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Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue aus dem Fenster.
Es schneit. Natürlich.
Es schneit schon seit Wochen durchgängig. Dabei ist nächste Woche Frühlingsanfang.
Ich seufze. So langsam habe ich den Verdacht, dass es nie mehr aufhört zu schneien.
Draußen ist alles weiß. Durch die dichten Flocken kann man kaum noch etwas erkennen.
Die Nachbarhäuser, die parkenden Autos, selbst die Bäume im Garten; alles wird von dem Schneegestöber verschlungen.


Die Schule ist in den letzten Tagen ausgefallen. Es wäre auch unmöglich für mich, dort hinzukommen.
Die Busse fahren schon längst nicht mehr. Die Straßen sind größtenteils gesperrt. Der Strom in vielen Stadtteilen ausgefallen. Telefonleitungen unter dem Gewicht des Schnees zusammengebrochen. Es gibt keinen Handyempfang mehr. Kein Internet.
Es ist Tage her, seit ich das letzte Mal mit einem anderen Menschen außer meinen Eltern gesprochen habe.
Zum Glück funktionieren die Heizungen noch. Aber es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sie auch ausfallen.


Anfangs war der Schnee ja schön, aber langsam reicht es.
Vielleicht wird es ja morgen besser…Aber vielleicht geht es auch noch Wochen so weiter.
Seufzend erhebe ich mich vom Schreibtisch und gehe zur Tür.
Ich habe Hunger. Vielleicht haben wir noch irgendwo eine Tafel Schokolade…
Unten läuft Musik. Irgendeine CD von meiner Mutter. Die Stereo-Anlage läuft mit Batterien.
„MOM!“, brülle ich durchs Treppenhaus, „Haben wir Schokolade?“
Niemand antwortet. Vielleicht sind meine Eltern eingeschlafen. Ich laufe die Treppe runter in die Küche.
Es ist auf einmal so kalt hier…Auf der Küchenzeile liegt eine Packung Kekse.
„Mom!“, rufe ich noch einmal, „Kann ich die Kekse mitnehmen?“
Immer noch keine Antwort. Was soll das bloß? Genervt gehe ich aus der Küche Richtung Wohnzimmer.
„Mom! Dad! Seid ihr da?“
Nichts.


Ich reiße die Tür auf-und starre direkt in die weit aufgerissenen Augen meiner Mutter.
Oh Gott!
Erschrocken stolpere ich ein paar Schritte zurück. Starre auf das Blut auf dem Boden. Das Blut meiner Eltern. Ihre Körper liegen auf dem Boden, seltsam verdreht, zerkratzt, mit Blut bedeckt. Ihre toten Augen sind auf mich gerichtet.
Was zur Hölle ist hier passiert?!
Panik schnürt meine Kehle zu. Irgendjemand hat meine Eltern umgebracht! Und vielleicht ist dieser Jemand noch hier…Ich muss sofort hier raus! Muss Hilfe holen…die Polizei…
Meine Gedanken werden von einem lauten Knacken unterbrochen. Mein Herz bleibt einen Moment stehen. Erschrocken drehe ich mich um…und sehe ES.
Ich…ich kann nicht genau sagen, WAS es ist…Es sieht ein bisschen aus wie ein weißer, abgemagerter Hund. Aber es ist größer als ich und an seinen Pfoten befinden sich lange, gebogene Krallen.
Blut ziert das Fell des Wesens und es starrt mich direkt an, mit seinen eisblauen Augen.
Dann fängt es an zu knurren.


Ich kann seine Zähne sehen; lange, scharfe Zähne, von denen Blut tropft.
Ich wage nicht, mich zu bewegen. Starre die Kreatur an. Sie starrt zurück. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich muss hier raus…
Das Knurren der Kreatur dringt in meinen Kopf. Es sind Worte…
„Nun lauf weg! Ich will spielen!“
Ich starre das Wesen weiter an. Es grinst.
„Lauf!“, wiederholt es.
Und ich drehe mich um, und laufe.
Aus dem Wohnzimmer. Durch den Flur. Zur Tür. Nach draußen.
Ich habe keine Zeit, Jacke oder Schuhe anzuziehen. Renne einfach. Der Schnee weht mir ins Gesicht.
Ich weiß nicht, wohin ich renne. Bloß weg… weg von dieser furchtbaren Kreatur, die meine Eltern getötet hat.


In diesem Moment stolpere ich über etwas, das auf dem Boden liegt und stürze in eine Schneewehe.
Schmerz durchzuckt meinen Körper. Aber ich richte mich wieder auf. Werfe einen Blick zurück… und erstarre.
Vor mir, auf dem Boden, liegt meine Freundin Carol. Ihre Augen sind weit aufgerissen; wie die meiner Eltern. Wieder überall Blut.
Ich schreie. Stolpere zurück. Drehe mich um. Renne.
Was passiert hier bloß?! Was ist das für ein Wesen, das scheinbar wahllos Menschen tötet?! Gibt es einen Ort; irgendeinen Ort, an dem ich sicher bin?!
In diesem Moment höre ich wieder das Knurren.
Die Kreatur ist direkt hinter mir.
Sie jagt mich. Sie spielt mit mir.
Ich kann nicht mehr rennen…nicht mehr atmen…
Wieder stürze ich. Bleibe liegen. Keine Kraft mehr, um aufzustehen…
Es wird mich töten. Mich zerfetzen…
Das Knurren ist nun direkt über mir. Ich blicke auf.
Die eisblauen Augen sind das Letzte, was ich sehe.

Epilog: Der letzte ÜberlebendeBearbeiten

Leichen. Überall Leichen. ÜBERALL!
Alle sind tot. Alle.
Außer mir.
Meine Eltern…die Nachbarn…
ALLE!
Nur ich lebe. Ich bin ihm entkommen.
Naja…zumindest dieses Mal.
Aber nächstes Mal…wird es mich kriegen.
Ich weiß es…
Denn ich sehe die Worte an der Wand.
Mit Blut geschrieben…

„Nächsten Winter spielen wir weiter. Sobald der Schnee fällt.
Ich freue mich schon!
-Freeze“

CocoNoAka (Diskussion) 13:50, 11. Jul. 2014 (UTC)CocoNoAka

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