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Der Wind fegte erbarmungslos über die Landschaft. Spürend wie Dreck, Staub und Partikel gegen mein Gesicht geweht wurden und das stechende Gefühl hervorriefen. Ich hatte mich bereits an dieses Gefühl gewöhnt, doch heute war es besonders stark und dennoch spürte ich, dass es heute anders war. Ein Sturm zog auf, aber ich hatte keine andere Wahl und musste weitergehen. Zurück konnte ich nicht. Noch nicht. Zuerst musste ich meine Aufgabe erledigen und die Dinge beschaffen, die mir aufgetragen wurden. Bereits in dem Moment, als ich eines dieser "Artefakte" zum erste Mal sah, wusste ich, dass sie etwas Besonderes waren. Manche versprühten Blitze, durch andere wurde mir speiübel, aber einige verströmten eine angenehme, Kraft spendende Wärme.

Während der Wind heftiger blies, mehr und mehr Wolken aufzogen und das Knistern des Geigerzählers stärker und häufiger wurde, war mir bewusst, dass mir die Zeit davonlief. Dennoch musste ich weiter. Ich kämpfte mich durch den schlammigen, fast schon sumpfartigen Morast voran. Nach einer halben Stunde, in welcher das Wetter immer schlechter wurde, erreichte ich endlich den trockenen Boden. Anfangs standen nur vereinzelt Bäume hier und da, doch je weiter ich voran kam, desto dichter wurde das Gehölz, bis es sich zu einem engen Netz verwob. Die Bäume waren sehr kahl, hatten kaum Blätter und die vorhandenen sind vertrocknet. Mir war klar, dass der Wald keinen ausreichenden Schutz bieten würde, deshalb war ich unweigerlich gezwungen mein Tempo mehr und mehr zu erhöhen. Ich vernahm ein Heulen in der Ferne. Auch sie waren aufgrund des aufziehenden Sturmes beunruhigt. Es waren arme Kreaturen. Hunde, die durch all die Strahlung erblindet waren. Sie lebten nun schon zu lange in der Wildnis, waren durch ihr Schicksal von allen Lebewesen entfremdet und kannten das Zusammenleben mit den Menschen nicht mehr. So konnte es durchaus vorkommen, dass sie einen grundlos angriffen.

Auf dem Hügel angekommen wurde der Wald lichter und ich konnte bereits das Tal erkennen. Neben dem, in dieser Gegend üblichen Gestrüpp, gab es auch einige seltenere Büsche und Pflanzen. Ein ungewöhnlicher Anblick, so viel Grün zu sehen nach all dieser Zeit. Es ließ mich für einen kurzen Moment sogar den nahenden Sturm vergessen. Dennoch löste ich mich von der Pracht und zwang mich weiter zu gehen, denn noch war ich nicht an meinem Ziel angekommen. Ein Stückchen weiter befand sich ein kleines Fabrikgebäude, wo ich jedoch auch nicht verweilen wollte. Mein eigentliches Interesse galt dem Schrottplatz dahinter. Leider zwang mich der Sturm meine Pläne zu ändern - zumindest vorerst. Ich würde Schutz brauchen und dafür war die Fabrik weitaus besser geeignet. Genau vor mir begann eine brüchige Straße, die sich in Richtung des Gebäudes erstreckte. Ich war froh nun nicht mehr durch den Schmutz marschieren  zu müssen. Einige Autos säumten die Fahrbahn.

Viele von ihnen waren über die Jahre stark verrostet und boten ein Bild der Zerstörung. Alles hier spiegelte den jahrelangen Verfall wieder. Auch der Zaun, welcher ursprünglich unerwünschte Besucher abhalten sollte, war gleichermaßen beschädigt und ermöglichte mir so ein problemloses Eindringen. Auf dem gesamten Weg begegneten mir weder Ungereimtheiten, noch Anomalien. Das hatte seine guten, aber auch seine schlechten Aspekte. Das ich nicht gestorben war, konnte man definitiv als Vorteil verbuchen. Da allerdings die erwähnten Anomalien ein Hinweis auf mögliche Fundstellen für Artefakte waren, konnte dabei also durchaus von einem Nachteil sprechen.

Bei der Fabrik angekommen, untersuchte ich das Gebäude nach Spuren weiterer Menschen. Meine Untersuchungen ergaben, dass sich hier tatsächlich keine Menschen, abgesehen von meiner Person befanden. Dies bestärkte mich in der Hoffnung, dass es hier noch brauchbare Dinge geben könnte. Ich wollte nicht dazu gezwungen sein, den Weg über das zerlöcherte Dach zu nehmen und so suchte ich nach einem Eingang. Als mir klar wurde, dass es keinen anderen Weg hinein gab, brach ich mit einiger Anstrengung die Tür auf und begann sofort das Innere zu erkunden. Vor mir lag ein staubiges Areal, überall lagen rostige Metallstangen verstreut, und die alten Förderbänder waren mit altem Gerümpel und vielen metallenen Stücken gesäumt. Man erkannte sofort wie schnell damals alles geschehen sein musste. Niemand hatte es kommen sehen.

