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Mobbing. Ich erlebte es in meiner Schule. Nicht persönlich, aber ich sah es. Nikolas. Sie schubsten ihn auf die Knie, sodass er sie sich aufschlug. Tränen flossen von seinem Gesicht. Nikolas wurde seit der letzten Klassenfahrt gemobbt. Seit diese Bastarde herausgefunden hatten, dass er schlafwandelte. Ich war lange Zeit selbst ein Opfer. Jetzt bekam ich Respekt. Wenn ich ihm half...dann wäre ich wieder ein Opfer, nicht wahr? Ich kannte diesen Jungen. Aber ich wollte und konnte ihm nicht helfen. Ja, ich gebe es zu. Ich war egoistisch. Heute bin ich es nicht mehr. Heute versuche ich, schnellstmöglich einzugreifen. Hätte ich damals so reagiert, würden heute meine Klassenkameraden noch leben.

Es war die nächste Klassenfahrt. Schon im Bus wurde Nikolas gehänselt. Sie filmten ihn im Schlaf und kommentierten die Aufnahmen mit Sätzen wie: "Wann läuft er wohl los?" oder "Wenn er schlafwandelt und der Busfahrer bremst, wird's lustig!" Wir stiegen schließlich am Zielort aus. "Rick", sagte ich. "Kommst du mit mir ins Zimmer?" Mein Freund nickte. "Klar, Manuel! Immer gern!" "Das geht nicht", sprach unser Lehrer, Herr Bergwood. "Jemand muss mit Nikolas ins Zimmer. Und Manuel ist der einzige, den Nikolas als nett ansieht." "Kevin hat ihm auch nichts getan!", protestierte ich. "Nun ja, das ist nicht ganz richtig", antwortete dieser zögernd. "Ich hab ihm ein paar mal das Pausenbrot weggeschnappt." "Damit ist es offiziell! Nikolas geht mit Manuel in ein Zimmer", rief Herr Bergwood.

In der Nacht wachte ich auf. Ich geriet in große Atemnot. Mein Asthma meldete sich wieder! Aber warum? Meine Zunge geriet in aller Panik an meinen Gaumen. Aha! Eine Kopschmerz-Tablette! (Kopfschmerz-Tabletten lösen Asthma-Anfälle aus) Jemand hatte sie mir unter meinen Gaumen geklebt. Ich riss sie heraus und kramte hektisch in meiner Tasche. Hier irgendwo musste das Spray doch sein, verdammt! Langsam aber sicher ging mir die Luft aus. Mir wurde schwarz vor Augen. Dann hielt ich es in den Händen. Ich genoss den zugeführten Sauerstoff.

Nikolas. Er lag nicht mehr in seinem Bett. Hatte er versucht, mich umzubringen? Nein. Niemals. Das konnte nicht sein. Auf keinen Fall. In der Ferne erklang ein Summen. Ich nahm mir meine Taschenlampe und ging den Flur entlang. Das Summen kam näher, eine nahezu diabolische Melodie. Ein Lichtschein drang hinter der nächsten Ecke hervor. Dort war es. Das Badezimmer. Und dort saß er. Nikolas. Mit sanftem Griff stellte er eine zweite Kerze zu einer Ersten auf den Fliesenboden. Ich ging auf ihn zu und erschrack. All meine Klassenkameraden hingen von der Decke, mit Stahlseilen an dieser befestigt. Ihre Mägen quollen aus den aufgeschlitzten Bäuchen heraus. Mir wurde schlecht. "Hast du die Tablette genossen?" Nikolas´ Stimme klang dämonisch, kaltherzig und emotionslos. "Nikolas...w-was hast du gemacht?" stammelte ich entsetzt. Er drehte sich zu mir um, die Augen fest geschlossen. "Ich bin geschlafwandelt." Dann ging er, wie ferngesteuert, zurück und legte sich in sein Bett.

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