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"Sie haben mich ausgelacht, sich über mich lustig gemacht. Doch nun werde ich derjenige sein, der lachen wird.

Aktiviere Aufnahmeprotokoll 1-A.0.0.1:

Schönen guten Tag meine Damen und Herren. Hier spricht Dr. Jonathan Kynesheim, leitender Forscher des Projektes zur Grund- und Instandhaltung von nicht-organischem Leben, welches alleinig auf maschineller Basis besteht. Es handelt sich hier also um eine Art Roboter. Seit vielen Jahren schon arbeite ich im Zeichen der Robotik, und ich werde nicht davor zurückschrecken zu sagen, dass ich dieser Wissenschaft mehr als nur mein ganzes Leben vermacht habe. Denn wenn ich nun im stolzen Alter von 67 Jahren zurück auf eben dieses blicke, sehe ich ganz klar, dass ich keinen einzigen Moment davon bereut habe. Doch davon genug."

Dr. Kynesheim wandte sich, inmitten seines unaufgeräumten Labors, dem nun mittels einer Plane eingedeckten Gegenstand zu, welcher direkt vor der Videokamera positioniert war. Diese Videokamera galt als unabdingbar, bezogen auf die Aufzeichnung dieses wissenschaftlichen Versuches, und während diese das Geschehen filmte, blieb Dr. Kynesheim wenige Meter vor dem eingedeckten Gegenstand stehen, in seiner Hand eine kleine Fernbedienung, deren Design man aus Comics kannte. Es war eines von diesen seltsamen kleinen Teilen, die es nur gab, damit jemand auf den großen roten Knopf in der Mitte von ihnen drücken konnte. Das kleine Ding sah schon ziemlich lächerlich aus, und es passte auch nicht wirklich zum Rest der Habseligkeiten des Doktors. Nichtsdestotrotz umklammerte er dieses nun fest mit seiner Hand, während er augenscheinlich nervös zur Kamera schaute.

"Was ich heute hier tun werde, ist nur ein kleiner Schritt für mich selbst, jedoch ein umso größerer für die wissenschaftliche Welt. Wie man bereits aus meinen früheren Protokollen entnehmen konnte, hatte ich vorgehabt, eine Art Roboter zu bauen. Ein Wesen, welches uns äußerlich zwar sehr stark ähnelte, jedoch innerlich vollkommen anders war. Ein Wesen ohne jeglichen Eigenwillen, ohne jedes Gefühl, einfach ganz ohne Leben, jedoch nicht tot. Was man jedoch auch aus meinen früheren Protokollen herausnehmen konnte, war die Tatsache, dass ich jedes Mal wieder auf's Neue versagte. Nun, dies hat nun ein Ende. Ich, Dr. Jonathan Kynesheim, ein Mann, der vermeintlichen Hirngespinsten nachgejagt ist, während er in seinem schmuddeligen Labor vor sich hinvegetiert hat, verspreche ihnen allen ganz hoch und heilig, dass ich, ja ich, am Ende der heutigen Woche aufgrund dieser bahnbrechenden Errungenschaft bewundert und respektiert werden werde.

Also, hiermit präsentiere ich euch meinen Roboter. Meinen materiell gewordenen Traum:

A-One-Observation-Droid.v.1 oder kurz A-Droid."

Dr. Kynesheim packte die Plane mit beiden Händen und riss sie von dem Gegenstand, offenbarte so seine Erfindung. Zum Vorschein kam eine große Metallvorrichtung, in welcher der Roboter fest verschlossen war. Dieser sah aus wie ein großgewachsener, menschenähnlicher Mann mit blasser Haut und langen, schwarzen Haaren. Die Pupillen dieses Wesens wurden von einer komplett weißen Iris gehalten, während sie leblos ins Nichts blickten. Unter diesen waren zwei Striche zu sehen, die komplett über die Wangen gingen und sich direkt neben dem Mund etwas unter den Hals zogen. Anstelle von normalen Armen hatte er so etwas wie zwei Maschinengewehre, welche lückenlos mit dem augenscheinlich menschenähnlichen Bereich seines Körpers verbunden waren. Auf dem Rücken waren zwei flügelähnliche Vorrichtungen zusammengeklappt, in welchen mehrere Löcher eingebaut waren, die alle mit sich drehenden Propellern ausgestattet waren, die es ihm gestatteten, in der Luft zu fliegen. An diesen Vorrichtungen waren ebenfalls so etwas wie kleine Maschinengewehre angebracht, welche ihn noch bedrohlicher machen sollten. Der Rest seines Körpers verlief augenscheinlich ziemlich normal; umso erstaunlicher die Fakten, die Dr. Kynesheim nun stolz aufsagte, so als hätte er sie auswendig gelernt.