Es schien damals eine normale Verbrennungsanlage für Müll gewesen zu sein. Nachdem ich mich vergewissert hatte, auch hier drinnen allein zu sein, stellte ich Fallen auf und richtete mir ein provisorisches Lager ein, um die Nacht zu überstehen. Kaum hatte ich meine Vorkehrungen getroffen, begann der Sturm zusammenzuziehen und stärker zu werden. Das Knistern des Geigerzählers wurde lauter und lauter und fing an sich in meinen Kopf zu bohren. Es war unerträglich. All die vielen Stürme, welche ich schon überlebt hatte, und dennoch überkam mich jedes Mal dieses starke, unangenehme Gefühl in meinem Kopf.

Ich wusste, ich war in Sicherheit, während draußen der Sturm tobte und alles unter sich begrub. Um mich von all dem abzulenken, entzündete ich ein Feuer und aß von den Vorräten, welche ich noch bei mir hatte. Als ich mich etwas gesättigt fühlte, machte ich mich auf, um den Rest des Gebäudes nach brauchbaren Fundstücken zu durchsuchen. Leider wurden meine Hoffnungen enttäuscht. Überall gab es nur altes Gerümpel und Schrott. Ich fand eine Kantine und durchsuchte sie nach etwas Essbarem. Hinter einer halb zerfallenen Theke, wo sich mal die Küche befunden haben musste, fand ich einige Konservendosen. Es waren zwar nicht gerade viele, doch wenigstens ging ich nicht mit leeren Händen zurück. Wertvolle Artefakte gab es hier allerdings nicht; nichts von dem, was die Forscher so dringend wollten. Sie hätten so viele ungelüftete Geheimnisse und würden die Forschung revolutionieren, hatten die Forscher mir versichert. Da es ihnen allerdings zu gefährlich war, selbst hierherzukommen, waren sie auch bereit solch horrende Summen zu bezahlen. Vor allem die Wohlhabenden, konnten nicht genug von alldem bekommen. "Unglaublich! Die Menschheit und ihre Gier! .... Nichts ändert sich, es war schon so und wird wohl immer so bleiben!" , schoss es mir durch den Kopf. Beschweren konnte ich mich natürlich nicht, ich war ja hier und machte die Drecksarbeit für sie alle. Genaugenommen profitierte auch ich davon.

Am nächsten morgen herrschte Stille. Wie immer nach einem Sturm. Die Stille war unerträglich, schlimmer als der eigentliche Sturm. Zu wissen, dass fast nichts draußen überlebt haben würde. Ich machte mich daran, draußen den Schrottplatz zu untersuchen. An solchen Orten gab es bis jetzt immer etwas wertvolles zu entdecken. Nach einiger Zeit konnte ich ein Schaben vernehmen, aber da es nur sehr leise war, beachtete ich es nicht weiter. Während ich weiter voran schritt, war ein deutliches Grunzen zu hören. Sie waren definitiv hier. Fleisch, wie sie hier genannt wurden. Das waren einmal gewöhnliche Hausschweine gewesen, doch die Strahlung hatte sie schrecklich mutieren lassen. Sie waren nun fast eineinhalb Meter hoch, merkwürdig deformiert und seltsam scheue Wesen.

Ich zog die Kalaschnikow, die mich schon so lange begleitete, von meinem Rücken, und wollte einen Warnschuss in die Luft abfeuern. Meistens war das ausreichend um sie zu verscheuchen. Doch ich hörte nur das Klicken des Verschlusses. Ich wusste augenblicklich, dass es sich um eine Ladehemmung handelte. Das "Fleisch" war nicht mehr alleine. Fünf weitere tauchten hinter dem Schrottberg auf. Wie ihre Vorfahren, die Schweine, waren auch sie Allesfresser und machten in der Not keinen Halt vor Menschenfleisch. Unbeholfen, kamen sie auf mich zu. So schnell ich konnte, packte ich alles, was ich in der kurzen Zeit zu fassen bekam ein und stürmte zurück in die Fabrik. Ich konnte die Bestien gerade noch abhängen und verschloss die Tür hinter mir. Laut krachend stürzten einige meiner Verfolger gegen die geschlossene Tür.

Eine Woche ist seither vergangen. Das Kratzen und Grunzen vor dem Eingang wird immer lauter. Ich habe nun keine Munition mehr. Bei beim Versuch einige der Bestien zu töten habe ich alles verbraucht. Nur mein Messer ist mir geblieben, doch mit dem kann ich mir den Weg unmöglich freikämpfen. Ich weiß nicht was ich tun soll. Mir gehen die Ideen aus.

~Stifler Kevin~

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