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„Hast du dich je gefragt, wie es ist sich als ein Etwas zu fühlen, das in den Augen der Anderen als seltsames Wesen kategorisiert wird? Hast du dir je Gedanken darüber gemacht, wie es ist, wenn man die Anderen mit einer anderen dunklen Perspektive sieht?

Ein leichter Wind wehte durch das geöffnete Fenster. Dunkelheit umgibt mich wie ein schützender Schleier. Ich schaute auf die digitale Uhr, die rechts an der Wand eine Uhrzeit von 1.00 morgens preisgibt. Nein, ich konnte wieder nicht schlafen, wie auch die letzten Nächte. Seufzend begab ich mich aus meinem warmen Schlafplatz in Richtung des offenen Fensters. Ich setzte mich auf der kühlen steinernden Fensterbank hin und schaute auf die verdunkelte Straße. Keine Lebensform war auf diesen asphaltierten Straßen zu sehen. Ich liebte es, dass niemand zu sehen war. Nur ich und die Dunkelheit. Ich atmete tief die kalte Nachtluft ein, während ich weiter das leere Nachttreiben beobachtete.

Nach einer Weile hatte ich genug. Nur am Fenster zu sitzen, brachte meine Schlaflosigkeit nicht zu ende. Ich musste raus, mich von meinem gefängnisgleichen Raum befreien. Ich ging von der Fensterbank runter und zog mir etwas drüber, auch wenn das unnötig war, weil ich so weniger Kälte auf meinem Körper spüren konnte. Leise machte ich die Tür zu meinem Zimmer auf und lief in den dunklen Flur. Gleich nebenan lag das Schlafzimmer meiner Eltern. Sie schliefen schon, doch wollte ich ihnen noch Gute Nacht sagen. Sie brauchten das nicht zu hören, nur, es gab mir ein besseres Gefühl. Außerdem waren sie in der letzten Zeit so still. Sie waren unzufrieden mit mir, nur weil ich anders bin, weil ich nicht das Traumkind bin, dass sie sich wünschten.„Gute Nacht“, flüsterte ich kaum hörbar in das Zimmer rein. Danach verschwand ich in das Bad. Ein riesiger Spiegel prankte an der Wand, wie die Tür zu einer anderen Dimension. Schade, dass er nur mein Spiegelbild zeigte. Ich schaute tief rein. Erblickte meine dunklen Augen, die weit aufgerissen in das Gebilde aus Glas drein blickten. Meine Blick wanderte zur Narbe auf meiner rechten Gesichtshälfte, welche senkrecht von meinem Lid bis zu meinem Wangenende verlief. Das hatte ich perfekt hinbekommen. Ich grinste leicht, ehe ich meinen Blick von Spiegel abwandte und weiter in Richtung Haustür lief. Schnell hatte ich die Schuhe an und ging aus dem Gebäude hinaus.

Mein Kopf brummte, während ich den Weg aus dem Garten rannte. Die gestrige Prügeleinheit hatte ich wohl etwas übertrieben. Was solls? Schon von weiten, konnte ich eine Silhuette sehen. Und ich wollte doch alleine sein. Mal schauen, wer das heute ist. Ich schlich mich wie ein jagendes Tier an die Person an. Dort saß sie. Mittig von einer roten Bank. Es war Sara. Sie schaute gedankenverloren auf den Boden. „Hey“, begrüßte ich. Sara antwortete nicht. Nicht mal einen Blick würdigte sie mir. „Auch gut, dann bis dann“, sagte ich enttäuscht, nie redet sie mit mir. Immer ignorierte sie mich. So war es auch damals, als wir noch in eine Klasse waren. Hielt sich immer für besser.

Mein Weg führte mich weiter die Straße runter in Richtung Straßenmitte. Dort am Straßenrand einer befahrenen Straße stand eine allzubekannte Person an der Wand. Auch in der Dunkelheit konnte man sehen, wie sie sich aufgebretztelt hatte. Schwarzes Kleid mit einem Blick auf ein tiefes Dekolette. Stark betonte blaugrüne Augen. Langes glattes Haar. Roter Lippenstift.Laura. Wartete sie wie immer, das jemand sie mitnahm? Ich wusste schon immer, dass sie so enden wird. Diese arrogante Mädchen, das sich so hübsch fand, dass sie ihr Gesicht über all auf sozialen Netzwerkseiten hochstellen musste. Jenes, das fand, dass nicht hübsche Menschen es verdienten, wie der letzte Abfall behandelt zu werden. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht nochmal eine Rageattacke zu bekommen. Geh bloß weg und lass sie ihre nächtliche Arbeit erledigen.

Weiter meines Weges lief ich an etlichen bekannten Gebäuden vorbei. Ein Art an Park kam als nächstes. Dort ging ich rein. Die Natur hatte noch eine gruseligere Atmosphäre als erbaute Straßen. Bäume raschelten sanft im Wind. Ich hörte ihnen ein Weilchen zu. Es beruhigte mich und ließ mich für einen kurzen Moment aufatmen. Meine Füße trugen mich weiter, tiefer in den Park, zu einem Platz, an den man picknicken konnte. Dort machte tatsächlich jemand Picknick, den gleich am Weg., sah ich einen Jungen im Gras auf einer grauen Decke sitzen. In den Armen hielt er eine Katze. Der Junge blickte auf die Katze, die anscheinend schlief. Ich kannte diesen Jungen und ich wusste was er in seinem Inneres für ein Lügner war. Er spielte nur den guten. „Geh sterben“, flüsterte ich wutentbrannt in die Luft und schmiss einen Stein auf ihn. Er konnte mich ja eh nicht hören.

