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Ich mag es nicht, wenn Dummschwätzer meinen Sarkasmus mit anderen, niederträchtigeren Äußerungsformen verwechseln, die zu primitiv sind, um jemals mein Denken bestimmen zu können. Verdammt, ich bin nicht nett zu euch. Ich verarsche euch auf gerader Linie, und dennoch lächelt ihr mich mit einem breiten, 1000-Watt Grinsen an, und bedankt euch scheinheilig für das nette Kompliment, das ich euch gemacht habe. Verdammte Vollidioten. Habt ihr eine Brille mit pinkem Filter auf, oder so?

Dorothy Pankins aus der 10 a zum Beispiel, die neben ihrem Namen noch mit einer unglaublich umfangreichen Hüfte gestraft war. Ja, sie war fett. Und ich hatte ihr gesagt, dass sie in ihrem neuen, hautengen Kleid einfach wundervoll aussieht. Damit die Langsameren unter euch das auch mitkriegen: Sie sah aus wie eine Presswurst, die man mit einem Tannenbaumtrichter in diesen ekelhaft roten Stofffetzen gequetscht hatte, und bewegte sich ungefähr so graziös wie ein Nilpferd. Unter Einfluss von Heroin. Auf Highheels.

Dann gab es noch Damian Lorey, diese Flachzange. Der Kerl ist so schwul, dass selbst Hape Kerkeling und Guido Maria Kretschmer kreischend vor ihm weggerannt wären. Ich hab wirklich nichts gegen Leute vom anderen Ufer, aber ich war dumm genug, auf seine Frage, ob ich mit ihm zusammen sein will, mit einem „Hmhn, das wollte ich ja schon immer.“ zu antworten, und ihn stehen zu lassen. Sarkasmus! Ich meine – ist das nicht offensichtlich? Am nächsten Tag musste ich mich von der halben gottverdammten Schule verarschen lassen, und – sind wir mal ehrlich. Aus der Nummer kommt man nie wieder raus.

Der Dümmste von ihnen war aber mein schweigsamer, schüchterner und irgendwie seltsamer bester Freund. Obwohl er ein Außenseiter war, und ohnehin von jedem gemobbt wurde, erbarmte ich mich dazu, ihn unter meine Fittiche zu nehmen. Ich hatte ihm bei einem Gespräch aus Spaß befohlen, doch endlich von einem Hochhaus zu springen, und das Leiden der Menschheit zu beenden.

Ich hasse es, wenn Leute meinen Sarkasmus nicht bemerken.




Er lag da.

Seine Haut wirkte unter dem kalten Mondlicht, welches sich seinen Weg durch ein kleines Fenster an der Steinwand bahnte, noch weißer, und kränklicher als sonst, während seine blonden Haare beinahe leuchteten. Dünne Striche zierten seine wie aus Porzellan geschaffenen Arme. Es waren viele. Zu viele. Narben. Seine Geheimnisse.

Der kühle Boden, auf dem er lag, wurde von einer dünnen Schicht Staub umschmeichelt, welche sich im Laufe der Monate dort angesammelt hatte, und war alles andere als steril, oder ein guter Schlafensplatz. Außerdem wurde die Luft durch dieselben, träge schwebenden Teilchen durchschnitten, und an einer Ecke des kläglichen Raumes sprießte bereits Moos, das die Feuchtigkeit, welche dort herrschte, dankend hinnahm.

Er sah beinahe aus wie der Springer. Nur, dass ihm nicht sämtliche Organe und das gesamte Blut durch den Aufprall aus dem Körper gepresst worden waren.

Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig, obwohl seine Augen unter den Lidern hastig umher wanderten. Ab und zu zuckte, oder stöhnte er, als ob er sich von etwas abwenden wollte, das ihn jedoch umschlang, und nicht wieder gehen ließ. Auf seiner Stirn erschien eine steile Falte; er wandte sich um, und wimmerte. Angst und Panik ließen ihn nicht aus ihrer Mitte. Sie waren hungrig, und er ihr gefundenes Fressen...

