teil, plane, mir einen Kanal namens KindVonDerRitter vorzunehmen. Der Betreiber vermittelt über Videos, die aus meist bizarren oder verstörenden Bildern bestehen, kryptische Nachrichten, die im Zusammenhang mit einer Kreatur stehen, bei der es sich offenbar um Slender Man handelt.

Nachtrag: Das bisher letzte Video des Nutzers KindVonDerRitter endet mit den Hinweis „Just listen“, „Hör einfach zu“ im Deutschen. In den Kommentaren wurde spekuliert, ob dies eine Aufforderung ist, sich die Musik, mit der das Video „Memoir“ untermalt ist, mit geschlossenen Augen anzuhören. Ich habe dies versucht, brach das Experiment jedoch ab, als sich bei mir eigenartige Empfindungen einstellten. Für den Fall, dass der Sound schädliche Wirkung auf das Gehirn hat und nicht, wie das Video behauptet, den Schlüssel zu irgendeinem Geheimnis in sich trägt, werde ich den Vorgang vorerst nicht wiederholen und jedem dringendst davon abraten.

Tag 2 (13. 5. 2014)

Nach dreistündiger Fahrt haben wir Ettlingen erreicht und uns in einem kleinen Hotel eingerichtet.

Gegen Mittag haben wir mit unserer Arbeit begonnen: Mr. Turm und Mr. Löwe haben sich in den Wald begeben um die nähere Gegend zu sondieren und sie sich einzuprägen, Miss Freitag untersucht ein altes Beispiel des Totentanzes, ein Steinmal, dass sich nahe Ettlingen findet und welches allgemein als „Toter Mann“ bekannt ist. Eine Verbindung ist nicht nachgewiesen, aber wir müssen jeder Fährte folgen. Miss Blumberg hingegen fragt die Einheimischen über die Thematik aus. Ich selbst bewache das Zimmer, dass uns als Einsatzzentrale dient, und bilde zeitgleich eine Informationsbrücke, die Daten entgegennimmt und weiterleitet. Da diese Aufgaben jeweils für die Beschäftigung des ganzen Tages andauern werden, wird die Auswertung der Daten morgen erfolgen.

Tag 3 (14.5.2014)

Nach dem Frühstück haben wir die Daten zusammengetragen und ausgewertet:

Der Großmann/ Grossman tritt in alten lokalen Legenden gegen Beginn des achtzehnten Jahrhunderts auf. Beschrieben wird er als eine Art Engel oder düstere Fee, die böse Kinder mitnimmt oder verfolgt, bis sie ihre schlimmen Taten gestehen und bereuen.

Ein älterer Mann, der das dritte Reich noch miterlebt hatte, erzählte Miss Blumberg zudem von einer Begebenheit im zweiten Weltkrieg: Nicht weit von der Stadt hatten deutsche Soldaten ein Gebiet abgesperrt, heimlich und unauffällig. Neben Soldaten waren auch einige Wissenschaftler dabei, zudem einige russische und französische Strafgefangene. Die ersten Monate blieb das Lager ruhig. Dann, eines Nachts, kamen Soldaten ins Dorf und fragten nach Männern, die sie offenbar vermissten. Sie wären in den letzten Tagen auffällig geworden, nicht durch unmäßiges, eher durch nervöses, verstörtes Verhalten. Dann sein sie einfach verschwunden. Die damals noch gläubigeren Angehörigen der Gemeinde hatten den Soldaten vom Großmann erzählt und sie gewarnt, nicht den Zorn des Wesens auf sich zu ziehen, dass wohl als eine Art Waldgeist fungierte, als Beschützer der Unschuldigen. Natürlich schenkte man ihnen keinen Glauben.

Einen Monat später, waren im Wald Schüsse zu hören, zudem schien es nahe das Lagers ein Feuer zu geben, dass sich schnell ausbreitete. Die Leute aus dem Dorf stellten sofort ein Löschteam zusammen und konnten den Brand überraschend einfach stoppen, doch das Lager war ausgebrannt.

