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Es war eine dunkle Nacht, als ich mich durch die Straßen der Stadt bewegte. Kein Mond, keine Sterne erleuchteten die finsteren Gassen, nur hier und da eine einsamme Straßenlaterne. Die Stadt war menschenleer, nur ein paar streunende Katzen schlichen mit leuchtenden Augen umher.  Eine Nacht, die wie geschaffen für mich war.  Der Schatten, welchen ich meinen Körper nenne, kroch an den verfallenen Häusern vorbei, bis ich zu einem besonders heruntergekommenem kam. Ich wusste, was dort auf mich wartete, schließlich hatte ich diese Nacht schon seit Wochen geplant, hatte beobachtet und gewartet, nur für diesen einen Augenblick.

Ich bewegte sich langsam auf die Haustür zu, dann schlüpfte ich unter ihr hindurch. Es folgten ein Flur und ein Treppenhaus, ich musste nach oben, zu den Schlafzimmern, um das zu bekommen, was ich brauchte, das, was ich so sehr begehrte. Da ich genau wusste, wo mein Ziel war, übersprang ich die ersten beiden Türen zu meiner linken und rechten, hinter denen sich Bad und Elternschlafzimmer befanden und hielt Kurs auf die mir gegenüber liegende Tür. Sie war abgeschlossen da das Mädchen schlafwandelte und die Eltern sich nicht anders zu helfen wussten, was mich allerdings wie schon bei der Haustür nicht davon abhielt, das Zimmer zu betreten. Dort lag sie, friedlich schlafend in ihrem kleinen Bett, nichts ahnend, vollkommen unschuldig. Diesesmal war ich mir sicher. Diese reine Seele konnte mich heilen. Sie musste es einfach. 

Ich kroch über den Boden auf das Bett zu, vorbei an Plüschtieren und einem Puppenhaus, bis ich genau neben ihr war. Dort richtete ich meinen Schatten auf, worauf dieser sich dehnte, verfestigte und drei-dimensional wurde, während das kleine Mädchen sich im Schlaf mit dem Gesicht nach oben drehte.


So friedlich, so rein...

Es musste einfach funktionieren.


Ich trat einen weiteren Schritt näher. Mein Kopf befand sich jetzt genau über ihr. Ich streckte meine rechte Hand aus, lege sie auf ihre linke Brust. Meine linke Hand drückte ich auf ihren Mund, so dass sie nicht schreien konnte. Dann verstärkte ich den Druck auf ihrer Brust, bis ich spürte wie sich ihre Rippen bogen.

Plötzlich riss sie ihre Augen auf, erblickte meinen pechschwarzen Körper und brach in Panik aus. Sie schlug um sich, versuchte sich zu befreien und wand sich wie ein Aal, doch gegen meine Kraft hatte sie nicht den Hauch einer Chance. Ich verstärkte meinen Druck auf ihre Rippen, bis diese mit einem lauten Knacken brachen. Sie wollte schreien doch meine Hand war immer noch auf ihren Mund gepresst und es ertönte nur ein unscheinbarer Laut, wie ein leises, schrilles Summen. Ihre Augen rollten sich vor Schmerz nach hinten und ihre Muskeln begannen wild zu zucken als meine Hand in ihren Brustkorb eindrang. Meine Finger fanden das Herz und rissen es mit einem gewaltigem Ruck heraus. Das Mädchen zuckte noch ein paar mal, dann bewegte sie sich nicht mehr. In ihrer linken Brust befand sich ein faustgroßes Loch, zebrochene Rippen waren nach innen und außen gebrochen und ihr Blut war auf dem ganzen Bett verteilt.  Ich musterte meinen neuen Schatz.

Endlich hielt ich es in der Hand, dieses Herz mit einer so reinen Seele, wie bei einem Menschen nur möglich ist. Die letzten Schläge des Muskels wurden schwächer, jetzt durfte ich keine Zeit mehr verlieren. Ich setzte das Herz in das Loch in meiner Brust und zitterte vor Aufregung. Wenn es jetzt funktionierte...

Aber es funktionierte nicht. Wie die anderen 15 Herzen vertrocknete dieses Herz sobald ich es an seinen neuen Platz setzte und wurde schwarz. Die Mühe war umsonst gewesen und meine Hoffnung zerfiel vor meinen Augen zu Asche. Wieder eine Tote, die eigentlich leben sollte. Wieder wurde meine Hoffnung zerschmettert wie brüchiges Glas von einem Hammer aus Stahl. Wieder hinterließ ich ein Massaker, während ich das Haus verließ, wieder musste ich jemanden auswählen, der sein Herz für mich geben muss. Doch diesesmal werde ich schneller zuschlagen. Viel schneller. Vielleicht werde ich dann endlich von meinem Dasein erlöst und endlich wieder ein Mensch. Ich habe mein nächstes Ziel bereits erreicht und beobachte es von hinten. Es ist wach, aber es hat mich noch nicht bemerkt. Noch nicht...

An deiner Stelle würde ich mich jetzt nicht umdrehen...


Neffets97 (Diskussion) 15:06, 29. Okt. 2013 (UTC) 


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