Diese Angstbekundungen waren in den Augen des Entführers Schwäche, die es zu unterbinden galt, doch solange er das nicht sah, und nichts davon wusste, gab es auch nichts zu erzählen. Der Entführer war kein schlechter Mensch. Selbst ihr habt den Sarkasmus nicht erkannt, hm? Wie erbärich.

Man konnte dem Jungen nicht verübeln, dass er in solch einer Situation einen Albtraum hatte. Aber die einzige andere Person an diesem Ort schien da anderer Meinung zu sein.

Deswegen wurde er grob an den Schultern gepackt, und geschüttelt, was von dem Klackern des Schlüsselbundes und etwas anderem in seinen Jackentaschen begleitet wurde. Sein Kopf wurde schlaff umhergeworfen. Wäre er Ohnmächtig gewesen, hätte er nun sicherlich einen gebrochenen Nacken zu beklagen gehabt. Nach einigen Sekunden riss er die Augen auf, und seine Pupillen weiteten sich, um der dumpfen Dunkelheit entgegen zu wirken, welche mit dem Mondlicht um das kleine Zimmer zu kämpfen, in dem sie sich befanden. Er blinzelte einige Male, ohne dass sich sein Blick auch nur im Entferntestem klärte. Sein Atem manifestierte sich in einer dünnen Nebelwolke, welche mit einer göttlichen Anmut mit dem Wind und den Staubpartikeln durch die Luft tanzte. Ein sanfter Hauch umfasste ihn, und er fröstelte, nur um danach die dubiose Person, welche über ihm lehnte, grob wegzuschieben.

Als er sich vergewissert hatte, dass sein schrecklicher Traum der Vergangenheit angehörte, betrachtete er seine Umgebung und die Gestalt, welche unruhig neben ihm herumwippte, eingehend.

Es war ein Kerl in seinem Alter. Und dieser Kerl war nicht sonderlich intelligent, was man an seinem folgenden Satz festmachen konnte:

„Sh-t Louis. Wo sind wir hier?“


In der Stimme seines Klassenkameraden klang eine gewisse Verzweiflung mit. Doch er konnte nur den Kopf schütteln, und versuchen, das Dröhnen, welches seinen Verstand bevölkerte, und ihn halb in den Wahnsinn trieb, zu ignorieren. Stattdessen stieg ihm ein unangenehmer Geruch in die Nase, den er nicht recht zuordnen konnte. Draußen erzitterten die Blätter in einem starken Wind. Die Sonne hatte sich schon längst hinter dem Horizont verkrochen, und die Nacht regierte über die Welt. Flucht wäre sinnlos. Die eigentlich dünnen, und halb zerbrochenen Scheiben wurden von einem Gitter abgesichert, welches es unmöglich machte, sich hindurch zu quetschen.

Sein Gegenüber schnaubte verächtlich, bevor er John eine Hand entgegenstreckte, um ihm aufzuhelfen. Seine Haut war so kalt, dass sein Klassenkamerad kurz zusammenzuckte. Doch da er sich noch bewegte, und definitiv lebte, war es dem Deppen vollkommen egal. John hatte schließlich gerade noch auf dem eiskalten Stein gelegen. Das war nur plausibel. Das war nur logisch.

Nein war es nicht.


Der Blonde ging auf wackeligen Beinen zu einem der Fenster, und versuchte etwas in den Nebelschwaden auszumachen. Doch er konnte nichts außer den abgestumpften Konturen einiger Bäume erkennen, die spöttisch mit ihren Blättern raschelten. John wandte sich enttäuscht um. Zwei Türen befanden sich in dem sonst kahlen Raum, und der Grauton, in dem sie lackiert waren, konkurrierte mit der Schwärze um die unangenehmste Farbe, die die beiden Jungen jemals zu Gesicht bekommen hatten.

Die erste war abgeschlossen, und bewegte sich kaum, egal wie oft sie sich gegen das Holz warfen.

Somit gingen sie zu anderen, welche sich – oh Wunder – ohne Widerstand öffnen ließ.


