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Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als ich Geräusche hörte. Es war kurz nach 10 und ich saß noch am PC. Ich bemerkte Stimmen. Ich rief nach meinen Eltern, aber ich erhielt keine Antwort. Also sind sie doch noch nicht wieder zu Hause. Die Stimmen wurden immer lauter. Aber so schnell sie gekommen waren, sind sie auch wieder fort.

Ich saß nun verängstigt in meinem Zimmer. Da hörte ich, wie jemand ganz langsam die Treppe hinaufkam. Schritt für Schritt. Erst diese Stimmen und jetzt höre ich auch noch Schritte. Ich rief noch mal, aber erhielt keine Gegenantwort. Ich schaltete den Desktop ab, schnappte mir eine Decke und verkroch mich unter ihr, in eine Ecke in meinem Raum. Die Schritte wurden immer lauter, doch irgendwann hörten sie auf. Ähnlich wie mit den Stimmen. Es war nur noch leise das Rauschen des Rechners zu hören, das nur dumpf unter meiner Decke zu hören war.

Keine Schritte mehr zu hören. Aus Angst, dass jemand vor oder möglicherweise in meiner Tür oder - was noch schlimmer wäre - in meinem Zimmer stehen könnte, blieb ich erstmal unter meiner Decke. Ich schaute nicht mal kurz hervor, um mich zu vergewissern, ob wirklich jemand da ist oder eben nicht. Doch es war echt still. Unnatürlich still. Außer dem besagten Rauschen des Computers.

Keine Schritte und auch kein Atmen einer anderen Person.

Nach ungefähr zehn Minuten wurde es mir unter der Decke zu heiß und so sah ich mich dazu gezwungen, doch hervorzugucken. Vorsichtig lugte ich über den Rand meiner Decke und tastete mit meinen Augen die Gegend ab. Mein Blick blieb kurz an der Tür hängen, doch guckte dann weiter. Ich konnte, dank dessen dass ich meine Gardine noch nicht zu gezogen hatte, relativ viel erkennen.

Ich war froh, als ich merkte, dass niemand in meinem Zimmer war, also stand ich langsam auf und legte die Decke zurück auf mein Bett.

Gerade als ich mich auf mein Bett setzen wollte um aufzuatmen, hörte ich das Knarren einer Tür – meiner Tür. Aus Reflex schnellte mein Blick zur Tür. Sie ging auf. Sehr, sehr langsam.

Nach einiger Zeit – ich war starr vor Angst – war die Tür komplett offen doch ich sah niemanden.

Ich wurde neugierig und ging in Richtung geöffneter Tür. Ich stand nun vor der Tür, aber noch in meinem Zimmer.

Neugier und Angst waren fast gleich groß. Einerseits wollte ich nach draußen gucken ob jemand dort war, aber andererseits hatte ich echt Schiss, dass etwas negativ unerwartetes passiert. Aber die Neugier siegte und zaghaft streckte ich mein Kopf hinaus und schaute mich um. Doch sehen konnte ich nichts und hören eben so wenig. Ich ging in den Flur hinaus und in Richtung Treppe.

Kaum hatte ich mein Zimmer verlassen, da knallte die Tür ins Schloss und alle Lichter die noch an waren gingen aus. Im gesamten Haus war es nun Zappen duster. Panisch suchte ich den Weg zum Geländer, um die Treppen hinunter zu gehen. Als ich unten angekommen war, wollte ich zur Tür rennen. Bloß raus hier. Meine Beine liefen fast wie von selbst. Gerade als ich fast den Tür Knauf packen wollte, zog mich etwas zurück und ich landete unsanft auf meinem Arsch.

Als ich mit schmerzverzogenem Gesicht wieder aufblickte, konnte ich eine halbdurchsichtige Gestalt ausmachen. Ich tastete meinen Körper ab um zu schauen, ob ich mein Handy dabei hatte um die Taschenlampe zu aktivieren.

