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Völlig benebelt torkele ich durch die Dunkelheit. Solange ich noch in dem Club war, ist mir gar nicht aufgefallen, wie betrunken ich eigentlich bin. Aber vermutlich hat die kühle, nein geradezu kalte Nachtluft meine Besoffenheit nur verstärkt. Nur konnte ich nicht mehr drinnen bleiben. Zu sehr ekelt mich an, was um diese Stunde dort vor sich geht. Resteficken nennt man das wohl heutzutage- ich nenne es Fleischbeschau.

Halbnackte Weiber, die so tun, als wären sie nicht leicht zu haben, dabei aber schon ein völlig durchnässtes Höschen anhaben, sobald man ihnen ein Kompliment zu ihrem Outfit macht. Und dann erst die Männer! Wie Zuchtbullen, die nur darauf warten, irgendwen, irgendwas besteigen zu dürfen- für fünf Minuten Gerammel kannst du bei diesen Typen den ganzen Abend umsonst saufen. Prostitution von der ganzen untersten Sorte. Ach egal, sollen sie es halt machen, mir könnte es gleich sein, wenn es nur nicht so auffällig wäre.

Der einzige Grund, warum ich mich überhaupt noch in solchen Läden aufhalte, ist die Musik und das Tanzen. Für mich ist es geradezu ein Gottesdienst, in der muffigen Dunkelheit zu stehen, die halb nach Patchouli, halb nach den Ausdünstungen betrunkener Menschen riecht und mich dem wummernden Takt der Musik zu unterwerfen. Bei diesem Gedanken muss ich immer kichern, denn wenn diese Primaten wüssten, in wessen Dienst ich stehe... aber wir Grufties sind ja eh alle Satanisten, vermutlich wäre niemand wirklich geschockt.

Ich torkele weiter, laufe ziellos durch die Straßen, denn ich habe es nicht eilig nach Hause zu kommen. Eigentlich hätte ich noch Lust auf einen Schlummertrunk, aber woher bekomme ich den mitten in der Nacht so auf die Schnelle? Dann lässt mich ein Geräusch schlagartig nüchtern werden. Sind das Schritte? Urplötzlich wird mir bewusst, wie verlassen die Straßen sind und wie schlecht beleuchtet außerdem. Ich lausche. Ja, das sind Schritte. Ich beschleunige meinen Gang, versuche aber gleichzeitig möglichst leise zu laufen, um die Schritte weiterhin orten zu können.

Die Schritte werden schneller und ich muss schlucken. Auch ich eile nun weiter und hoffe, dass ich mich nicht in eine ziemlich dumme Lage bringe. Schneller und schneller gehe ich, jedes Mal, wenn auch die Schritte ihre Gangart erhöhen. Es dauert nicht lange, da renne ich geradezu. Langsam mache ich mir Sorgen, die Angst übermannt mich... wird am Ende gar...? Ich schüttele den Gedanken ab, ich muss konzentriert bleiben, sonst unterläuft mir wirklich noch ein dummer Fehler.

Verdammt, ich war wirklich ziemlich unkonzentriert, denn erst jetzt sehe ich, dass ich in eine Seitengasse eingebogen bin, an deren Ende sich eine Mauer befindet. Innerlich verfluche ich mich, denn wäre ich aufmerksamer gewesen, wäre mir das viel früher aufgefallen. Dann hätte ich mich nicht so beeilen müssen. Aber umso besser, nun komme ich noch viel schneller und unerwarteter an meinen Schlaftrunk als gedacht. Ich lächele und ziehe dabei meine Mundwinkel nach oben, meine Fangzähne entblößend. Ich kann ihn riechen, deinen Angstschweiß, für mich ist er so süß wie der Geruch von frischgebackenem Kuchen. Du kauerst dich hilfesuchend an die Wand, denn längst hast du erkannt in welche Lage du dich gebracht hast.

Wärst du mal lieber beim Resteficken geblieben, mein Schöner. Aber wir Raubtiere holen uns ja immer das eine Vieh, dass sich unklugerweise von der Herde entfernt, nicht wahr? Schrei nur, ja schrei für mich- außer mir kann innerhalb meiner Aura des Schweigens niemand hören, wie laut du bist- und für mich klingt das sogar noch besser als Musik.

Ich bleibe stehen, genieße den Moment. Du blickst verwirrt auf, als nichts Schlimmes passiert- das hattest du nicht erwartet. Mein Grinsen wird noch breiter, dann ziehe ich langsam eine Handschuh aus. Als deine Augen erblicken, dass sich darunter keine Hand befindet, sondern eine schlangenähnliche, sich windende schwarze Masse, erstarrt dein Gesicht zu einer Fratze der Todesangst.

Langsam hebe ich meinen Arm, strecke ihn nach dir aus. Du weichst zurück, doch längst hast du keinen Spielraum mehr für viel Bewegung. Als dich mein Tentakel sanft an der Wange berührt, geradezu liebkost, hörst du auf zu schreien. Kein Gift ist es, das dies bewirkt. Nur deine Erkenntnis, WAS ich bin.

Ja,du da vor dem Computer, die Großen Alten sind erwacht- und sie haben Hunger!

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