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Hallo ich bin Janina, ich bin achtzehn Jahre alt und wohne in Hannover. Meine Geschichte ist etwas... anders, als die, die man eigentlich auf dieser Plattform findet. Warum? Nunja... Diese Geschichte ist echt. Es ist egal, ob ihr mir das glaubt. Es hat genauso wenig Bedeutung wie mein jämmerliches Dasein noch. Es liegt an euch es so zu beurteilen, wie ihr denkt.


Als ich acht war, hatte ich einen imaginären Freund. Sein Name war Dornet. Das wurde mir zumindest oft eingeredet. Er war ständig bei mir, da ich zu der Zeit keine Freunde hatte. Ich war ein Einzelkind und mir fiel es schwer mit anderen Kindern Freundschaft zu schließen. Dass wir nun in eine neue Stadt gezogen waren, vereinfachte die ganze Geschichte nicht gerade. Doch ich schweife ab...

Ich und mein Freund redeten und spielten bei jeder Gelegenheit miteinander und hatten viel Spaß. Dann zogen wir erneut um. Mein Dad hatte eine Beförderung bekommen, und mit dem neuen Umzug kam ich auch in eine andere Schule. Auf der neuen Schule hatte ich auch endlich "richtige" Freunde. Ich vergaß, dass ich einen imaginären Freund hatte.

Als ich auf die Mittelschule ging, trennten sich die Wege mit meinen alten Schulfreunden. Aber wir hielten immer noch über Telefon Kontakt. Naja und damit fing die Sache dann an... ungewöhnlich zu werden.


Ich rief meinen besten Freund Simon am Telefon an. Ich mochte ihn wirklich sehr, er half mir immer wenn ich ein Problem hatte, war für mich da und immerzu mitfühlend. Nie hätte er sich an mich rangemacht. Nicht weil er schwul war, er sah mich nur immer als gute Freundin. Nicht mehr, und ich war vollkommen zufrieden damit.

Als endlich jemand abhob, hörte ich allerdings die Stimme des Vaters. "Hallo?"

"Oh, hallo Herr Taumler“, gab ich etwas verwirrt zurück, „Ist Simon nicht zuhause?"

Ich meinte ein Schluchzen im Hintergrund hören. „W-was ist denn los?“, fragte ich mit wackeliger Stimme.

„Janina. Bitte setz dich. Ich muss dir etwas wegen Simon sagen.“

„Ist er im Krankenhaus? Was hat er angestellt? Geht es ihm gut?“, rief ich nervös in den Hörer.

„Er ist tot. Er wurde getötet", höre ich die Stimme des Vaters monoton aus dem Hörer.

Ich starrte einen Moment nur still auf den Boden. Ließ den Schock passieren, den Gedanken wirken. Mir fiel der Hörer aus der Hand. Belanglos, so wie alles andere.

Ich stand noch lange da. Als ich mich gerade wieder rühren wollte, sah ich einen Schatten in die Küche huschen. Zuerst dachte ich, ich hätte es mir eingebildet. Es war nur für eine Millisekunde in meinem Blickwinkel, aber trotzdem wollte ich nachsehen. Nur um mich wenigstens einen kurzen Moment mit etwas anderen beschäftigen zu können.

Da klingelte es an der Tür. Ich drehte mich um, machte sie auf. Fehlanzeige. Niemand da.

"Nur ein dummer Streich". dachte ich mir und ging in mein Zimmer.


Am nächsten Morgen sah ich mir die Zeitungsberichte an. Ich las dann schließlich in den Todesanzeigen Simons Namen... Simon Taumler... Es war also kein makaberer Scherz gewesen. Der fragende Gedanke, wer Simon getötet haben könnte, schoss durch meinen Kopf, gefolgt von dem, warum er getötet wurde. Schließlich ging ich in die Schule. Irgendwie war es heute seltsam dort. Alle benahmen sich so merkwürdig mir gegenüber. Ich nahm an, dass das an Simons Tod lag, wollte nicht weiter darüber nachdenken und schüttelte es ab.

Am nächsten Tag wollte ich mir nochmal die Zeitung von gestern anschauen und bemerkte, dass Simons Name in der Todesanzeige ausgeschnitten wurde. Reste der zerschnittenen Zeitung lagen auf dem Küchenboden und auf dem Flur verteilt.

Schnell sammelte ich die Zeitung ein, bevor meine Eltern nach Hause kamen. Sie durften diese Unordentlichkeit nicht sehen, sonst würde mein Vater mich vielleicht wieder... nein.

Ich bückte mich gerade, da sah ich einen Schatten in mein Zimmer huschen. Jemand war in meinen Zimmer, es war keine Einbildung. Als ich in mein Zimmer ankam, saß jemand auf meinem Schreibtischstuhl mit dem Rücken zur Tür .. Instinktiv frage ich:

"Simon? Bist du das?"

