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Ich schrecke auf, als die samtige Dunkelheit von einem schrillen Piepen durchschnitten wird. Meine Hände pressen sich auf meine Ohren, ich wälze mich herum. Nutzlos, ich kann es nicht ignorieren. Meine Hand kommt hervor und tastet suchend auf dem Nachttisch herum. Ich fühle einen kalten, glatten Gegenstand. „Da bist du ja, kleiner Mistkerl...“, murmle ich beinahe unverständlich. Dann schlage ich auf den lärmenden Wecker ein, Stille.

Ich drehe mich der Wand zu, kuschel mich in die Decke und versuche einzuschlafen. Die Dunkelheit beunruhigt mich nicht, hatte sie noch nie. Eigentlich muss ich ja hoch, schließlich hab ich was zu tun, aber...

Die Schule ist Morgen schließlich auch noch da, denke ich beruhigt. Die Lehrer brauchen mich nicht, meine Klassenkameraden umso weniger. Die Mathearbeit, die ich heute schreiben soll, ist mir im Moment ebenfalls gleichgültig. Einfach nur schlafen, ich bin so schrecklich müde...

Ich lausche ein wenig in den Raum hinein. Ein leises, monotones Ticken. Mein eigener ruhiger Atem. Draußen kann ich den Wind und singende Vögel hören. Bemerkenswert, wenn man es schafft, jeden Morgen so fröhlich zu zwitschern.


Und dann höre ich sie, diese Schritte. Leichtfüßig kommen sie näher, es müssen die meiner Mutter sein. Gleich steht sie wieder in meinem Zimmer und versucht, mich zum Aufstehen zu überreden. Das macht sie ständig und es nervt fürchterlich. Ich stöhne widerwillig, als sie an meiner Tür vorbei gehen.

Ich horche verwirrt auf. Muss ich etwa doch noch nicht hoch? Unsere alte Treppe knarzt jämmerlich, als Mom nach oben geht. Vielleicht will sie heute zuerst meine Schwester wecken. Meine süße kleine Schwester, mit ihrem verdammten Einser-Zeugnis. Sie ist ja so toll, oder?


Bald darauf kann ich etwas riechen. Kocht mein Vater etwa Frühstück? Es duftet himmlisch, doch ich kann beim besten Willen nicht sagen, was es ist. Sonst gibt es immer nur ungetoastetes Brot oder dieses überzuckerte Müsli zu essen. Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht doch aufstehen soll.

Ich könnte auch einfach einen auf krank machen, das klappt eigentlich immer. Kopfschmerzen, Bauchweh, meine Eltern kaufen mir doch alles ab! Mal nachdenken, was es heute wird. Vielleicht-


Tap, tap, tap,...

Wieder Schritte, diesmal über mir. „Mama?“, frage ich leise. Keine Antwort. Natürlich nicht, sie ist ja auch oben. Die Geräusche werden lauter und schwerer, bewegen sich in meine Richtung. Dann sind sie vor meinem Zimmer. Die Tür gibt ein hohes Quietschen von sich, als plötzlich Panik in mir ausbricht.


Das ist nicht meine Mutter!

Ich kann es irgendwie spüren, aber wer soll es denn sonst sein? Beruhige dich, rede ich mir ein, sei einfach ruhig. Alles ist gut, dir wird niemand wehtun. Stattdessen erstarre ich vollkommen und gebe keinen Mucks von mir. Kalter Schweiß läuft meinen Rücken entlang, als ich anfange zu zittern.

Es bewegt sich langsam, kommt näher, immer näher. Durch mein Zimmer, auf mich zu. Und dann steht es direkt vor meinem Bett. Es steht einfach da, völlig regungslos und still, lauernd.


Irgendwann legt sich meine Angst wieder. Ich lache in mich hinein, schüttle den Kopf. Ich schlafe einfach noch halb, das erklärt alles. Da ist kein gruseliges Etwas hinter mir, sonst würde ich es ja atmen hören. Und davon werde ich nun auch meine Augen überzeugen.

Kichernd setze ich mich auf und werfe energisch meine Decke von mir. Suchend lasse ich meine Hand über die raue Tapete gleiten, bis ich den Lichtschalter finde.

Klick!


Der Raum erhellt sich augenblicklich und ich blinzle leicht. Dann stockt mein Atem und der Schock über das, was ich sehe, fährt mir in die Glieder.


Das ist nicht mein Zimmer.

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