Verdammt, es war noch in meinem Zimmer. Halb liegend versuchte ich mir den Weg rückwärts zu erkriechen, während die Gestalt immer näher an mich rankam. Ich hätte gerne nach meinen Eltern gerufen, aber da diese noch nicht im Hause waren hätte die nicht viel Sinn gemacht. Die Gestalt kam näher und ich konnte langsam wenige Details ausmachen.

Das rot gefärbte Kleid und die langen, schwarzen Haare die in das Gesicht hingen, ließen darauf schließen, dass diese Gestalt weiblich war. Irgendwann spürte ich ein Hindernis hinter mir – eine Wand. Hier ist also Endstation. Mein Atem wurde heftiger. Ich sah ein Lächeln im kaum erkennbaren Gesicht der Frau, wenn ich die Gestalt als dieses deuten kann. Ein leichtes Lächeln, ein böses Lächeln von ihr ließ meine Körperwärme komplett verschwinden.

Es sah tatsächlich so aus, als ob sie großen Spaß daran hätte mich zu Quälen. Als sie ganz nah war, blieb sie stehen. Sie schaute mich mit ihrem schiefen Grinsen an. Den Kopf wippte sie immer von der einen Schulter zur anderen. Ich schloss meine Augen, ich wollte das Ganze nicht mehr mit ansehen. Im stillen hoffte ich, es würde alles besser machen und diese Fratze würde verschwinden. Ich spürte nun die Fratze vor meinem Gesicht. Ich öffnete meine Augen einen Schlitz weit.

Das letzte was ich hörte war ein Schrei - Mein Schrei.

Dann wachte ich auf. Doch nur ein Traum. Gott sei dank.

Ich hörte das Summen des Rechners. Die Lichter an ihm flimmerten und erhellten nur schwach die Gegend.

Mir war heiß und ich konnte fühlen wie der Schweiß wie ein Wasserfall meinen Rücken hinunter lief.

Mein Atem ging heftig und der Schlag meines Herzens ebenso. Als dies nach einigen Minuten wieder nachließ ging ich ins Bad um mich kurz abzuspülen. Mein Magen knurrte, was bedeutete, dass ich mich zur Küche begeben sollte um mir was zu essen zu machen. Mir fiel auf, wie still es hier war. Wie im Traum, dachte ich mir.

Ich durchsuchte die Schränke nach einer Schüssel und einem Löffel. Als ich die Besteck Schublade öffnete kam es mir so vor als ob etwas fehlte. Tatsächlich fehlte eines der Messer. Es war ebenfalls nicht in der Spülmaschine.

Ich versuchte die ankommende Angst zu ignorieren und aß meine Cornflakes.

Als ich gegessen hatte, wollte ich wieder schlafen gehen. Ich war ziemlich knautschig, auch wenn ich immer noch einen kleinen Schock hatte. Gerade deswegen wahrscheinlich auch knautschig. Ich ging in mein Zimmer. Bevor ich mich wieder erschöpft ins Bett fallen lassen wollte, schaltete ich den noch laufenden Rechner aus.

Dann guckte ich noch ein bisschen aus dem Fenster. Ich erspähte eine Taube auf dem Baum, der vor meinem Fenster stand. Eine ziemlich fette Taube. Ich wollte sie beobachten, doch dann flog sie weg. So als ob sie etwas erschreckt hätte.

Doch irgendwie beschlich mich ein merkwürdiges Gefühl. Es war so als wenn ich nicht der einzige in meinem Raum war. Als ob jemand hinter einem stünde.

Das Gefühl verstärkte sich und ich spürte einen eiskalten Atem in meinem Nacken. Ich bekam Gänsehaut. Die Angst kehrt wieder. Langsam drehte ich mich um. Das rote Kleid, erst jetzt bemerkte ich, dass es Blut war was das ursprünglich weiße Kleid zierte.

Ich schaute vorsichtig auf und ab.

Das Messer!

Und das schiefe Grinsen direkt vor meinem Gesicht. Mir wurde klar, dass gleich auch mein Blut an diesem Kleid kleben würde.

-Rote Nacht-

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