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Ich war 15 Jahre alt, als meine Eltern das erste Mal ohne mich in den Urlaub flogen. Ich war ziemlich froh darüber, endlich mal eine Woche alleine daheim zu sein. Also tat ich das was man halt macht, wenn man alleine ist. Ich spielte Computer, Playstation etc. Nach 2 Tagen lud ich meine Kumpels ein und wir machten die Nacht durch. Als sie gingen, war ich ziemlich müde. Jedoch entschied ich mich, nicht zu schlafen, sondern den Tag zu genießen.

Am Abend fiel ich jedoch erschöpft ins Bett und schlief sofort ein. Ich wurde von einem seltsamen Lachen aufgeweckt. Als ich zu mir kam, war es jedoch weg. „Naja, nur Einbildung“, dachte ich mir. Doch dann fiel mir auf, dass ich eine SMS bekommen hatte. Seit wann habe ich so einen Sound auf meinem Handy? Schließlich öffnete ich die Nachricht. Der Absender war unbekannt. Die SMS beinhaltete nur den Satz: „Schlaf ruhig weiter. Mein Engel“ Ich weiß, es hört sich vielleicht komisch an, aber ich konnte eine gewisse Bosheit in der SMS fühlen. Ich schrieb zurück: „Lass den Scheiß, Jake! Ich bin pennen wir sehen uns morgen.“ Da ich dachte, dass er es war. Denn er war wirklich gut darin, mir Angst einzujagen. Ich schlief ein, auch wenn es mir diesmal schwerer fiel. Ich wachte wieder auf. Wieder von dem Lachen, das diesmal lauter und bösartiger war als vorher. Wieder eine Nachricht. Die Neugierde war zu groß und ich las sie: „DU SOLLST SCHLAFEN!“ „Lass mich in Ruhe!“, schrieb ich zurück. Dann fiel mir ein, dass ich den Absender der SMS anrufen kann. Ich tat es. Ich hoffte nur, am Ende der Leitung einen lachenden Jake zu hören. Es tutete nicht einmal. Ich hörte nur einen Schrei…und dieser Schrei hörte sich wie meiner an. Ich schmiss das Handy weg. 

„Das reicht!“, dachte ich mir. Ich lief hinunter zu unserem Telefon und wollte meine Eltern anrufen. Ich weiß nicht wieso, sie hätten eh nichts machen können, aber ich wollte  einfach vertraute Stimmen hören. Diesmal hörte ich wieder kein Tuten…“Mama…Papa? Irgendwas stimmt hier nicht, ich…“ Ich wurde unterbrochen. „SCHLAF WEITER!“ Ein Schrei. Er hörte sich einfach unnatürlich an. Voller Hass. Ich bekam es jetzt mit der Angst zu tun. Aus Reflex lief ich wieder hoch in mein Zimmer um die Jalousien herunter zu lassen. Als ich sie bis zur Mitte runtergelassen hatte, klatsche förmlich ein Gesicht gegen die Scheibe. Ich sprang vor Schreck zurück. „Nana, ich hab dir doch GESAGT DU SOLLST SCHLAFEN!“, brüllte er durch das Fenster. Ich schrie und zwar genauso, wie ich mich in meinem Handy gehört hatte. Ich war starr vor Angst. Ich schloss für einen Moment die Augen. Dieses Gesicht…das Einzige, was normale daran war, waren die Augen. Der Mund, wenn man ihn noch so nennen konnte, war entsetzlich entstellt. Alles war zerstochen oder zerschnitten. Auf den Backen war das Wort „SLEEP“ hinein geritzt. Das sah so krank aus…. Als ich die Augen öffnete war die Person weg. Die Zimmertür öffnete sich und mein Nachbar kam herein. Er hatte einen zweiten Hausschlüssel. „Was ist los? Ich habe Schreie gehört“ , fragte er mich. Ich brach in Tränen aus und wurde dann ohnmächtig.