Es war Simon, dessen war ich mir einen Moment vollkommen sicher. Aber als ich den Stuhl erreicht hatte, saß da nicht Simon, sondern ein achtjähriger Junge mit blonden Haaren, einer runden Brille, blauen Pullover und kurzen Jeans... DORNET.


Genau so hab ich ihn mir vorgestellt. Ich schauderte.

"Aber , du bist nicht echt", fing ich an, dann sah ich, dass sein Pullover und die Jeans mit Blut bedeckt waren. Dann hörte ich seine Stimme. Eine abartig tiefe Stimme, völlig unpassend zu so einer schmächtigen Figur.

"Du kannst nicht vor mir fliehen , ich bin überall . Egal wo du hingehst, ich finde dich." Während er redete, bewegten sich seine Lippen nicht.

"W- was willst du von mir?", fragte ich ängstlich.

Die Stimme gab zurück: „Ich will mit dir spielen. Wie früher."

Ich bebte vor Angst. "Du bist nicht echt!", schrie ich und drehte mich schlagartig um, als die Tür aufging.

"Mit wem redest du da ?", fragte meine Mutter in einem besorgten Ton.

Ich sah zum Stuhl, aber Dornet war verschwunden.

"M-mit niemandem“, gab ich noch immer zitternd vom letzten Ereignis zurück.

Meine Mutter schloss die Tür, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Am Abend vor dem Schlafengehen fühlte ich mich unwohl, weshalb ich öfters in der Ahnung mich zu übergeben ins Bad rennen musste. Dabei stellte ich mir eine Frage. Wer war er wirklich? Woher stammte das Blut und wieso sah Dornet so verdammt ähnlich aus wie... er?


Am nächsten Tag blieb ich zuhause, weil meine Übelkeit noch weiter anhielt. Deshalb schlief ich noch eine Weile. Als ich einigermaßen wach wurde, sah ich eine Gestalt vor meinem Bett stehen.

"Mom?", fragte ich schläfrig.

Ich schlug die Augen auf. Es war Simon. Er rief mit einer entsetzlichen Stimme:

"Wieso? Wieso hast du das getan? .. du Monster .. du Monster... "


Ich schreckte hoch. Es war nur ein Traum. Aber es kam mir so echt vor, wie der Besuch von dem Jungen.. Ich drehte mich zum Tisch um und sah dass ER dort saß. Der Junge grinste.

"Hast du mich vermisst?"

"Nein!“, brüllte ich. „Geh endlich weg!"

Sein Grinsen wurde noch breiter. "Aber du wolltest mich doch sehen.", gab er amüsiert zurück. Ich schwieg und starrte ihn an. " Ich weiß das, weil ich dich beobachte." Er fing an zu lachen ."Was ist denn los? Vermisst du etwa deinen "angeblichen“ Freund Simon?"

Etwas polterte im Schrank.

"Na los, mach schon auf", befahl er.

Ich näherte mich dem Schrank und holte meinen verstaubten alten Teddybären heraus.

"Dann können wir ja jetzt spielen“, meinte er auffordernd .

"NEIN!", rief ich und lief aus meinem Zimmer ins Bad, um mir kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen.

Ich drehte den Wasserhahn zu und sah, dass meine Mutter im Bad stand.

„Was ist den los mit dir?“, fragte sie mich besorgt, „Hast du etwa schlecht geträumt? Du siehst so blass aus."

Ich drehte mich um, um sie zu beruhigen, aber meine Mutter war verschwunden. Ich lief schnell in mein Zimmer zurück, schloss die Tür hinter mir und schlief ein, die Augen zugekniffen und betend, den Tag noch zu überleben.

Irgendwann muss ich wohl das Bewusstsein verloren haben, da ich mich plötzlich im Krankenhaus wiederfand. Meine Mutter stand neben meinem Bett. Ein Arzt kam zu mir und sagte mir, ich sei ohnmächtig geworden. Mom sah mich nur besorgt an, sprach aber nicht mit mir. Dann nach etlichen Minuten fragte sie den Arzt: "Wie lange wird meine Tochter hier bleiben müssen?“

Der Arzt schaute sie besorgt und mitleidig an. Dann antwortete er: „Dass wissen wir nicht.Vielleicht Tage, Wochen, Monate oder Jahre. Wir werden unsere verfügbare Zeit nutzen und herausfinden, was mit ihrer Tochter nicht stimmt.“

Ich sah ein paar Männer in weißer Kleidung an der Tür vorbeilaufen und begriff, dass ich in einer psychiatrischen Anstalt war.

Ich drehte mich zu Mutter. „Bitte, lass mich nicht hier, ich bin nicht verrückt.“, flüsterte ich mit schwächelnder Stimme, „Es geht mir gut.“

Sie ignorierte mich, verließ mein Zimmer. Später taten es ihr die Ärzte gleich. In der Nacht besuchte ER mich wieder. Diesmal war sein Gesicht blasser und seine Stimme klarer. Er grinste. "Nun können wir für immer miteinander spielen", sagte er glücklich und strich mir durchs Haar.

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