"Die Augen, oh ja, schaut euch seine Augen an. Sie haben die einzigartige Fähigkeit, jeden zu paralysieren, der den Fehler begeht, in diese hineinzuschauen. Aber bitte macht euch keine Sorgen. All das, was ich euch nun erzählen werde, ist selbstverständlich vollkommen einstellbar, alleinig durch diese kleine Fernbedienung in meinen Händen. So kommen wir zu dem wirklich interessanten Zeug. A-Droid zieht seine Energie von der Energie anderer Maschinen, was bedeutet, dass er sich beispielsweise aufgrund des vollen Akkus eines Smartphones selbstständig an ebendiesem laden kann. Das wirklich Wichtige an dieser Tatsache ist die Selbstständigkeit. A-Droid hat die einzigartige Eigenschaft, alles tun zu können, was er nur möchte, während gerade ich entscheiden kann, was dies genau ist. Es besteht also keinerlei Grund zur Sorge, es sei denn, ihr verärgert mich."

Dem Doktor entfuhr ein kreischendes Lachen, welches einige Momente anhielt, ehe er sich wieder beruhigen konnte.

"Doch nun genug davon. Unter der Haut A-Droid's befindet sich sehr, sehr viel Zeug. Wenn nicht sogar mehr Zeug als auf der Haut. Doch bevor ich euch nun sämtliche Schaltkreise seines Selbst aufzähle, halte ich es für angebrachter,... ihn einmal anzuschalten."

Dr. Kynesheim konnte seine Vorfreude kaum verstecken, als er auf den Knopf seiner kleinen Fernbedienung drückte und sich der Roboter das allererste Mal bewegte. Es war nicht mehr als ein leichtes Zucken mit dem Kopf, welches dem Doktor tiefste Befriedigung verspüren ließ. Doch aus dem Zucken wurde bald eine etwas länger anhaltende Bewegung des Kopfes sowie der Schulter; und nachdem einige Zeit Sekunden vergangen waren, regte sich der Roboter überhaupt nicht mehr.

Stille...

Die Augen des A-Droid's begannen nun in einem stechenden, hellen Weiß zu leuchten. Die Augenlider des Roboters wurden abrupt weiter aufgerissen und so etwas wie ein mechanisches Kreischen ertönte, als sich der Mund zum ersten Mal öffnete. Sogleich versuchte er die Metallvorrichtung, die ihn gefangenhielt, zu zerbrechen, was ihm nach wenigen Augenblicken auch gelang; und als er das erste Mal mit seinen eigenen Beinen auf dem Boden des heruntergekommenen Labors des Doktors stand, verspürte er nichts, doch zugleich so vieles. Dr. Kynesheim starrte seine Erfindung mit einer Mischung aus Neugier, Stolz und doch auch Angst an, während er versuchte, ihm mit einem äußerst schnell schwindenden Lächeln zu begrüßen. Denn der A-Droid kam nun direkt auf ihn zu. Die Fernbedienung immer noch in den Händen haltend, drückte Dr. Kynesheim nun aufgrund panischer Furcht mehrfach, immer in einer stetigen schnellen Abfolge den Knopf, was überhaupt nichts brachte. Verwirrt und nicht verstehend schaute er den A-Droid an, der nun direkt vor ihm stand, nicht erahnend, was nun geschehen sollte.

"I-ich verstehe das nicht", sagte Dr. Kynesheim, während er in das gefühllose Erscheinungsbild des A-Droids schaute. "Ich habe dich so programmiert, dass du mir gehorchen musst. Es ist mir egal, zu welchem Zwecke du dich hier siehst, denn das kannst du gar nicht. Du bist nur ein Roboter, ein Etwas ohne Hirn und Herz. Du musst mir gehorchen."

Die Miene des A-Droids verzog sich um keinen einzigen Millimeter, als er den Doktor anstarrte und diesem plötzlich antwortete. Die Stimme war tief und kalt, sie hatte etwas Metallisches, das ihm jegliches Menschlichsein abschwor.

"Du bist nichts weiter als ein fleischgewordenes Zeichen deiner eigenen Minderwertigkeit.

Du... bist nicht mein Erschaffer.

Ich werde dich von deinem sinnlosen Zustand befreien, den du Leben nennst..."

Die Worte des A-Droids drangen tief in den Geist des Doktors ein, dessen Gesichtsausdruck sich nun furchtsam verzerrte. Doch viel Zeit zum Erfragen eben dieser Worte hatte er nicht, denn der A-Droid, der sich nun direkt vor dem Doktor befand, packte diesen nun am Hals und zog ihn zu sich auf Augenhöhe. Dies hatte zur Folge, dass die Beine des Doktors den Boden verließen und dieser nun über ihm baumelte. Nach Luft ringend röchelte der Doktor, während er vergeblich versuchte, sich aus dem Todesgriff des A-Droid's zu befreien. Dieser starrte ihn mit seinen weiß leuchtenden Augen an, ehe er mit diesen einen Strahl aus Laser erzeugte und dem Doktor mit seinem Todesblick wortwörtlich den Schädel wegbrannte.

Nachdem er dies getan hatte, stieß er den leblosen Körper des Doktors in irgendeine Ecke des Labors und wandte sich dann der Videokamera zu.

"Ich sehe euch alle.

Ich kann euch alle fühlen.

Ich werde euch alle von eurem minderwertigen Zustand befreien...

und diesen Ort von all dem säubern, was ist."

Mit diesen Worten klappte der A-Droid seine flügelähnliche Vorrichtung auf dem Rücken auseinander und flog mit einem schrecklich klingenden Propellergeräusch, welches einer Kampfdrohne ähnelte, hinaus in die schwarze Nacht.

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