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Wir stehen uns gegenüber. Sie weint. Ihr laufen dicke Krokodilstränen die Wangen runter, weshalb ihr die langen, schwarzen Haare im Gesicht kleben. Sie trägt ein langes, schwarzes Kleid und ist barfuß, so wie ich. Doch etwas an ihr ist anders, etwas an ihr beunruhigt mich. Ich frage mich, was kann es nur sein?

Da bemerke ich es. Langsam ändert sich ihr Weinen, es wird zu einem Lachen. Erst ein Glucksen, dann ein Kichern, nun ein gestörtes Lachen. Das Lachen hallt durch den Flur, in dem wir uns befinden. Sie legt den Kopf in den Nacken und das Lachen wird noch angsteinflößender. Plötzlich knickt sie einfach so nach hinten um. Ihre Beine stehen noch gerade auf dem Boden, während ihr Oberkörper einfach daneben liegt. Es sieht so aus, als wäre ihre Wirbelsäule genau in der Mitte durchgebrochen. Sie lacht jedoch weiterhin. In mir breitet sich das Gefühl von purer Angst aus. Die Stimme in mir schreit: „Lauf!“, doch die Angst lähmt mich. Das Lachen will nicht verstummen und sie befindet sich weiterhin in dieser verdrehten Position. Langsam löst sich meine Angst ein wenig. Sofort setze ich einen Fuß nach hinten.

Das Lachen verstummt. Blitzschnell klappt ihr Oberkörper nach vorne. Ihr Gesicht liegt auf dem Boden. Sie stützt sich mit den Armen ab und hebt ihren Oberkörper ein Stückchen vom Boden. Ihr Gesicht ist blass, ihr Mund zu einem breiten, unnatürlichen Grinsen verzogen. Ihre Augen sind weit aufgerissen und blutunterlaufen, mit einer kleinen, schwarzen Pupille in der Mitte. Mit einer seltsam hallenden Stimme sagt sie: „Wo willst du hin? Lauf, lauf nicht weg! Oder willst du Fangen spielen?“ Sie krabbelt auf mich zu. Die Stimme in meinem Kopf schreit erneut: „Lauf!“ Blitzschnell drehe ich mich um. Ich renne den endlos scheinenden Flur entlang, bis ich von einer Mauer aufgehalten werde. Ich bin mit vollem Tempo gegen diese Mauer gelaufen. Ich taumle einige Schritte rückwärts und spüre, wie sie immer näher an mich heran kriecht. Es ist ein unschönes Gefühl und es verstärkt die Angst nur noch mehr.

Voller Angst reiße ich die Augen auf. Erleichterung, es war alles nur ein Traum. Ich hänge mit dem Oberkörper aus dem Bett, daher der realistische Schmerz beim Zusammenprall mit der Mauer. Verschlafen starre ich in die Schwärze unter meinem Bett. Von dort starren große, weiße, blutunterlaufene Augen mit einer kleinen, schwarzen Pupille in der Mitte zurück.


Benutzer: little Mary

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