Ich kam ins Krankenhaus, wo ich die Nacht über bleiben musste. Schlafen fiel mir schwer, doch als ich es geschafft hatte, war da wieder dieses Gesicht in meinem Traum. Es war förmlich in meinen Kopf gemeißelt. Die ganze Zeit sah ich es. Ich wachte schweißgebadet auf. Das Telefon in meinem Krankenzimmer klingelte. Ich zitterte am ganzen Leibe. Wie ferngesteuert hob ich den Hörer ab. „H-Hal-l-oo?“, fragt ich. Ich hörte wieder das Lachen. Ich schmiss den Hörer gegen die Wand. Das Lachen hatte ich fast vergessen, doch nun ging es nicht mehr aus meinem Kopf. „Hört auf! LASS MICH IN RUHE“, schrie ich. Die Krankenschwestern stürmten in mein Zimmer und versuchten mich zu bändigen. Als ich sie ansah, sah ich nicht ihr normalen Gesichter sondern dieses eine….Ich konnte ja nicht wissen, dass das nur Einbildung war. Ich schlug beiden mit den Fäusten ins Gesicht und lief hinaus. Irgendwann kippte ich um. Ich wachte in einer Psychiatrie auf. Meine Augen waren geschlossen und ich hörte meine Eltern reden. Meine Mutter sah anscheinend, dass ich wach war und strich mir über Haare. Ich hielt die Augen geschlossen, um nicht schon wieder dieses Gesicht sehen zu müssen. Doch auch mit geschlossen Augen blitze es manchmal in meinen Gedanken hervor. „Schlaf weiter mein Engel“, sagt meine Mutter mit besorgter Stimme. Ich riss die Augen auf. „Schlaf weiter mein Engel“ Diese Worte. „GEH WEG! VERSCHWINDE!!“ Ich war wie von Sinnen, weil ich wieder statt der normalen Gesichter meiner Eltern wieder dieses andere sah. Ich rannte hinaus, wurde jedoch von einem Aufseher festgehalten. Ich wehrte mich, als er mich schnappte. Dort waren 5 Personen…und alle mit diesem Gesicht. Ich schrie immer lauter. Das Lachen in meinem Kopf wurde ebenfalls lauter und ich fiel wieder in Ohnmacht.

Ich wachte wieder  auf. Wieder in meinem Zimmer. Endlich konnte ich niemanden sehen. Ich stand auf, um mir das Gesicht zu waschen. Doch als ich in den Spiegel sah, erkannte ich mich selbst als die Gestalt, die vor meinem Fenster stand. Ich drehte erneut durch und da ich es nicht mehr aushielt, stach ich mir mit der Zahnbürste die Augen aus. Das Lachen wurde immer lauter. Das Gesicht blieb vor meinem Auge, obwohl ich erblindet war. Es wurde einfach immer unerträglicher. Ich wollte aus dieser Anstalt raus. Das Gesicht vor dem ich mich so fürchtete und was in meinem Kopf fest verankert war. Schien mich zu leiten. Auch ohne Sehkraft konnte ich komischerweise mit Leichtigkeit aus der Anstalt fliehen. Ich habe keine richtigen Erinnerungen mehr an die Flucht. Aber als ich auf einem Feld wieder zur Besinnung kam, fühlte sich meine Kleidung feucht an. Es war warm und feucht. Und ich hörte es tropfen. Ich berührte mein Gesicht und stellte fest, dass es völlig aufgeschnitten war. Und zwar genau so, wie das Gesicht, welches ich vor meinem Fenster sah. Ich war entsetzt und verlor wieder das Bewusstsein. Das Lachen war mittlerweile unerträglich geworden und das Gesicht in meinem Kopf wurde immer deutlicher. Ich war nun nicht mehr der, der ich einmal war. Diese Gestalt hatte die Macht über mich ergriffen… Man suchte nach mir. Ich wurde jedoch nie gefunden. Wo ich jetzt bin? Nun, schau nachts einmal aus deinem Fenster, dann wirst du mich vielleicht sehen.

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