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Papa ist so toll. Auch, wenn er lange arbeiten muss, so ist er doch immer für mich da, wenn ich ihn brauche. So eine wunderbar behütete Kindheit. Meine Mama hat meinen Papa bei meiner Geburt verlassen, so hat es mir zumindest Papa immer erzählt, wenn ich nach ihr gefragt habe. Er hat sie mir als wunderschöne Frau mit dem traumhaftesten Lächeln überhaupt beschrieben. Dann sagt er immer, dass ich genauso lächele wie sie. Ich kenne Mamas Aussehen nur von Bildern. Eines davon steht bei mir im Zimmer. Darum zeige ich ihm so oft ich kann mein schönstes Lächeln. Das freut ihn immer so sehr und dann schenkt er mir neues Spielzeug. Das ist mit am schönsten. Das ganze viele Spielzeug. Es sind Puzzles. Ich liebe es zu puzzeln.

Mein Zimmer ist voll mit Puppen und fertigen, sich auf dem Boden befindenden Werken. Die Sonnenstrahlen des warmen Abends tauchen mein Zimmer ein sanftes Orange. Auf dem grünen Teppichboden sitzend, beginne ein neues Puzzle. Eines, dass sich wohl als das schwierigste herausstellen dürfte. Ich liebe es, so geschwollen zu denken. Papi hat mir das beigebracht. Über Stunden arbeite ich hochkonzentriert an der Vervollständigung und merke nicht, wie sich Papa von hinten anschleicht. Erst, als er mir sanft meinen Kopf tätschelt und ich vor Schreck zwei Puzzleteile fallen lasse, springe ich hoch und nehme ihn so fest ich kann in den Arm.

Er fragt mich, wie es mir geht. Will wissen, wie ich so vorankomme. "Da passt irgendwas nicht, Papa!", nörgel ich verstimmt und schaue schmollend in das grinsende Gesicht meines Vaters. Er braucht nicht lange, um den Fehler zu erkennen. Da fehlt ein wichtiges Teil, sagt er und deutet auf eine riesige freie Stelle im Gesamtbild. Danach verlässt er mit dem Bestreben, uns etwas Essbares aufzutreiben, mein Zimmer. Mit verschränkten Armen stehe ich vor meinem Puzzle. Ein bedeutendes Teil. Wo bekomme ich das her? Ich will doch nur spielen. Nur das Puzzle fertigbekommen. Dann kann Papa stolz auf mich sein. Er bringt mir so oft neue Spielzeuge mit. Neue Puzzleteile. Ich will nicht warten, bis er wieder was mitbringt. Es soll JETZT fertig werden. Immer wenn ich gnatzig werde, erinnere ich mich, dass Papa oft deswegen schimpft. Ich darf nicht ungeduldig sein. Aber das ist mir so wichtig. Es soll ein Geschenk für mich selber werden.

Den Rest des Abends verbringe ich grummelnd auf meinem Bett. Über die Lösung meines Problems nachdenkend. Wo soll ich nur dieses eine Puzzleteil herbekommen? Es ist bereits Nachts. Papa und ich haben noch zu Abend gegessen. Wie immer, wenn ich traurig bin, hat er versucht mich zum Lachen zu bringen. Hat mir witzige Geschichten von seiner Arbeit erzählt. Ich finde es trotzdem doof, dass ich dieses verdammte Teil nicht habe. Mein Körper beginnt sehr schlimm zu kribbeln. Ich kann nicht mehr warten.

Am nächsten Tag ist es endlich soweit. Ich habe es geschafft. Mein neuestes und anspruchsvollstes Puzzle ist fertig. Es ist so schön. Ich will es Papa zeigen. Stehe neben Papis Bett und zupfe wild am Ärmel seines Schlafanzuges. Er bewegt sich nicht. Warum denn nicht? Ist er wütend auf mich? Ich habe doch nur die Geduld verloren. Das letzte Puzzleteil von ihm geholt. Es war doch nur eine Hand. Papa hat so geschrien. Da habe ich ihm das Küchenmesser in den Mund gestopft. Er weiß, dass ich Angst vor Geschrei habe. Der schwarze Griff des Messers ragt noch immer aus seinem Mund. Kann er deshalb nicht reden? Mit einem Ruck ziehe ich das Werkzeug, mit dem ich mir die Hand hatte holen wollen, aus Papis Mund. Wooow. So viel roter Saft. Papa hat mir immer erzählt, dass sowas passiert. Das sieht ja echt schön aus. Ich denke an letzte Nacht. War gar nicht so einfach, mir mein fehlendes Puzzleteil zu holen. Habe zwei große Anläufe gebraucht, um mit dem Fleischermesser das fehlende Stück zu sichern. Er ist aufgewacht, nach dem ersten Schlag. Hat laut geschrien. Wollte mich festhalten. Bin panisch geworden. Habe ihn in den Arm gebissen, nur damit er mich loslässt. Ich wollte doch nur das Puzzleteil. Warum hat er es mir nicht einfach gegeben ? Papi hat immer gesagt, dass ich alles von ihm bekomme, wenn ich es will. Und diese Hand habe ich einfach gebraucht. Nur sein grünes Nachtlicht hat die Umgebung beleuchtet. Ich fand das so gruselig. Er ist, als ich das Messerchen in seinen Mund gestopft habe, fast sofort eingeschlafen. Wie Zauberei. Ich muss zugeben, dass ich da amüsiert gekichert habe. Als er dann so seelenruhig geschlafen hat, konnte ich endlich das fehlende Puzzleteil abtrennen. Dazu bin ich einfach in die Küche gerannt und habe mir das Fleischermesser geschnappt. Mit dem ist es auch wesentlich leichter von statten gegangen. Danach habe ich mich aber wirklich ausruhen müssen. Das ist echt anstrengend gewesen.

Aber jetzt bin ich so stolz auf mein fertiges Puzzle. Ich habe Mama nachgestellt. Papi hat mir immer einzelne Teile mitgebracht. Er sagte immer, dass es zu seinem Beruf gehört, aus Menschen Puzzleteile zu formen. Um es mir zu beweisen, hat er mir einige davon zum spielen mitgebracht. Das macht sooo Spaß. Und jetzt, wo ich Mama gebastelt habe, will Papa es nicht mehr sehen? Er ist so gemein... Aber jetzt, wo ich so darüber nachdenke. An Papi fehlt ja jetzt auch ein Teil. Ich glaube, dass da was Passendes bei unserem Nachbarn zu finden ist...

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Autor: Lord Maverik

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