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Ich hasse alles. Alles und jeden. Alles außer Zeichnen und Drachen. Ich zeichne sie viel und gern. Ich habe auch einen eigenen Drachen. Ich habe ihn Ryelos getauft. Ich sitze täglich in meinem mit Stahlplatten verstärkten Zimmer und zeichne ihn. Ohne Kontakt zur Außenwelt. Meine Eltern haben mich nie gemocht. In der Schule war ich immer der Unbeliebteste gewesen. Und jetzt weiß ich eins: er ist real. Und dann wurde ich als hochgefährlich eingestuft. Und sitze hier. In diesem Zimmer. Wie ein Gefangener mit Stift und Papier. Als die Wände nicht mehr ausreichten, gaben sie mir zu dem Stift noch Papier.

Wie das begann? Erzähle ich gerne.

Ich wachte aus einem schrecklichen Alptraum auf. In ihm brachte ich den Anführer der Clique um, die mich seit Jahren diskriminiert. Alles ist falsch, was ich gemacht habe, über alles wurde gelacht. Aber so sehr ich sie hasse, ich kann sie doch nicht umbringen! Wenn ich eins hasse, dann Gewalt.

Ich stand auf. Ich war blutbeschmiert. Ich lag in einer Art Fabrik. Durch ein zerbrochenes Fenster drang Mondlicht, und ich bemerkte neben mir eine Leiche. Sie sah so aus wie im Traum. Es war auch der Anführer jener Clique. Ich wich leicht zurück und bemerkte einen Gegenstand in meiner Hand. Ein Blatt Papier.
Ryelos

Jenes Bild, was ich in der Hand hielt.

Ryelos war darauf. Er war blutverschmiert und hatte schwarze Augen und ein Grinsen, was mir Angst machte. Daneben stand:"Hi! Wanna Play a Game?" Ich brauchte eine Pause. Ich musste schlafen. Ich legte mich neben die Leiche. Auf das große "YES" aus Blut.

Am Morgen wachte ich auf. Ganz normal. Wie selbstverständlich kletterte ich über die Leiche, die nun in meinem Zimmer lag. Ich hatte sein Gesicht gegessen, wie es scheint. Muss gut geschmeckt haben. Eine Hand fehlte ihm auch.

Sie vermissten ihn in der Schule. Niemand hatte eine Spur. Man machte sich Sorgen. Sie redeten bis zur Pause über mögliche Dinge, die passiert sein könnten. In Gedanken an das Bild packte ich mein Pausenbrot aus und biss hinein. Es war ziemlich hart. Als eins der Mädchen schrie, bemerkte ich, dass mein Pausenbrot eine Hand war. Die Hand, die ihm fehlte. Warum packt meine Mutter so etwas als Essen für die Schule ein? Alle begannen zu schreien. Ich versuchte möglichst schnell zu türmen. Mit Hintergedanken. Nach Hause. Die Treppe hoch. Ich riss die Tür auf, durch die ich nicht ohne Strafe gehen durfte. Da waren meine Eltern immer, und wollten in Ruhe gelassen werden. Wenn ich sie störte, gab es Strafen ohne Ende. Doch das war vorbei. Beide lagen zerfetzt auf dem Boden. Irgendetwas hatte grob an ihnen gerissen, es sah nicht so aus, als wäre ein präziser Mörder am Werk gewesen. Es fehlten große Stücke der Körper. Die Leichen waren schon relativ kalt, ich war vielleicht noch im Haus und hatte geschlafen, als es passierte. An die Wand war dünn mit Blut gekritzelt: "Du bist sie los." Es sah dabei mehr geritzt aus. Ich starrte in den blutigen Raum und flüsterte: "Du machst mir Angst, mein Freund."

Nach dem Einschlafen wurde ich von einem Alptraum geplagt. Ryelos brachte meine Klassenkameraden um. Ich stand als Zuschauer daneben. Er spielte mit ihnen. Er knabberte an ihnen, genoss ihre Schreie. Ich stand daneben. Ich spürte, wie ich wahnsinnig wurde. Ihre Schreie durchdrangen mich. Ich fiel auf die Knien. Er grinste schief. Ich sagte leise: "Was bist du?" Er meinte: "Du." Ich drückte noch eine Frage heraus. "Warum machst du das?" Doch bevor er antworten konnte, wachte ich auf. Ich öffnete die Augen. Ich lag auf den Knien in einem Raum, der nach alter Fabrik aussah, den Kopf gesenkt, in einer Blutlache. 'War ich...', schoss es mir durch den Kopf. Ich spürte ein rohes Atmen hinter mir. Es kam näher. Ich spürte die Anwesenheit. Es fühlte sich fast so an, als würde sich etwas Großes um mich legen. Das Mondlicht war stark genug, um seinen Schatten an die Wand zu werfen. "Hallo, Ryelos.", sagte ich in ruhigem Ton. Er schob den Kopf nach vorn, bis seiner links von meinem war. "Bereit, das Spiel zu gewinnen?",fragte er und deutete auf einen der Körper. Er regte sich noch. Er rang mit den Schmerzen. Ihm fehlten beide Beine. Er versuchte sich zu retten und davonzukriechen. Ich schloss die Augen. 'Warum...?'

Ich hatte Gewalt gehasst. Doch dann umfasste ich das Messer in meiner linken Hand und sagte:

"Ja."

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