Zwar fand man Leichen, aber viel zu wenige, als dass es alle Einwohner des Lagers hätten gewesen sein können. Zu den erhaltenen Daten gehörte ein Tagebuch eines Soldaten, das offenbar beschrieb, wie immer mehr Männer durchdrehten, an Paranoia, Amnesie und Schlaflosigkeit litten, alles sind häufige Symptome der „Slender Sickness“, einem Einfluss, den Slender Man auf seine Umgebung ausübt. Schließlich begann auch der Soldat selbst, vom Thema abzuschweifen, anfangs glichen seine Notizen denen eines Paranoiden, dann wurden sie zusammenhangslos und schließlich folgten nur noch wilde Kritzeleien, bis die Aufzeichnungen ganz aufhörten. Ein Bild unter den Skizzen war klar zu erkennen: Ein Mann, umgeben von Bäumen, allerdings ohne Gesicht.

Ansonsten verlief der heutige Tag relativ ereignis- und erfolglos. Nur Mister Turm scheint etwas bemerkt zu haben: Offenbar fiel ihm vermehrt eine junge Frau auf, die unserer Gruppe in gewissem Abstand folgte. Er beschrieb sie als hübsch, blass und offenbar zum Teil asiatisch.

Zwar ist es nicht unüblich, dass Mister Turm eine junge Frau bemerkt, allerdings werde ich dieser Beobachtung die selbe Beachtung schenken, wie jeder anderen relativen Spur bis jetzt.

Tag 4 (15. 5. 2014)

Da wir keine weiteren Informationen aus den Einwohnern zu gewinnen scheinen, haben wir uns für heute zu einem Picknick im Wald entschieden, einer Maßnahme, die die Aufmerksamkeit des Wesens auf uns richten kann wie jede andere. Es war gegen Mitte des Picknicks, als unser Radio, dass wir zur musikalischen Unterhaltung mitgenommen hatten, anfing, Störsignale zu empfangen und zunehmend zu rauschen. Wir stimmten ab, ob wir gehen sollten. Drei zu zwei fürs bleiben.

Zehn Minuten später setzte bei mir und Blumberg ein eigenartiges Gefühl ein, als wenn wir beobachtet würden, nach zwanzig Minuten spürte es auch Löwe, nach einer Stunde begann es auch bei Turm und Freitag. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits das Gefühl, etwas stünde direkt hinter mir. Unsicher, ob es an unserer Paranoia und schlechtem Empfang lag, oder ob wir tatsächlich bereits Kontakt zum Wesen aufgebaut hatten, zogen wir uns nun nach Einheitsbeschluss zurück.

Das Gefühl hielt bis zur Waldgrenze an. In der Stadt fiel mir eine Frau auf, die auf die Beschreibung von Mister Turm passte, allerdings bin ich nicht sicher, ob ihr Interesse uns galt, obgleich sie ungefähr in unsere Richtung blickte.

Einige Quellen des Slender Man- Mythos besagen, dass das Wesen die Psyche eines Menschen so verwirren kann, dass es seine Menschlichkeit verliert und eine Puppe des Slender Man wird.

Diese Menschen werden als „Proxy“ bezeichnet und dienen ihrem Herren offenbar bedingungslos, anders als gewisse neuheidnische Kulte, die ihn als Gott verehren und sich von ihm neues Wissen und Gnade vor seinem Urteil erhoffen.

In unserem Zimmer bereitete ich einige Aufnahmegeräte vor, die die Musik des Radios aufnehmen sollten ,während wir nicht im Raum waren.

Tag 7 (18. 5. 2014)

Heute hat sich Turms These als wahr erwiesen: Beim Einkaufen sprach mich die Frau, die uns beiden bereits aufgefallen war, direkt an und ermahnte mich, das Projekt abzubrechen, bevor es zu spät war. Auf meine Bitte, sich zu identifizieren, stellte sie sich als Jessica Lin vor.

Als ich sie nach ihrem Beruf oder ihrem Grund für die Einmischung ins Projekt fragte, verweigerte sie die Aussage. Ich werde ihren Rat daher vorerst vollkommen ignorieren, eine Entscheidung, bei der mir der Rest der Gruppe zustimmte.

Tag 9 (20. 5. 2014)

In der vergangenen Nacht hatte ich Schwierigkeiten, Schlaf zu finden. Ansonsten gibt es bisher eigentlich keine weiteren Anzeichen dafür, dass wir irgendwelche Fortschritte machen würden.

Eigentlich. Etwas geht vor. Erst heute realisiere ich es, aber etwas hat sich auf die Gruppe gelegt.

Sie alle machen einfach brav ihre Recherchen, fragen herum, spazieren durch den Wald und was sonst noch, aber der Enthusiasmus der Gruppe ist einer Art unterdrückten Nervosität gewichen.