Ihr Blick viel auf das Ende des winzigen Raumes, der dem, aus dem sie gekommen waren, wie ein Zwilling glich. Ein Schlüssel baumelte ganz hinten, und er reflektierte das Licht des Mondes mit einer Vollkommenheit, die keiner von beiden je erfahren durfte. Doch anstatt wie verzaubert auf diese Halskette zuzugehen, standen sie in einer Schockstarre in der Tür, und wagten es kaum zu blinzeln. Auf Johns Stirn brach kalter Schweiß aus. Die Knie seines Klassenkameraden begannen unter ihm nachzugeben, doch er brachte es irgendwie fertig stehen zu bleiben. Beide zischten erschrocken. Schwarze Punkte erschienen im Blickfeld von John, und das Dröhnen in seinem Kopf nahm unerträgliche Ausmaße an.

Der Schlüssel baumelte mit dem Mädchen von der Decke hinab. Ihre braunen, leicht gewellten Haare waren verfilzt, und durcheinander. Die Arme und die Beine hingen schlaff an ihrem Körper, der nur von einem einzelnen Seil um ihren Nacken gestützt wurde. Sie war mit einem weißen Kleid drapiert, welches ihre einzigartig attraktiven Kurven umschmeichelte, und anstatt von Ekel empfand der Junge nur tiefe Trauer, dass dieses Schönheit bald verwelken würde, und durch den Tod verspottet worden war. Als er intuitiv näher an die Engelsgleiche herantrat, erkannte er die zahlreichen blauen Flecken, die ihre Arme als Zeugen längst verjährter Gewalttaten zierten. Ihre Fingerkuppen waren abgerieben. Blutig. Die Nägel fehlten gänzlich. Ein Bein war ungewöhnlich verdreht. Schmerz. Ihr Name war Emily. Ihr fester Freund hatte sich vom höchsten Stockwerk gestürzt.

Der Blonde atmete kurz tief durch, bevor er die Hand langsam, beinahe zögerlich, halb liebkostend, halb umschmeichelnd über ihr Brustbein gleiten ließ. Seine Finger wollten von der Eiseskälte zurückschrecken, doch er griff mit fester Entschlossenheit nach dem Schlüssel, und riss ihn ihr vom Leib. Ein Ruck ging durch ihren Körper,


und sie schloss ihre zierlichen Hände um seinen Hals.


Er war geschockt, und konnte nicht reagieren, während sie immer fester zudrückte. Sie konnte nicht leben. Das war unmöglich. Das ging gar nicht. Panik breitete sich langsam in ihm aus, als der Druck langsam zu viel für ihn wurde. Die Kälte umschlang ihn liebkostend, und ein kühler Wind strich über seinen Körper. Der pochende Ton in seinem Verstand wurde immer pulsierender. Unerträglicher. Die Dunkelheit ging vor ihm in einen Knicks, und streckte ihm die Hand zum tanzen dar, und er war kurz davor anzunehmen, bis…

Er wurde an der Taillie gepackt, und nach hinten gerissen. Das Mädchen zappelte, röchelte, kämpfte. Doch kurz darauf hatte sich der Strick um ihren Hals zugezogen, und dann war sie still.

„Holy f-ck.“, wimmerte Markus einige Minuten später.

John schuldete ihm keine Antwort.



Ich hatte ihr danach einen kleinen Besuch abgestattet. Dieser dummen Kuh, die ihn nicht daran gehindert hatte, zu springen, und immer mit mir flirtete, wenn es ging. Auch jetzt warf sie sich in gespielter Trauer in meine Arme. Die teure Pediküre, welche mein bester Kumpel ihr gegönnt hatte, habe ich ihr später ausgerissen.

Es war beinahe zu einfach sie dort zu drapieren, bevor der Schwachmat in den Raum gekommen ist.

Er soll leiden.

Leiden wie mein einziger wahrer Freund.

Auch der hat meinen Sarkasmus nie wirklich verstanden.



