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Es war der 31. Oktober 1987. Ein Halloween Abend wie jedes Jahr. Halloween Nächte gestalteten sich in der Regel bei mir daraus, auf der Couch zu sitzen, öde uralte Horror Streifen im Fernsehen zu schauen, dabei irgendwas zu knabbern und ab und an mal wieder einem Kind die Tür zu öffnen um ihm etwas Süßes zu geben. Auch in diesem Jahr war das der Fall. Filme wie "Halloween", "Psycho" oder "Freitag der 13." waren die alljährliche Prozedur wenn ich das mal so nennen darf. Ab und an war ich auch mal Gast einer Halloween Party meiner Freunde, doch dies war eher selten der Fall. Ich liebte, egal wie langweilig sie auch waren, eher diese düsteren Halloween Nächte, die ich ganz alleine zu Hause auf der Couch verbringen konnte. So ersparte ich mir sowieso jedes Jahr kreativ zu sein und mir ein Kostüm zu erstellen. Mein Haus allerdings war jedes Jahr festlich dekoriert und auch der große, ausgehöhlte Kürbis vor meiner Haustür fehlte nie. Ich wollte den Kindern in dieser Nacht eine Freude bereiten so wie ich sie auch in meiner Kindheit hatte.

Es war eine wirklich düstere, kühle Herbstnacht, in der ich niemals raus gegangen wäre, um Süßigkeiten zu sammeln und Leuten Streiche gespielt hätte. Um ungefähr 23:20 Uhr waren dann auch die letzten Kinder zufrieden gestellt und ich konnte es mir endlich auf der Couch bequem machen und mich unter meine Decke kuscheln. In meinem Wohnzimmer war es ab diesem Zeitpunkt finster. Die Gardinen waren zu gezogen und die einzige Lichtquelle war mein Fernseher. Ab und an spähte ich durch den Schlitz am Fenster der übrig blieb und sah nach ob sich vielleicht noch ein Kind vor meinem Haus verirrte, doch es kam keines mehr. Ich schaute also meinen Film weiter in dem gerade Michael Meyers, der Killer des Films, seine Schwester in ihrem Haus verfolgte, mit einem Messer in der Hand.

Nach einiger Zeit, ungefähr gegen 02:00 Uhr in der Nacht wachte ich völlig verwundert auf der Couch auf. Ich musste wohl eingeschlafen sein. Mittlerweile liefen keine Horrorfilme mehr sondern nur noch schmutzige Pornos. Ich schaltete den Fernseher aus, zog den Stecker, der mein Haus mit Halloween Dekolichtern beleuchtete und machte mich die Treppen hoch auf den weg in mein Schlafzimmer um mich in mein Bett zu legen um weiter zu schlafen. Es war so dunkel dass es mich nicht gewundert hätte, wenn ich eine Stufe verfehlt hätte und die Treppen herunter gestürzt wäre.

Oben angekommen hörte ich plötzlich die Klingel läuten. Es war merkwürdig. Ich schaute auf die LED Uhr auf meinem Nachttisch. Die Uhr zeigte 02:07 Uhr an. Welches Kind würde denn noch so spät um Süßes oder Saures fragen? Ich ging die Treppen wieder hinunter und öffnete die Haustüre. Es war allerdings keiner da. Ich schaute mich für eine Weile um, doch es war keiner zu sehen. Ein leichter Wind kam mir entgegen. Mir wurde kalt und ich schloss die Tür. Ich ging wieder nach oben und legte mich in mein Bett um zu schlafen. Wahrscheinlich wollte mir irgendjemand einen Streich spielen wobei es mich wunderte, da ich eigentlich für alle Kinder Süßes hatte und jeder was abbekam. Ich schloss meine Augen und schlief ein.

Ich wachte auf. Es klingelte erneut. Meine Uhr zeigte 2:47 Uhr an. Ich stieg aus dem Bett. Ich sah aus dem Fenster. Vor meiner Tür stand jemand. Die Person hatte einen Kapuzenpulli an, weshalb ich nichts erkennen konnte. Mir war etwas komisch zumute. Ich ging die Treppen hinunter und öffnete nach kurzem Überlegen die Tür. Die Person stand jedoch nicht mehr vor meiner Tür sondern etwas weiter entfernt am anderen Ende der Straße. Wir standen uns ungefähr 20 Meter entfernt gegenüber. Die Person sah nicht mehr wie ein Kind aus, aber auch nicht wie ein Erwachsener. Die Person hatte eine eher maskulinere Statur, weshalb ich darauf schloss, dass es sich um einen Jugendlichen handeln musste. Ich sagte zögerlich "Hallo".

Die Person antwortete jedoch nicht auf meine Begrüßung. Einen kurzen Moment herrschte Stille. Ich sah nach drinnen und überlegte wieder reinzugehen, da ich nur Shorts anhatte und mir kalt wurde. Ich rief hinüber, ob alles in Ordnung sei. Wieder kam keine Antwort. Ich beschloss wieder reinzugehen um weiter zu schlafen. Es war mir zu blöd Nachts um drei in Shorts auf der Straße herum zu stehen und auf einen Fremden, der mir nicht antwortete einzureden. Gerade als ich die Tür schließen wollte, sah ich wie die Person, deren Gesicht ich immer noch nicht erkennen konnte, trotz Straßenlaterne, in einem sehr langsamen Tempo auf mich zu kam. Als die Person auf meinem Grundstück ankam reichte es mir. Ich ging nach drinnen und schloss die Tür ab und ging erneut wieder nach oben. Ich schaute durch das Fenster und sah, dass die Gestalt wieder vor meiner Tür stand. Ich beobachtete sie für einen kurzen Moment. Sie bewegte sich nicht. Plötzlich schaute sie nach oben zu mir und blickte mir direkt ins Gesicht. Die Person hatte eine Maske auf. Es war ein furchtbarer Anblick, der bei mir eine Gänsehaut auslöste. Ich kann es gar nicht beschreiben. Ich versteckte mich sofort hinter der Wand. Wer auch immer gerade vor meiner Tür stand, ich wusste dass derjenige mir etwas böses wollte.

Bis halb fünf stand sie da. Ohne eine einzige Bewegung starrte sie auf meine Tür. Ich spielte mit der Angst, dass sie jeden Moment herein kommen könnte, jedoch wusste ich, dass ich abgeschlossen hatte und dies unmöglich war. Polizei konnte ich auch keine rufen, da mein Telefon noch nicht angekommen war und so etwas wie ein Mobiltelefon besaß ich nicht. Auf einmal ging sie. Sie lief einfach weg in einem langsamen Tempo. Ich guckte ihr nach so weit es nur ging. Ich war so erleichtert.

Ich ging die Treppen hinunter, holte mir zur Sicherheit in der Abstellkammer meinen Baseball Schläger, schloss langsam meine Tür auf und öffnete diese. Die mysteriöse Person war tatsächlich weg. Ich holte tief Luft und atmete erleichtert aus. Ich hoffte diese Person nie mehr sehen zu müssen. Das war ein Halloween wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Gerade als ich wieder auf dem Weg nach drinnen war, bemerkte ich, dass ein Zettel an meiner Tür haftete. "Süßes oder Saures" stand auf ihm. An ihm war etwas angeheftet. Was ich sah ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Es war ein Foto angeheftet auf dem ich zu sehen war, wie ich auf der Couch im Wohnzimmer lag und schlief.

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