Es fühlt sich an, als wäre jeder Witz erzwungen, jedes Lächeln gespielt.

Unter den Liedern, die ich mir im Rahmen meiner Nachforschungen angehört habe, gab es eines, dass ursprünglich aus dem Spiel „Dead Space“ stammt, später aber auch für einige Spiele verwendet wurde, die vom Slender Man handeln. Es handelt sich um eine umgedichtete Form des alten englischen Kinderreims Ring a Ring o' Roses, welcher zur Zeit der Pest sehr populär war.

Eine Zeile des umgedichteten Liedes war „The evil thing, it knows me“. Es ist schwer zu erklären, aber ich assoziiere die Zeile stark mit der aktuellen Stimmung.

Tag 10 (21. 5. 2014)

Ich habe wieder kaum schlafen können. Als es mir endlich gelang, träumte ich von mir, in meinem Bett, wie ich hoch blickte, in das Gesicht der Gestalt, die sich über mein Bett gebeugt hatte.

Oder besser: In das fehlende Gesicht.

Ich habe den anderen Gruppenmitgliedern nichts erzählt. Das Projekt darf noch nicht abgebrochen werden, nicht, weil ich die Nerven verliere. Stattdessen habe ich vorgeschlagen, dass wir morgen ins Schwimmbad gehen und uns einen Tag frei nehmen. Die Intensität, mit der die Anderen den Vorschlag begrüßten, zeigt mir, dass auch sie dieses Gefühl nicht loswerden.

Tag 11 (22. 5. 2014)

Wir haben ihn gesehen. Im Schwimmbad. Er stand in einiger Entfernung im Schatten eines Baumes und beobachtete uns. Wir haben das Freibad sofort verlassen und haben uns ins Apartment begeben.

Dort haben wir uns die Bänder der Aufnahmegeräte angehört, eine Aufgabe, die wir in den letzten Tagen vernachlässigt hatten. Mehrere Male begann das Radio plötzlich zu rauschen, aber in der vergangenen Nacht, als wir das Radio versehentlich angelassen hatten, nahmen die Geräte das eigenartigste Geräusch auf: Eine Frequenz, die Löwe als „Bloop“ identifizierte, ein Geräusch, dass im Sommer 1997 von Unterwassermikrophonen aufgenommen worden war, und dessen Ursprung kein Mensch je hatte bestimmen können.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich dachte, ich sei darauf vorbereitet, dass sich die These, die Löwe aufgestellt hatte, bewahrheiten konnte, aber ich war es nicht.

So simpel die Erscheinung war, ihre Ausstrahlung entsetzte mich über die Grenzen rationalen Denkens.


Nachtrag, 23:00 Uhr:

Der Strom hat aufgehört zu laufen. Mister Turm ist zum Hauswirt gegangen um sich zu beschweren, aber er ist seit über einer halben Stunde weg. Wir alle sitzen mit Taschenlampen in der Hand auf unseren Betten und zittern vor Angst. Ich weiß nicht, wie ich es überhaupt schaffe, dieses Journal zu schreiben. Wir hoffen alle, dass wir den Morgen erleben. Wir fühlen, dass er nah ist.


Nachtrag, 23: 21 Uhr:

Mister Turm ist nicht zurückgekommen, ich werde ihn mit Löwe, nein, Chris, suchen gehen.

Sollte dies mein letzter Eintrag werden, wird Anika Freitag das Journal weiterführen.

Zumindest ist sie meine Vertreterin für diese Aufgabe.


Tag 12 (23. 5. 2014)

Es ist früh am morgen, nur Minuten nach Mitternacht und wir leben noch. Wir alle fünf.

Wir haben Markus nicht weit vorm Zimmer gefunden, gelähmt vor Angst, die Fingernägel blutig gekaut. Offenbar ist ihm das Ding erschienen und hat sich auf ihn zubewegt, bevor es verschwunden ist. Während ich dies hier schreibe, übergibt er sich in die Toilette. Ich helfe den anderen beim Packen, wir bleiben nicht mehr bis zum Morgengrauen in Ettlingen.



Tag 1 (4. 6. 2014) Slender Man- Tagebuch von Anthony Silberwasser

Ich schreibe diese Sätze für niemanden und ich glaube nicht, dass sie je jemand lesen wird.

Wir sind nach München zurückgekehrt und haben uns gesammelt krankgemeldet.