Der Park lichtete und ich befand mich auf dem Asphalt wieder. Hier waren wieder ein paar Leute. Aber das machte mir nichts aus. Sollen sie sehen, wie sich ein Mädchen, das so jung aussah, sich in den dunklen Straßen verirrte. Ich kannte die Straße, ich würde mich nie verlaufen können. Bald war ich im Inneren. Neben mir tauchte das Kino auf. Dort wartete ein weiteres bekannte Gesicht auf ihre Freundinnen, um sich mit ihnen einen Film anzuschauen. Dieses Gesicht. Leonie. Oder sollte ich sie lieber Verräter nennen? Sie hatte mich in der Vergangenheit mit Sara ausgetauscht. Ja, die beiden waren beste Freunde. Sie machten alles zusammen. Gestern sah ich sie zusammen in dem Park sitzen.Sie haben sich bestimmt über unnötige Sachen unterhalten. Unnötig wie die beiden. Bloß schnell weg, bevor Leonie mich sah. Ich hatte keine Lust, dass mich je einer von den ignoranten Menschen von früher sah.

Nicht lange und ich war im Inneren der Stadt. Lichter beleuchteten die verschlossenen Läden. Jedoch hatten paar Restaurants noch auf, wie das mexikanische, das mir in das Blickfeld schoss. Ein schwach beleuchtete Reklametafel erleuchteten ein Mädchen, das an einem Tisch saß und Taccos auf ihrem Teller hatte. Es war klar, dass sie sich das bestellt hatte. Schließlich waren sie ihr Lieblingsessen. Ich würdigte ihr nur einen kurzen Blick und blieb auf Distanz. Wenn sie mich sah, dann wollte sie wieder ein Gespräch mit mir anfangen, wieso ich sie verlassen hatte und sie nicht mehr als eine Freundin sah. Nein, die Diskussionen musste ich mir schon letzte Woche geben, als sie mich in der Nähe des Buchladen sah. Und ich wollte nur seelenruhig einen Manga kaufen. Nach Minuten des Wartens bewegte ich meine Beine und lief weiter zum Wahrzeichen der Stadt. Groß stand es wie eine Festung da. Ein paar Leute standen dort und schauten wie ich auf das Gebäude. Dort gab es auch Stühle, die besetzt waren. Eine weitere Person, die sich mein Gehirn gemerkt hatte. Nahm das denn keine Ende? Wieso sah ich diese verdammten Personen jeden Tag? Hatte ich keine Ruhe? Nein, eher nicht, denn die Person die sitzend im Stuhl war, trug den Namen Vanessa. Das Trio war komplett. Ich ballte meine Hände zu einer Faust. Nicht aufregen. Nicht zu ihr gehen und sie böse anstarren. Sie nahm mich doch eh nicht war. Sie ist wie Sara.

Jetzt war es Zeit wieder nachhause zu gehen, um auf den Morgen zu warten, damit ich meinen eintönigen Tagesablauf, wie gestern, fortfahren konnte. Ich wartete nur bis ich dran bin. Stunden, Tage und Wochen vergingen so. Diesmal nahm ich den anderen Weg, um nicht am Kino vorbeizulaufen zu müssen.Der Weg, den ich nahm, führte an weiteren Geschäfte, die nichts für unter achtzehnjährige sind. Nein, ich war nicht so eine. Ich verabscheute den Instinkt dafür. Nein, ich hatte eher Sorgen, dass mich jemand sieht. So leise wie möglich schlich ich an den gläsernden Ladenfenster, mit der Auswahl an Dessous, vorbei. Ein weiteres lag neben mir. Ich blickte nur kurz rein. Ich grub meine Hände in die Kopfhaut und schloss fest die Augen. Auch am schlimmsten Ort der Stadt sah ich bekannte Leute. Ich war verflucht. Verdammt, diese Menschen immer in den Augen zu haben. Egal wo ich hingehe, sie verfolgen mich wie Stalker und warten nur bis ich mir das Messer an den Hals hielt. Die beiden waren 19 und 21. Beide hatten blondes Haar, der eine hatte eine Brille auf, In mir kam ein Gefühl hoch, als müsste ich den Kuchen erbrechen, den ich zum Abendessen gegessen hatte. Schnell weg bevor ich noch wirklich erbreche. Was für perverse Leute, vor allem der eine mit der Brille. Galle bahnte den Weg aus meinem Magen in Richtung Boden. Zum Glück hatte ich immer Taschentücher dabei. Ich befreite mich von der restlichen Galle und rannte so schnell wie möglich weg. Diese Stadt machte mich noch verrückt.

Ich rannte und rannte, bis mir die Lunge brannte, doch ich wollte nicht stehen bleiben. Nur zuhause hatte ich Ruhe vor jedem. Ich rannte die Treppen hoch in mein Zimmer. Erst da konnte ich tief einatmen, Inzwischen waren schon die ersten Lichtstrahlen eines neues Tages zu sehen. Ein Summen drang mir in die Ohren. Eine Fliege schwirrte laut brummend durch mein Zimmer.

Komisch, wieso waren in den letzten Wochen so viele Fliegen in der Nähe?

-KnifeNight

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