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Das erste, was er fühlte, war ein Tropfen.

Heiß; ein angenehmer Kontrast zu seiner eiskalten Haut, die schon lange nichts mehr gewärmt hatte.

Die Flüssigkeit lief an seinem Arm hinunter zur Hand, wo sie dann schließlich mit einem leisen Geräusch auf dem gefliesten Boden auftraf.

Schwarze Flecken zierten sein Blickfeld, als er die Augen öffnete, und er musste einige Male blinzeln, da ihn das kalte Neonlicht blendete. Mittlerweile hatte er sich schon an diese lieblose Umgebung gewöhnt. Einst weiße, nun aber befleckte Wände. Flackernde Lampen, die halb von der Decke baumelten, und nur eine einzige, massive Eisentür, deren Türgriff abmontiert worden war. Nach einer Weile konnte er schemenhaft die rote Spur erkennen, welche den ehemaligen Weg des Tropfens kennzeichnete und den Zeichen um seinen Hand- und Fußgelenken ähnelte. Das Seil, welches ihn gekonnt gefangen hielt, scheuerte ziemlich heftig.

Über ihm war eine Art Duschkopf angebracht. Aber es war definitiv kein normales Metall, aus dem er bestand, da das Wasser, welches hindurchfloss, auch alles andere als normal war.

Und dann machte es klick.


A.


Sein Schrei war gellend und verzerrt, als die Säure auf seine bereits zerstörte Haut traf. Man könnte meinen, dass man sich irgendwann an die Schmerzen gewöhnte, aber das ist nicht der Fall. Sie wurden jedes verf*ckte Mal schlimmer.

Seinem Schrei folgten weitere rechts von mir. Ja, er war nicht der Einzige irgendwo im Nirgendwo, der gefoltert wurde, als ob es kein Morgen gäbe.


A.

C.

E.


Die zweite Person links von ihm ließ ebenfalls ihre Stimmbänder beben. Sie war ungefähr in seinem Alter. Das hatte der Mann rausgefunden, als er noch genug Kraft zum Reden gehabt hatte. Nun bedeutet jedes Wort Schmerzen, denen er lieber entgehen wollte.


G.

G.

E.


Überall hörte er Stimmen, die ihren Qualen Ausdruck verliehen. Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer.


F.

A.

C.


Und das Schwein ließ sie einfach nicht sterben.

F.

H.

AS.



Das Mädchen strich sich mit der rechten Hand eine Strähne aus dem Gesicht, während sie die linke über das Gehäuse ihres wundervollen – selbstgemachten – Klaviers gleiten ließ. Es war wirklich anstrengend gewesen, so ein Ding ohne Vorkenntnisse zusammenzubauen, doch nach Stunden harter Arbeit hatte sie es endlich geschafft. Sie schwang eines der langen Beine spielerisch über den Höcker, und betätigte ein c. Der Ton war so unendlich wundervoll, dass sie den Finger erst wieder wegzog, als der Ton bereits verraucht war. Danach eine Oktave. Das kleine c war nun deutlich leiser als zuvor. Um zu testen, ob es noch funktionierte, schlug sie den Ton unangenehm fest an.

Sie nickte zufrieden.

Und dann? Dann spielte sie. Alles, was sie kannte. Von Sxrillex bis Mozart, Hauptsache, die Saiten des Klaviers waren immer in Bewegung. Nach Minuten und Stunden, in denen sie vergnügt die Hände über die Tasten sausen ließ, missfiel ihr einer der Töne.

Sie legte den Zeigefinger abermals auf das D und lauschte. Tatsächlich, es war verstummt. Wütend drückte sie so lange zu, bis der Schrei verstummte, und nahm sich vor, diesen Fehler noch heute zu beheben.




Ihre Saiten verstimmten sich einfach zu oft.


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