Sein Atem ging später immer noch abgehackt, als er zusah, wie der andere den Schlüssel mit zitternden Händen ins Loch steckte. Zu schnell war sie geöffnet. Zu schnell nahm der ekelerregende Gestank zu.

Markus stand einige Sekunden in schockstarre da, bevor er zurückwich, und sich übergab. An seiner Stelle trat John zuerst in den Raum. Das Dröhnen steigerte sich.

Sie hingen überall. Zerfetzt, zerteilt, zerrissen. Er stöhnte. Ihre Gedämrme hingen wie Christbaumschmuck von der Decke. Ihre Glieder lagen achtlos auf dem Boden herum. Augen ohne Augenhöhlen starrten ihn vorwurfsvoll ann. Blut färbte sämtliche Steine rot. Seine ehemalige Lehrerin lag dort. Viergeteilt. Die Muskeln und Knochen waren brutal auseinander gerissen worden. Sehnen hingen zwischen den einzelnen Körperteilen. Der Kopf von Damian wurde von einer Metallstange durchbohrt. Der Schwuchtel hatte jemand ... die abgehackten Kronjuwelen in den Mund gesteckt. Hautfetzten hingen überall. Fingernägel lagen achtlos auf dem Boden herum. Ihre Bäuche waren aufgeschlitzt und entleert. Der Gestank war überwältigend.

Sie watteten durch die Masse. Versuchten nicht zu übergeben, während die sterblichen Überreste ihrer Bekannten an ihren Füßen klebten. Markus wimmerte. John presste seine Lippen fest aufeinander. Dorothys Kopf hing an der Türklinke, und baumelte fröhlich hin und her, als er sie herunter drückte.



All diese Penner hatten es verdient zu sterben. Sie alle hatten ihn dazu gezwunden zu springgen. Meine Worte waren nur die Krone gewesen. Er dachte, dass ich ihn verraten habe.

Es war ein Spaß, sie so hilflos zu sehen. Ihr Weinen war Musik für meine Ohren, und der Druck auf meinen Ohren lässt bei ihrem Anblick nach.

Sie haben das alle verdient.

Und bald muss ich meine Sammlung erweitern.



Sie fanden sich in einem Raum wieder, der aus sterilen, blauen Kacheln bestand.

Blau seine Lieblingsfarbe.

Dort war ein Ausgang, vor dem ein grünes "Exit"-Zeichen leuchtete, und Markus rannte freudig dorthin. Ein sinnloses Unterfangen. - Abgeschlossen. Er rüttelt an der Tür. Tränen glitzern in seinen Augen.

Ich habe ihn gebraucht. Er war alles für mich.

„Berruhig dich.", befahl ich ihm, und zog den Schlüsselbund aus meiner Jackentasche. Er stutzte. „Woher hast du die?“

- keine Antwort.

Er zittert. Meine linke Hand umschließt das andere Objekt in meiner Jackentasche. Das Dröhnen ebbt ab. Ich atme erleichtert durch.

„Oh man ich würde dir doch nie etws antun.“

Wann habt ihr das letzte Mal jemanden beleidigt, und es nicht ernst gemeint? Seit ihr sicher, dass euer Gegenüber das wusste?


Ein erleichterter Ausdruck huschte über sein Gesicht, während seine Schädelwand zeitgleich von einer Patrone durchbohrt wurde. Der laute Knall hallte in dem kleinen Raum wieder, als sich rote Flecken hinter ihm an der Wand bildeten. Er kippte nach rechts, und traf auf den kalten Kacheln auf, was ein weiteres, unschönes Geräusch nach sich zog. Sein Blick wurde nun von Ungläubigkeit getrübt, und er schnappte verzweifelt nach Luft, als ich ihn mit dem Stiefel hinabdrückte, und genau auf sein gottverdammten Mund ziele, der so viele Gemeinheiten in die Welt entlassen hat.

„Du bist sicher bei mir.“ Er blinzelte verwirrt.

Ein weiterer Schuss.



Ich hasse es, wenn sie meinen Sarkasmus nicht bemerken.



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