Die ersten Tage verbesserte sich mein Zustand, dann schlug es auf mich nieder, wie ein Gewittersturm. Ich bekomme kein Auge mehr zu, ich zucke beim Summen einer Fliege zusammen, ich habe alle elektrischen Geräte im Haus durchgehend laufen, ich gehe nicht ans Telefon, nicht an meine Mails. Ich habe ihn noch nicht wieder gesehen, aber ich weiß, er hat mich gefunden.

In den schlimmsten Phasen vergesse ich meinen Namen und kotze den Boden voll.

In den besten Phasen kauere ich in einer Ecke und weine.

Ich weiß nicht, was ich tun soll.

Tag 2 (5. 6. 2014)

Ich habe versucht, Chris und die anderen zu erreichen. Kein Erfolg. Ich weiß nicht, ob sie auch aufgehört haben, ans Telefon zu gehen, oder ob es sie überhaupt noch gibt.

Ich habe heute alle Uhren in meiner Wohnung zerbrochen. Das Ticken hat an meinen Nerven gesägt wie nichts. Ich traue mich nicht mehr in die Ecke. Er ist nicht in dem Sinne organisch oder materiell, er kann einfach durch Wände und Decken und Böden gehen. Ich habe mir daher vor meinem Sessel daher einige Spiegel aufgebaut, auf denen ich den Raum hinter mir beobachte.


Tag 3 (6. 6. 2014)

Es klingelt immer wieder an meiner Tür, ich gehe nicht ran. Heute morgen stand er bei mir im Hof.

Jetzt, in diesem Moment, steht er in der Küche. Ich habe ihn gesehen, ich bemerkte, wie die Elektrik spinnt.


Tag 4 (7. 6. 2014)

Jessica Lin ist in meine Wohnung eingebrochen. Ich realisierte es erst im Krankenhaus.

Laut ihrer Aussage, stand ich in der Küche und hielt mir ein Küchenmesser an den Puls.

Sie sagt noch immer nicht, wer sie ist, aber sie hat versprochen, mir zu helfen.

Ich glaube ihr nicht.


Tag 5 (8. 6. 2014)


Heute waren einige Freunde von mir zu Besuch. Ich musste feststellen, dass ich einige ihrer Namen vergessen habe. Auch Lin war da. Sie hat mir eine spezielle Schokolade gegeben, die die Panik in mir etwas legt. Es kümmert mich nicht, ob sie vergiftet ist oder mich willenlos macht. Ich will nur noch raus aus diesem Albtraum. Und ich habe einen Plan.


Er verfolgt mich noch immer. Seit ich hier bin, habe ich ihn nicht gesehen, aber ich spüre es. Das Licht flackert immer wieder, lebenswichtige Geräte anderer Patienten laufen auf Notstrom.

Lin telefoniert offenbar mit wichtigen Leuten.


Nachtrag: Er war hier. Im Zimmer. Er wuchs einfach aus der Wand. Mein Bettnachbar hat ihn auch gesehen. Fast eine Stunde starrte er uns augenlos an, während die Schwestern und Ärzte an der Tür rüttelten, die sich offenbar verschlossen hatte. Als er verschwand, ging auch die Tür auf.


Tag 6 (9. 6. 2014)

Mein Bettnachbar heißt Chris Löwe. Ich musste dieses Journal erst durchlesen, um mich an ihn zu erinnern. Ich habe ihm von meinem Plan erzählt und er sagt, es wäre der mieseste Plan aller Zeiten.

Er sagt aber auch, dass es der einzige Plan ist. Morgen werden wir es versuchen.

Chris hat mich überredet, auch Lin einzuweihen.

Sie hält ihn für riskant, hält uns aber nicht auf.

Wenn wir Erfolg haben, dann kommen wir in ein anderes Krankenhaus, in dem er uns nicht finden kann. Sagt Lin.

Sie sagt zwar auch, dass die Gefahr groß ist, aber ich misstraue ihr mal wieder, nicht aus Paranoia, sondern weil ich absolut nichts mehr weiß, dass ich zu verlieren habe.


Tag 7 (10. 6. 2014)

Chris und ich haben uns gegenseitig geholfen, uns zu duschen, einzukleiden und unserer Schokolade zu nehmen. Lin hat einen Laptop organisiert.

Jede Minute entscheidet sich, ob ich leben werde.

Implord (Diskussion)


Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki